Gesprächsprotokoll, einseitig

Ja, das Gewebe ist zerstört.

Ja, was auch immer da rauskommt ist sehr wahrscheinlich im Blutkreislauf.

Ja, also wenn… wenn man den Zahn über dem Knochen weg nimmt, dann könnte

Keine Antibiotika.

Stattdessen Aspirin Direkt als Thrombosevorbeugung.

Sind Rezeptfrei.

Dazu ein paar Ibu, kennen Sie ja, dann klappt das schon. Wir machen Ihnen einen OP-Termin.

Wenn Sie nicht laufen können, leihen Sie sich eben einen Rollstuhl. Sie werden doch jemanden kennen, der so was zu verleihen hat.

Lösefafentniph

Ein Mensch vom Medizinischem Dienst – nicht der Krankenkassen, ein anderer – hatte mich für heute zum Gespräch geladen, weil das Diddl-Maus-Baby quasi am der Hand vom Mami zum Test gekommen war. Ob er wegen möglicherweise eintretender Arbeitslosigkeit – Sie wissen schon, drei Monate vorher… – oder weil sein Gegieme wirklich ein Problem auf dem Gerüst darstellt weiß ich nicht. Das sind Schwächen, so was sagt man dergl nicht. Ist mir auch egal.

Was will der Mensch vom Medizinischen Dienst von mir? Ich hatte erwartet, dass Mikesch Mikesch war, aber so einfach ist das nicht. Der Mensch will etwas wissen.

Und zwar: Können die beiden richtig lesen und schreiben? Es haperte mit dem Textverständnis, mein Bruder hat für einen 30-jährigen eine eindeutig zu kindlich-krakelige Schrift und als Mikesch sich einmischen wollte hat sie keinen graden Satz hinbekommen.

Das letzte überrascht mich nicht. Auch Sie hatten hier ja schon Kostproben der Mikesch-Grammatik.

Trotzdem ist die Frage interessant. Denn: Mein Bruder war auch nicht in der Lage trotz vollumfänglich vorhandenem Gehör – wurde getestet – einen Text wie gehört wiederzugeben.

Bei ihm und Mikesch wird die Blödzeitung gelesen. „Normale“ Tagespresse scheint zumindest Mikesch nicht zu verstehen, denn sie kann nicht erklären was sie in einem Artikel gelesen hat.

Lesen ist nicht nur die Mechanik.

Mit Hörverständnis ist es dasselbe.

Erinnern Sie sich an den Fremdsprachenunterricht in der Schule oder später? Können Sie bei Musik die Texte raushören?

Ich hatte diese Fähigkeit schon recht früh und erntete dafür immer Bewunderung. Aber natürlich habe auch ich früher Dinge, die nicht aus meiner Muttersprache stammen falsch gehört.

Kann es, insbesondere wenn man so undeutlich spricht wie er – er muss manchmal vier- oder fünfmal wiederholen weil ich nicht weiß was er von mir will, da er stark nuschelt – auch mit der Muttersprache geben.

Bei uns zumal hatte man ja immer die Schnauze zu halten, das heißt, er hat womöglich keine durchschnittlichen Fähigkeiten ausbilden können und nach fast 31 Jahren fällt es auf.

Ich muss mal recherchieren was das mit Leseverständnis zu tun haben kann. Dasselbe wie bei der Atelier-Kind-Familie ist es ja nicht. Aber interessant. Auch für meine eigene Geschichte. Warum kann ich, die man versucht hat noch doofer als ihn zu halten es und er nicht?! Er ist ja nicht dumm, er hätte das Abitur genauso schaffen können, wenn man ihn gelassen hätte.

Kleinigkeiten

(Eine Leserin fand das letztes Mal so toll.)

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Die Bezeichnung „syrischer Kuchen“ wird verboten. Es ist „Kuchen syrischer Art“ – Salma besteht darauf, die Kuchenzutaten wurden schließlich in Deutschland gekauft.

Der Sohn, der seinen Geburtstag feiert hat von jemandem, mit dem er arbeitet die ominöse Schokoladenpizza geschenkt bekommen. Dieses Tiefkühlding, das von örtlichen Teenagern mit „Oh mein Gott“-Kommentaren im Supermarkt fotografiert wird.

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Meine beste Freundin oder besser gesagt irgendwer oder -was mit ihrem Vornamen, der in den 70er Jahren wirklich nur in einem stronzbayrischem Kuhkaff als en vogue befunden worden sein kann landet hier in den Suchbegriffen.

Soll ich das witzig oder gruselig finden? Walburga kommt hier ja weitaus seltener vor als Philipp oder der Handschuhschenker, dessen Name wir hier auch schon hatten.

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Was hatte ich sonst noch in den Suchbegriffen?

inklusion schule

Ja, das ist gelegentlich Thema. Das Atelier-Kind möchte bitte gerne seinen Schulplatz behalten und dann nächstes Jahr (er kommt nach den Sommerferien in die vierte Klasse) auch beispielsweise mit seinem Freund Friedrich zusammen zur Gesamt- oder Realschule gehen. Und zwar hier und nicht in Jottwede, Puselmuckel oder auf dem Mond links der zweiten Milchstraßenkreuzung. Es sind Fälle bekannt, da werden die Kinder von ihren Familien getrennt und sonst wohin verfrachtet. Überlegen Sie sich mal was das auch entwicklungstechnisch bedeutet.

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Es ist noch über eine Woche bis ich geplant zurück an die „Susanne“ gehen kann und ich überlege schon mit welchem Ritual ich den Prozess einleite. Meine Befürchtung ist außerdem, dass ich in einem Monat durch sein könnte. Ich will gar nicht, dass es sich perfekt liest. Außer Walburga und ein weiterer Freund wird das wohl eh niemanden erreichen, denn ich bin noch unschlüssig wer es mal sehen soll. Ich muss das nicht jetzt wissen. Mit-Künstler, Handschuhschenker und Annika bekamen gelegentlich Ausschnitte der Rohfassung zu sehen.

Momentan versuche ich ein länger liegen gebliebenes altes Stück irgendwie fertig zu machen. Auslöser für dieses Stück war, dass mir in einem Gespräch über meine frühere Schule nach der Erwähnung dessen, dass mein damaliger bester Freund einer Sekte beigetreten ist die Frage gestellt wurde „Ist der auch behindert?“

Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?! Und das ganze Gespräch drehte sich neben den merkwürdigen Vorstellungen des Schulkonzeptes auch darum, dass ich die einzige Behinderte dort war.

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Einen Tag nachdem ich mich an etwas, das Einzug in Die Herkömmlichen finden sollte (gefunden hat) erinnert habe, nennt Mikesch – die natürlich nichts von alledem weiß – mich vulgär. Stein des Anstoßes ist, dass ich bei 32° im Schatten nicht unbedingt auch noch einen BH vollschwitzen muss und mir leisten kann den an solchen Tagen wegzulassen [sie nicht].

Vulgär sagt ausgerechnet die, die sich wundert warum weibliche Bekanntschaften ihres Sohnes einmal und nie wieder kommen weil sie diesen ihr unbekannten Frauen gern Fragen nach Intimrasur und anderen Sachen, die sie nichts angehen stellt. Angeblich ist es normal, dass Frauen Fremde so was fragen.

[Wie schön, dass ich unnormal bin.]

Was glauben Sie, was los wäre wenn die wüsste, dass Herr Mit-Künstler letztens duschen ging und vorher vergessen hatte sich ein Tuch zum Abtrocken aus dem Schrank zu holen?! Jetzt hat die dergl auch noch nackte Männer in der Wohnung rumlaufen!

Die Innentemperatur vom Mit-Künstler-Arbeitswagen: ca. 39-40°. Über Stunden und die Pakete müssen oft noch diverse Etagen hoch. Danach möchten wohl die meisten Menschen duschen.

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Ihren Fun Fact sollen Sie auch haben, ich bin ja gar nicht so. Allerdings ist der nicht lustig, sondern fällt unter unnützes Wissen:

Wenn ich alleine rausgehe bin ich gut beraten mir die Haare vorher zusammenzubinden oder hochzustecken. Es gibt nicht wenige Frauen, die sonst meinen, sie dürften da mal eben rein greifen, weil die Arme ja so schöne Haare hat. Das ist in etwa dasselbe Klientel, dass den Atelier-Kind-Bruder ungefragt antatscht, weil der ja so süß ist. Übergriffig kann das ja nicht sein, weil es ja Frauen sind und es gut meinen…

Bevor Sie fragen, zumeist ist das Mikeschs Generation.

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Bald haben wir hier sechshundert gerissene Fäden. In neun Artikeln.

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Ich habe immer noch keine Idee, obwohl ich Frau Ernst doch was beisteuern wollte.

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Wünschen Sie mir Glück: Ich versuche seit Monaten schon mir etwas freizuschaufeln, dass ich in Essen die Gerhard Richter-Ausstellung schauen kann. Eventuell ergibt sich etwas, dass das auf den letzten Drücker noch klappt. Auch wenn die Preise happig sind (für meine Verhältnisse, ich muss ja auch erstmal hinfahren), Richter gibt es nicht oft zu sehen.

Wer’s verstehen will versteht es. Ich meine ja nur, der Sänger musste auch mal fliehen als junger Mann.

[Schöne Performance, aber zufällig auch das Lieblingslied von einem Sohn von Salma.]

Kleinigkeiten

Seit die „Susanne“ als Rohfassung durch ist, also immerhin fast vierzehn Tage, versuche nachträglich Philipps Geburtstagswunsch von März zu erfüllen und irgendetwas aus der Ur-„Susanne“ zu machen. Eine Szene habe ich herausnehmen, abändern und eigenständig stellen können (Stein und Papier), ansonsten zwei Kapitel in akzeptable Form bringen können. Beim dritten hängt es, weil ich vom Kopf her nicht mehr rein komme. Und weil ich finde man merkt, dass ich damit – im Gegensatz zu dem, was letztlich die „Susanne“ geworden ist -, im Hinterkopf anscheinend größere Pläne, etwas längeres angedacht hatte.

Das wird nicht mehr. Also entweder, es schrumpft sich selber zusammen oder es geht noch maximal ein drittes Kapitel weiter. Oder ich lasse die ersten beiden als Fragment stehen. Ich mache es eh vorrangig um nicht einzurosten.

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Der Handschuhschenker, Seele von Mensch, möchte mir Bountys pürieren, damit ich was essen kann.

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Mikesch hat mich nicht zu ihrem Geburtstag in dieser Woche eingeladen, jammert aber, dass ich nicht komme. Außerdem will sie was geschenkt kriegen. Kann gar nicht sein, dass ich kein Geld habe um ihr was zu kaufen, ich habe doch jetzt Gläser. (Außerdem stimmt es nicht, dass sie kein Geschenk von mir bekommt, ich habe nur auf ihr ewiges Was kriege ich geschenkt? keine Antwort gegeben.)

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Der Lidl-Kundenservice ist auf jeden Fall schon mal hilfsbereiter und erreichbarer als der meines Internetproviders. Mal sehen ob das mit dem Stick klappt. Fall der Fälle, Sie wissen schon.

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Ich werde wohl nicht um die nächste OP herumkommen. Ab Monatsende, vorher habe ich keinen Termin bekommen, gibt es aber hoffentlich Antibiotika.

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Der Mit-Künstler eiert immer noch was einen neuen Computer angeht. Mein Zweitgerät ist seit Samstag da. Funktioniert, alles drauf und für meine Zwecke tauglich wenn der hier zusammenkracht.

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Fun Fact (ja, so was gibt es hier auch): Ich saß vorhin in einem Gespräch mit einer Sozialpädagogin wegen Mikesch. Die Dame hat mir mein eigenes Blog empfohlen. [Wusste natürlich nicht wen sie vor sich hat.] Ich weiß ja, dass ich mitunter in solchen Kontexten empfohlen werde, aber mir selber ist das noch nicht passiert.

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Der Atelier-Kind-Bruder scheint ebenso einen Sinn für Kunst zu haben. Wir besitzen nun einen Lampenschirm im Stil von Cy Twombly. (Das kann nicht weg, das ist Kunst!)

Außerdem teilt er gern, er hat den Handschuhschenker-Großneffen letztens mit Eis gefüttert. (Sich dann aber ungefragt der Hälfte des Atelier-Kind-Eises bemächtigt.)

Mit hatte das Atelier-Kind an dem Tag eine Packung (sic!) Dolomiti geschenkt, weil es sich erinnerte, dass ich erzählt habe, dass ich das als Kind mochte. Keine Ahnung, ob das noch schmeckt wie vor 30 Jahren.

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Was oder was für einen Menschen assozieren Sie mit dem Namen Tamara? Das ist auch so jemand, der gerade anfängt sich zu formen, aber sie ist noch lang nicht da und hat keine Rolle.

Schon wieder Technik

Der Mit-Künstler eiert immer noch.

Ist mir aber ehrlich gesagt egal, denn ich bin krank, leer und ausgelaugt. Ich möchte mich nur nicht drüber unterhalten.

Was mir nicht egal ist, ist dass mein Internetprovider auch eiert. Der fängt nun indirekt an mir zu erzählen, er hätte keine Ahnung was mit dem Modem los ist und was da nicht stimmt, es könne aber jederzeit wieder passieren, dass ich zwei Wochen auf dem Trockenen sitze.

Das will ich nicht. Wechseln ist aus finanziellen Gründen schwierig. Ich muss nehmen was ich mir leisten kann und bei unserer Infrastruktur erreichbar ist, auch wenn es Abstriche bei der Qualität und Schnelligkeit bedeutet.

Allerdings: Ich habe gesehen, dass ein Discounter in der Nähe einen Surfstick mit 30 Tage Flat (5GB) zu 14,99€ anbietet. Einmalig mit diesem Stick etwa 30€. So als Notfalloption ist das vielleicht gar nicht so übel.

Hat jemand von Ihnen einen Tarif oder sogar den Stick von Lidl Connect und kann sagen ob der etwas taugt? Ist ja nur für den Fall der Fälle. [Aldi soll auch haben, aber da komme ich seltener hin, unser Lidl ist barrierefreier.]

Nächste Woche versuche ich das Ding hier wieder in gewohnte Bahnen zu lenken.

Schon seit ein paar Tagen überlege ich ob ich nicht Frau Ernst eine kleine Einsendung für ihren Aufruf schicken soll. Aber was? Frau Ernst sucht Geschichten zur Inklusion für ein Ebook.

Haben Sie Vorschläge?

Ich bin durch das ganze Computer-Chaos – erst mein Internet weg, dann Philipps Computer kaputt -, wie leer. Mir fällt das Formulieren schwer. Aber ich muss meine Triebfedern wieder in Gang bekommen.

Oder mögen Sie vielleicht selber etwas einschicken? Vielleicht mag ja eine/r, der noch nicht Betroffenen einen kleinen Tatsachenbericht oder eine Halbfiktion (oder…) hinschicken, darüber wie es ist mit behinderten Bloggern zu diskutieren und interagieren, viele von Ihnen folgen ja mehreren mit verschiedenen Behinderungen. Oder was ganz anderes.