Anderer Leute Worte

Wie viele Jahre wird es noch brauchen bis die Leute verstehen, dass der Rollstuhl nicht böse ist? Ich bin nicht gefesselt, der macht nichts. Ich weiß auch alles, ich kann alles lernen. Wo schlimm ist, ist dass die Leute so fies sind.

– Sebastian, 10 Jahre.*

 

*Der erste, der jetzt damit kommt, dass ein Hirnschaden aber doch grundsätzlich was mit Intelligenzminderung oder kognitiver Beeinträchtigung zu tun haben müsste bekommt es mit der Gummischweinhupe zu tun und zwar mit 0,2cm Abstand direkt neben dem Ohr! Muss man als Fußball-Verein-Manager eigentlich unbedingt aktiv mitspielen können? Das würde Sebastian brennend interessieren. Gaffen Sie nicht so, andere Jungs, die große Fußballfans sind wollen das auch werden und man managet doch mit kognitiver Leistung und nicht mit einem Rehamittel. Würde(n) ich, Sebastian und das Atelier-Kind jedenfalls annehmen.

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Schwere Zeiten

Heute beginnt die Zeit, die für viele Angehörigen von suchtkranken Menschen besonders schwer sein kann. Im letzten Jahr erzählte ich Ihnen warum das bei manchen Kindern von Alkoholkranken so sein kann, und das gibt es hunderttausendfach bei jeder Suchtform, auch den nicht stofflichen.

Der Mit-Künstler hat jetzt schon Panik, nicht nur wegen der zusätzlichen Arbeitsmasse im Paketdienst. Einige von Ihnen erinnern sich, seine Mutter wohnt in derselben Straße wie er und weil es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt kann keiner von beiden umziehen.

Ich werde nicht mit Mikesch feiern (Feuerwehrabruf habe ich im Notfall natürlich trotzdem, wie immer, es sei denn natürlich sie braucht diejenige Feuerwehr, die richtige und nicht metaphorische Feuer löscht, dann nicht), aber ich kann diese Panik verstehen. Früher hatte ich das auch. Und wie Weihnachten mit Mikesch ablaufen kann, erzählte ich auch schon.

Im Atelier hängen deshalb jetzt die sechzehn persönlichen Rechte aus dem Buch Familienkrankheit Alkoholismus von Ursula Lambrou (um 1990 erstmals erschienen) aus. Vielleicht helfen sie auch dem ein oder anderen Menschen hier.

 

1. Ich habe die Wahl glücklich oder unglücklich zu sein. Leben heißt mehr als überleben.

2. Ich habe das Recht zu allem nein zu sagen, wenn ich mich nicht zu einer Sache bereit fühle oder unsicher bin.

3. Mein Leben sollte nicht von Furcht bestimmt werden.

4. Ich darf alle meine Gefühle wahrnehmen.

5. Ich bin sehr wahrscheinlich nicht schuldig auch wenn ich mich so fühle.

6. Ich habe das Recht Fehler zu machen.

7. Ich brauche nicht zu lächeln, wenn ich eigentlich weine.

8. Ich darf ein Gespräch, eine Begegnung beenden, wenn Menschen mich klein machen und verletzen.

9. Ich darf gesünder sein als die Menschen in meiner Umgebung.

10. Es ist in Ordnung wenn ich entspannt und fröhlich bin und Freude habe.

11. Ich habe das Recht mich zu verändern und zu wachsen.

12. Es ist wichtig für mich meine Grenzlinien abzustecken und auf mich zu achten.

13. Ich darf auf jemanden ärgerlich sein, den ich liebe.

14. Ich muss auf mich achten und zwar unabhängig von den jeweiligen Umständen.

15. Ich brauche nicht perfekt zu sein um perfekt glücklich zu sein.

16. Ich brauche nicht perfekt zu sein. Punkt. Niemand sonst ist es.

 


Wenn Sie etwas Positives, wirklich schönes für diese Zeit möchten, schauen Sie mal bei Emil vorbei, der wie jedes Jahr Herzblut in einen Adventskalender investiert. 

Anderer Leute Worte

Wenn das Bild voller Magie ist, wenn man das Glück herausspürt, wenn es zum Lachen oder zum Weinen reizt, wenn es etwas in Bewegung bringt. Es soll wie eine Blume sein oder wie ein Baum. Es soll so sein wie die Natur. Es sollte so sein, dass man es vermisst, wenn es nicht da ist.

Hundertwasser auf die Frage was ein gutes Bild ausmacht.

Ein Kunstwerk zu schaffen, das kein gewisses Unbehagen bei den Menschen erregt oder schlicht ihre Gefühle verändert, ist der Mühe nicht wert. Das ist der Unterschied zwischen einem Künstler und einem Narren.

Ai Weiwei in seinem Text „Architektur und Raum“ von 2006.

Anderer Leute Worte

Nichts kann ohne Einsamkeit entstehen. Ich habe mir eine Einsamkeit geschaffen, die niemand ahnt. Es ist schwer heute allein zu sein, weil es Uhren gibt. Haben Sie je einen Heiligen mit Uhr gesehen? Ich habe keinen finden können, selbst unter jenen Heiligen nicht, die als Schutzpatrone der Uhrmacher gelten.

Pablo Picasso