Aber wetten…

…eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung ist drin, wenn in Ermangelung von Notruf-Möglichkeit jemand einfach nur danebensteht, weil dabei zu bleiben das einzige ist, das er/sie/es für den Verletzten tun kann?! Kein Notruf für Gehörlose. Bis der Relay-Service – so heißt das mit dem Vermittlerdienst – erreicht und informiert wurde und den Notruf abgesendet hat – der muss auch erstmal bei der richtigen Leitstelle angekommen sein – kann wer weiß was passiert sein.

Wenn man dem Atelier-Kind im Rahmen von Verkehrserziehung vermittelt Wenn du einen Unfall siehst, dann musst du 110 verständigen und sagen wo der Unfall ist und was passiert ist und wer du bist, dann fragt er logischerweise Und wie?

Ich warte ebenfalls seit Jahren auf eine Möglichkeit der Notruf-SMS. Was hätte ich letzten Freitag machen sollen wäre ich schwerer verletzt gewesen und nicht mehr hoch gekommen? Als meine Küche vor einigen Jahren brannte waren zufällig helfende Nachbarn im Haus, die wussten, dass ich nicht telefonieren kann. Das ist nicht immer so und es ist auch nicht jeder Nachbar hilfsbereit. [So etwas wird von den Behörden auf Sparkurs auch irgendwann als Argument genutzt werden um Leuten wie mir die Wohnungen zu nehmen.]

Idee für eine Blogparade

Leserin Fellmonsterchen, die die Kunde bezüglich der Petition auch bei sich verbreitet hat, hat mich gerade durch einen Kommentar im Strang unter ihrem Artikel auf eine Idee gebracht:

Blogparaden müssen nicht immer nur schöne Themen haben. Sie dürfen auch informieren und zum Nachdenken anregen. Wie wäre es wir machen eine zum Thema

Angehörigenpflege,

bei der Blogger natürlich Artikel beitragen können wie Petra, die Mutter von Carsten und Wiebke, oder ich das in unseren Blogs ohnehin tun, in der aber auch jemand über das Pflegestufen-Trara, MDK-Zoff und Co. mit Angehörigen im Seniorenalter berichten könnte, jemand anderes, egal welchen Alters, darüber beitragen wie er/sie/es selbst Pflegeleistungen in Anspruch nimmt, wieder jemand anderes von der/dem abgehetzten NachbarIn erzählen, der/die zwischen Job und Kindererziehung noch die alten Eltern versorgt, eine Pflegedienstkraft von ihrer Arbeit et cetera. Das Thema ist unendlich und unendlich wichtig.

Denken Sie, das kriegen wir hin? Auch wenn Sie nichts beitragen könnten oder wollten, Sie könnten es ja weitersagen. Irgendeinen irgendwie betroffenen lesenden Menschen haben wir alle und der mag vielleicht. Dann würde ich übers Wochenende einen Aufruf formulieren und Montag oder Dienstag ginge es los. Natürlich mit angemessenem Mitmach-Zeitrahmen, Menschen, die pflegen müssen oder gepflegt werden sind viel beschäftigte Leute.

Zwangseinweisungen stoppen!

Ich habe Ihnen im letzten Jahr auf den Fädenrissen von Anja erzählt. Anja ist Mitte 30 und hat Pech: Sie hat das, „was Jörg Immendorff hatte“, ist aber nicht Jörg Immendorff und hat deshalb auch nicht dessen Mittel und Möglichkeiten. Anja wurde nicht gefragt. Gefragt wurden – bei einem mündigen, erwachsenen Menschen (dass sie einen Uni-Abschluss hat sollte keine Rolle spielen, tut es aber für einige Menschen möglicherweise doch) -, die Eltern, die ihre Tochter nicht pflegen wollten.

Es gibt viele Menschen wie Anja. Einige von ihnen schaffen es mit ihren Fällen in die Medien zu kommen. Einem Fall in Bayern hat dieses Vorgehen im letzten Jahr helfen können. Ob Dirk Bergen seine Wohnung nach wie vor halten darf weiß ich nicht. Es gibt auch Menschen wie Carsten und Wiebke, die erwachsenen Kinder von Leserin Petra, die in die Situationen kommen könnten, wenn ihre sehr für sie engagierte, selbst behinderte Mutter irgendwann nicht mehr kann oder verstirbt. Ich weiß von Menschen in meiner Situation, die keinen Philipp und keinen Handschuhschenker haben für die so ein Kreis nach einem Sturz wie meinem von Freitag beginnt. Raus kommen Sie da im Normalfall nicht mehr. (Hallo Marina!)

Ich glaube nicht an die Wirkung von Petitionen, aber man muss zeigen, dass man da ist und mit den Mitteln, die man hat – und viele haben kein anderes als Petitionen – klar machen, dass man sich nicht widerstandslos alles gefallen lässt. Wir sind auch Mitbürger und wir wollen nichts außer unsere Grundrechte.  Gleiche Rechte sind in den Augen vieler Menschen immer noch Sonderrechte.

AbilityWatch hat auf Change.org eine Petition gestartet, hier ein Auszug aus dem Text, der gut den Alltag vieler Menschen erklärt. Wenn Sie auf den Link darunter klicken können Sie den vollständigen Petitionstext lesen und die Petition unterschreiben, wenn Sie das Anliegen unterstützen möchten. Sagen Sie es auch gerne weiter.

 

Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihre Wohnung aufgeben und gegen Ihren Willen in ein Zimmer in einem Wohnheim ziehen. Sie könnten dort nicht mehr frei bestimmen, was sie wann essen möchten oder wann Sie duschen oder wann Sie abends ins Bett gehen möchten. Auch könnten Sie sich nicht aussuchen, wen Sie in Ihre Intimsphäre lassen, auf wen sie angewiesen sein werden und wem Sie vertrauen.
Unvorstellbar? Vielen Menschen mit Behinderung droht genau dieses Schicksal. In Deutschland, im Jahr 2017.

Aus dem Petitionstext von AbilityWatch gegen die Zwangseinweisungen behinderter Menschen in Heime

Von Dingen, die (nicht) verstanden werden

Sich entscheiden zu müssen in einer Woche entweder Hand-, Dusch-, Spuck-, Putz- und Geschirrtücher zu waschen oder die Bettwäsche.

#Dinge, die Mikesch nicht versteht, weil sie sich darüber keine Gedanken machen muss #Saus und Brause

Sich eine Woche lang ausschließlich von Brot mit Margarine zu ernähren, weil die Fahrtkosten für Mikesch-Angelegenheiten und andere notwendige Anschaffungen das Haushaltsgeld fressen.

#Dinge, die Mikesch nicht versteht, weil sie sich darüber keine Gedanken machen muss #Saus und Brause

Nicht mehr five weeks to go zu haben, sondern five days (jetzt nicht mehr) und zu wissen man wird nicht fertig.

#Dinge, die keiner versteht, der sich darüber keine Gedanken machen muss #Doch, liebe Festgemeinde, ich muss arbeiten und das, liebe Festgemeinde, ist anstrengend

Trotzdem schon das erste Fan-Girl mit Bitte um Fortsetzung zu haben. Aber bitte mit den kindlichen Protagonisten im Jugendalter und in love, damit auch die behinderten Mädchen aus den 90er Jahren mal ihren eigenen Foto-Liebes-Roman (wenn auch ohne Fotos) haben.

#Dinge, die keiner versteht, der sich darüber keine Gedanken machen muss #Hallo Annika! (Mach den Blog wieder auf!)

Keine Ahnung was in die Schultüte für Montag, es ging ja nur ums Dranbleiben als der Handschuhschenker die Idee hatte, rein soll.

#Dinge, die keiner versteht, der sich darüber keine Gedanken machen muss

Oster-Süßigkeiten von der 90-jährigen Nachbarin.

#Gute Menschen

Mit dem verständlicherweise stinksaurem Atelier-Kind-Vater eine Anzeige wegen Diskriminierung durch einen Arzt, der ihm jegliche Mitsprache an seiner Versorgung abgesprochen hat formulieren zu müssen und an die richtigen Stellen weiterzuleiten.

#Dinge, die keiner versteht, der sich darüber keine Gedanken machen muss #Wie war das mit Grundgesetz, da stehen doch ziemlich am Anfang…?!

Einer jungen (Mitte 20) pflegenden Angehörigen, deren Angehöriger vor kurzem eine Diagnose bekommen hat, klar machen zu müssen, dass Wahnepisoden bei vielen Diagnosen auftreten können, und dass das eben nicht grundsätzlich bedeutet, die Betroffenen halten sich plötzlich für Napoleon. Wahn kann auch völlig anders aussehen.

#Dinge, die keiner versteht, der sich darüber keine Gedanken machen muss #Erstaunlich welche Irrglauben sich halten #Lernt man das heute so im Leistungskurs Päd. oder Psych.? Zu meiner Oberstufenzeit hat man uns gesagt, dass das Quatsch ist. Ist allerdings auch schon fast 20 Jahre her.

Ein neues Projekt

Den Worten, die Nadja schreibt in ihrer verlängerten Automatik mit Stift in der Hand mangelt es manchmal an Buchstaben oder es fehlt die Grammatik. Manchmal weiß Nadja nicht was die Worte bedeuten oder ob Worte nicht eigentlich Wörter sind, weil Nadja nicht weiß was in Wirklichkeit Sprache ist. Das, was während sie aufwuchs gesprochen wurde ist ein Mundwerk, aber zuruckverfolgen auf seine Ursachen lasst es sich nicht.

Aus meinem Stück Die Herkömmlichen

Die Herkömmlichen ist ein noch wachsendes Konzeptstück in Text, das sich eher zufällig als Begleiterscheinung zu einer anderen Arbeit entwickelt hat. Aufgrund der Umstände, in die mich ein gewisses Gesetz gebracht hat kann ich es nicht in eine Installation einbauen.

Die ersten Texte sind im Januar und Februar entstanden, im März kam keiner dazu. Der erste, bis jetzt längste, der wenn man es insgesamt als Text sehen will wohl die Exposition geben würde, entstand im Januar über mehrere Tage und behandelt etwas aus der Biographie meines Bruders, das ich vielleicht in einem Ausstellungskontext hätte zeigen können, bei dem ich als Text aber eine gewisse Hemmschwelle zu haben scheine.

Ich glaube, es ist kein Zufall, dass dieses Stück als erstes entstanden ist, das bis jetzt längste ist und die anderen anführt. Ich hätte es gern über mehrere Tafeln verteilt an eine Wand in einem weißen Raum gehangen.

Weil ich diese Stücke nicht ungenutzt lassen wollte und zudem für mich probieren wollte ob ich sie aussetzen kann habe ich sie abgetippt und auf einen URL gestellt, den ich ursprünglich für etwas, das ich für die Amerikaner machen wollte registriert hatte.

Nicht nur weil dieses Konzeptstück als Gesamtes sehr fragil ist und ich wissen will wer das liest habe ich es privat gestellt.

Der Ausschnitt oben gehört in die Perspektive der Familientochter, das war meine Rolle. Und vielleicht erkennen sie das auch, ich habe in den Fädenrissen über meine Probleme mit Sprache gesprochen.

Wenn jemand von denen, die hier schon länger lesen und kommentieren und wissen, was sie da erwartet mitgehen möchte, dann bitten Sie um Einlass. [Das können Sie wenn Sie auf den Link zum Projekt klicken, ich werde dann benachrichtigt und kann entscheiden ob ich Sie mitlesen lassen möchte.] Ich habe eine Liste im Kopf von Leuten, von denen ich glaube, dass sie wollen könnten, aber ich überlasse jedem die Entscheidung selbst. Lediglich zwei Personen, von denen eine etwas themenähnliches macht und die andere ungefähr Bescheid wissen könnte, weil ich das Projekt einmal grob erwähnt habe wurden von mir selbst benachrichtigt.

Weil es als temporärer virtueller Ausstellungsraum, wenn auch ohne Bilder nur mit Text, denn Sie wissen ich mag keine Grafiken – und das Lesegerät einer sehbehinderten Leserin kann die auch nicht dekodieren – , gedacht ist, gibt es dort nur auf einer separaten Seite eine Kommentarmöglichkeit. Dort kann zusammengekommen werden.

Update 16. April: Es ist schön, dass es bis jetzt Zulauf, im Sinne von Interessenten, gegeben hat, und dass ich von mindestens einer Person weiß, die über das erste, harte Stück hinaus gekommen ist. Ich habe gestern einige Texte von Anfang April abgetippt und zugefügt und das Projekt wird weiterhin wachsen, da ich mich in nächster Zeit noch einmal verstärkt um die Sache als deren Begleiterscheinung es sich entwickelt hat kümmern muss.

Reflexionen

Irgendein Mensch oder irgendwelche Menschen haben sich in den letzten Tagen hier durch etliche alte Artikel gelesen. Mittwoch gab es hier fast fünfhundert Aufrufe. Dank, ist ja nicht gerade wenig Arbeit, erstrecht bei den Inhalten hier.

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Ich musste in all der Zeit, die es dieses Ding gibt zwar zeitweise die Kommentare schließen, aber nur einmal jemanden komplett rauswerfen. Das ist löblich. Es ist ein Glück, dass die meisten von Ihnen kommunizieren können wie zivilisierte Menschen. Ich bedanke mich auch für den Respekt, den Sie Mikesch entgegen bringen. Wer woanders, auf seinem eigenen Blog wie über seine Angehörigen, andere Menschen oder sich spricht interessiert mich nicht. Hier ist meins mit meinen Regeln.

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In den letzten vier Wochen (ungefähr) wurde ich von drei unterschiedlichen Bloggern mit drei unterschiedlichen Graden des mit mir Bekanntseins korrekt und legitim als Frau Dergl bezeichnet. Das ist bemerkenswert, die Fädenrisse werden noch immer oft einem Mann zugeschrieben.

Fanfare!

Wenn Sie hier schon länger, ganz lange, lesen, dann haben Sie zwei Dinge, die ich mag mitbekommen: Zum einen gelegentlich altes Vinyl, besonders wenn der Tonträger mir etwas bedeutet, zum anderen Herrn Sperber.

Ich habe nie damit gerechnet einmal in den Besitz von Herrn Sperber auf Vinyl zu kommen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich es ausgerechnet dann komme wenn ich wegen Pooling quer durchs Bundesland gescheucht werde.

Aber jetzt habe ich was.

Encore!