Anderer Leute Worte

Wie viele Jahre wird es noch brauchen bis die Leute verstehen, dass der Rollstuhl nicht böse ist? Ich bin nicht gefesselt, der macht nichts. Ich weiß auch alles, ich kann alles lernen. Wo schlimm ist, ist dass die Leute so fies sind.

– Sebastian, 10 Jahre.*

 

*Der erste, der jetzt damit kommt, dass ein Hirnschaden aber doch grundsätzlich was mit Intelligenzminderung oder kognitiver Beeinträchtigung zu tun haben müsste bekommt es mit der Gummischweinhupe zu tun und zwar mit 0,2cm Abstand direkt neben dem Ohr! Muss man als Fußball-Verein-Manager eigentlich unbedingt aktiv mitspielen können? Das würde Sebastian brennend interessieren. Gaffen Sie nicht so, andere Jungs, die große Fußballfans sind wollen das auch werden und man managet doch mit kognitiver Leistung und nicht mit einem Rehamittel. Würde(n) ich, Sebastian und das Atelier-Kind jedenfalls annehmen.

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Anderer Leute Worte

Auf dem Blog Spontis von Robert Forst lese ich eigentlich eher gelegentlich und nur still mit. Robert und seine Mit-Autoren schreiben über die sogenannte schwarze Szene und Sie wissen ja, früher … habe ich Ihnen erst letztens unter der Etüde für das Projekt und Christiane und textstaub wieder erzählt. Aber auch in Humor ohne, aber mit schwarz. Und Musik aus der Richtung hatten wir hier auch ein paar Mal.

Heute habe ich auf Roberts Blog einen Artikel der Autorin Flederflausch gefunden und mir gedacht, vielleicht, wäre ich heute noch äußerlich schwarz – innen bin ich vielleicht noch zu gewissen Teilen so wie ich das mal definiert habe -, würde ich das so ähnlich sehen wie sie es sieht. Realistisch gesehen bin ich zu lange aus der Szene raus um das einschätzen zu können. Und zu dem was die Clubs angeht könnte ich eh nichts äußern, unabhängig davon auf welche Gruppe so etwas abzielt. Ob ich in eine „Location“ reinkomme liegt an deren Barrierefreiheit und als behinderter Schwarzkittel waren Sie damals schon nicht überall willkommen, was aber nicht an der Szene liegt. Das war überall so; außer vielleicht bei den Punks, bei denen viele von uns jungen Leuten mit Behinderung damals landeten und nicht im Mainstream wie unsere Eltern das gerne gesehen hätten. Wir wollten nicht von den nicht Betroffenen assimiliert werden, wir wollten kein „du musst so oder so sein“, wir wollten unsere eigene Identität finden. Wie die meisten, eigentlich alle, jungen Menschen, nur hat man uns das nicht im gleichen Maße zugestanden, weshalb wir uns manchmal etwas verspätet und dann nach außenhin radikal wirkend emanzipierten.

[Nein, Annika, auch daraus kann ich dir keine Geschichte machen. Das fällt zwar in die Zeit von dergl zieht (wäre gezogen) ins Schloss, aber das ist auch keine schöne Geschichte. Geschichten von großen Dummheiten sind nie schön.]

Falls interessiert was auf Spontis geschrieben wurde: Von der Entzauberung des Dunkeln – oder: Mimimimimimimi

Anderer Leute Kuratorien

Falls Sie mal was anderes lesen möchten:

Daily Routines (Englischsprachig) wird zwar nicht mehr weiter geführt, aber wenn Sie sich einmal eingelesen haben finden Sie sicher eine berühmte Persönlichkeit, deren Routinen Ihren eigenen entsprechen. Die Schriftsteller-Kategorie ist am ausgefeiltesten.

Ich bin mir sicher, dass das vongestern Blog von einigen von Ihnen schon genauso lange und intensiv gelesen wird wie von mir. [Da findet man nicht nur Lacher, sondern auch Rechercheinhalte.]

Falls Sie interessiert was man den Jugendlichen in meiner Generation für „Geschichten“ erzählt hat, empfehle ich Ihnen die Fotoromane und wenn Sie dabei noch Spaß haben wollen, die kommentierten. Bringen Sie Zeit mit.

[Die von 1995/96 habe ich im Original gelesen und die Mädchen auf meiner Schule – Geschlechterrollen! -, nahmen das für bare Münze beziehungsweise fanden das erstrebenswert. Mich hat es verstört nach dem Motto Kann sich denn nirgendwo einer normal verhalten? Ich fand sie dämlich, aber das sollten wir als Rollenbilder nehmen, so seien halt alle Mädchen von staatlichen Schulen…]

Für den Alf hörenden Laufsportler: Alf-Mode (1988) Das Model sieht aus wie E., mit der ich zur Schule gegangen bin, aber die war 1988 erst sechs Jahre alt und hat keine ältere Schwester.

Für die Hundehalterin mit dem Limettenfaible: Mexikaner-Fete (1990), inklusive Fettichfraß.

Wenn ich noch was auf irgendeinen hier lesenden Menschen passendes finden sollte trage ich es nach. Vielleicht.

Anderer Leute Worte

Falls Sie bis Mittwoch auf irgendeine dieser Großveranstaltungen zu gehen planen an denen man mit Zuckerzeug beworfen wird und gezwungen feucht-fröhlich sein muss und bemerken, dass diejenigen Menschen, die vielleicht neugierig und fröhlich, aber in irgendeiner Art und Weise anders sind (sei es von der Herkunft, Hautfarbe, Religion, physischen Merkmalen oder sonst was) irgendwie nicht dabei sein dürfen, denken Sie über diesen Artikel auf dem Landlebenblog nach, in dem Friederike Kroitzsch von der Geschichte einer Ausgrenzung erzählt.

Anderer Leute Worte

Zuerst gesehen beim Unverlinkbaren, der als Sohn einer Heroin-Userin aufwuchs und zwar mit allem, was man da zu sehen bekommt und nicht nur als Kind nicht mal eben wegstecken kann und heute auch bei textstaub: Sick über Suchtprävention via Youtube.

Dazu passend folgendes, sonst wäre es irgendwann vielleicht im Musikprojekt aufgekommen. Ich mag es nicht wirklich, aber es geht um das was sie singt und dafür brauchen Sie kein Heroin oder einen anderen Stoff, dieselbe Dynamik gibt es auch mit den die Sucht unterstützenden Angehörigen, die zu zu nah dran sind.

[Zum Beispiel Mikesch, die damals noch nicht selber „drauf“ war für den dergl-Vater – für den zerriss sie sich, für den verhungerte sie, für den vergaß sie sich… oder der Diddl-Maus-Junge für Mikesch – für die zerreißt er sich, für die vergisst er sich… und mangels anderer Erfahrung findet er das so wunderbar (das gibt ihm das Gefühl was wert und unersetzbar zu sein).]

Anderer Leute Worte

Und noch mehr gut Gesagtes von jemand anderem. Diesen hier lesen viele, aber nicht jeder von Ihnen, also schauen Sie mal hin, schon von gestern: Glumm über Die Rückkehr der lächerlichen Leute , auch bekannt als Trump und die Clique, die in Koblenz meinte, sie müsste irgendwelche Nationen befreien. [Meine das nur ich oder erinnert der Wilders auch Sie auch optisch an Grandpa Munster?]

Und noch einen nachgetragenen völlig anderen Lese-Hinweis, weil gerade so kalt ist (kalt ist mehrdeutig gemeint): Auf dem Ankerherz-Blog erzählt ein junger Mann, er heißt Dominik Bloh, der zeitweise in Hamburg ohne Obdach war/ist in der Rubrik „Ankerschmerz“ vom Leben da draußen. Heute davon wie viel Leben in eine Sporttasche passt.

[Ganz „völlig anders“ ist es doch nicht, wir wissen doch alle was die, über die Glumm schreibt von Menschen ohne Wohnung halten und die Gewalttaten gegen Menschen ohne Obdach nehmen auch zu. Das hängt alles zusammen.]

 

Update: Nochmehr von Ankerherz