Kleinigkeiten

Ich warne Sie, man könnte das eine Sonderedition für diejenigen, die mich als zu sachlich empfinden nennen. Ich kann auch anders.

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Zuerst: Happy Birthday, M.!

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Das mit dem geschlossenen Kommentaren für Artikel älter als eine Woche: Es tut mir leid um die vertane Diskussionsmöglichkeit, aber es hält den Spam fern. Damit kein Missverständnis entsteht, ich mag Kommentare. Auf den Tintenklecksen ist deshalb nicht kommentierbar (außer im Gästebuch), weil ich nicht wüsste wie diese Stücke kommentierbar sein sollten. Auch wenn mehrmals Bedauern darüber ausgedrückt wurde.
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Ich habe hier eine Leserin, die auch Mikesch heißt. Es braucht mir niemand panische Mails schicken, das ist nicht unsere Mikesch. Das Puppenspiel hat mehr als einen Fan auf der Welt und es ist nur logisch, dass bei der Erstausstrahlung auch andere Kinder fasziniert vor dem Fernseher saßen und die Erinnerung bis heute schön ist. Ich mag den Ziegenbock.

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Wir haben endlich ein Hotel für meinen März-Besuch. Hoffentlich macht das Ding keinen Mist mit unserem Frühbucher-Rabatt. 30€ für ein Einzelzimmer pro Nacht sind super. Gleich am Hauptbahnhof sollte auch kein Problem ala unheimlich sein an einem Freitagabend um spätestens 21 Uhr. Im März könnte es dann auch schon wieder noch hell sein oder wenigstens nicht mehr stockdunkel. Mein Besuch ist so gut wie nachtblind, sehen im Dunkeln ist durch Lähmungserscheinungen für sie enorm anstrengend und sie wird auch nach drei Stunden Kurs ziemlich zerschlagen sein. Raten Sie übrigens was per Gesetz mal wieder als Ehrenamt gilt, wofür also keine Assistenzkosten von irgendeiner Stelle getragen werden. Sie bräuchte eigentlich auch jemanden.

Wessen Schuld wäre es dann wenn sie im Kurs nicht aktiv mitmachen könnte? Richtig, ihre eigene. Ach, das sollte von ihr aus gesehen gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion sein und es ist für Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, so dass man da auch mal Sozialkontakt hat? – Ja, Moment, wir haben da doch so ein… ja, hier, Teilhabegesetz! Aber da steht nichts über Kurse drin… teilhaben Sie also gefälligst auf Selbstkosten oder nur von zu Hause aus.

Sie merken es, ich werde bei dem Thema mittlerweile leicht sarkastisch. Ich könnte eine ganze Armee von Fliegern basteln wenn ich alle Ablehnungsbescheide wegen irgendetwas, das für Menschen ohne Assistenzbedarf selbstverständlich ist falten würde. Wenn ich die anderer Leute dazu nähme könnten wir eine Kunstperformance daraus machen uns alle gegenseitig zu bewerfen. Ernsthaft, das liest sich nur witzig, man könnte das mit einem ernsten Titel versehen und es würde klappen, nur versteht diese Art Kunst heute keiner mehr.

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Es ist seltsam: In Heidelberg konnte ich ohne Angst nach 22h am Karlstor – wurde dann in „Altstadt“ umbenannt – auf den Bus warten und da ist um die Uhrzeit so gut wie nichts mehr los, jetzt mache ich mir einen Kopf, ob in sechs Monaten in Düsseldorf jemand um 20h auf belebten Straßen noch gut „nach Hause“ kommt. Entweder ich werde alt oder es ist der Stress gerade und weil wir bis wir uns entschlossen haben, das zu versuchen – wir kannten die Rabatte nicht und die regulären Preise sind zu hoch für uns – immer wieder Nieten gezogen haben. Da keine von uns in der finanziellen und mobilen Situation ist zu verreisen kennen wir uns in dem Metier nicht aus. Auch die Onlinereservierung war für uns ein relatives Novum.

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Gute Menschen: Ich habe beim Sondermüllfahrzeug meine Stofftasche verloren und der zunächst nur mit Bildzeitung lesen beschäftigt wirkende zum Fahrzeug gehörende Mensch bringt sie mir hinterher.

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Ich habe die Beine voller schwarzer Hämatome und weiß nicht warum. Vielleicht bin ich des Nachts in den Schrank gefallen.

Was mich stört sind die davon unabhängigen Fußschmerzen morgens, wahrscheinlich Brennende Füße Syndrom. Aber natürlich bekomme ich kein Rezept für Antikonvulsiva… Das übliche also. Hier wäre interessant zu wissen, ob eine/r ohne sichtbare Behinderung von irgendwem ein Rezept bekommen hätte.

Kennt jemand ein gutes Vitamin B-Präparat unter zehn Euro?

Außerdem muss man hier schon deshalb gehen können um an Latschenkiefer-Fußbad zu kommen. Eine Apotheke führt das noch und die ist in einem anderen Stadtteil…

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Ich habe diese Woche eigentlich ein schönes Stückchen fabriziert, quasi ein Überbleibsel von dem, das ich dem Unverlinkbaren nicht einreichen durfte, aber ich weiß nicht ob ich es jetzt und wenn hier oder auf den Abweichungen haben will.

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Wir haben noch keine Ahnung was wir an meinem Geburtstag machen oder essen werden. Ich wollte erst nach Düsseldorf rein, schauen was die Vinylläden haben und ob der Remittenden-Händler meines Vertrauens etwas Interessantes hat beziehungsweise was die entsprechenden Läden für die DVD mit dem Beuys-Film von Veiel nehmen – wahrscheinlich nicht wenig, weil er dann frisch erhältlich ist -, aber da ich eine Woche vorher wenigen Mikesch etwa 50km fahren muss kann ich mir das nur so schenken, wie man es als Synonym für „Geht nicht“ versteht.

Auch von Interesse gewesen wäre vielleicht ein Ausflug nach Essen gewesen, aber das sind auch zig Kilometer mit entsprechenden Kosten, die wir nicht aufbringen können. Ich wollte schauen ob es bei der Namen und Steine-Strecke [ein Kunstprojekt von Tom Fecht] auch einen Stein für Klaus Nomi gibt. Seine Tante lebte in Essen und er hat auch dort gearbeitet, das bedeutet, er hat eine Verbindung zu der Stadt.

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Ich bin letztens mal wieder gebeten worden etwas gegenzulesen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Ich kläre das grundsätzlich in privaten Mails mit den jeweiligen Personen und ich helfe auch fast allen gerne.

Aber ganz generell: Es ist total unrealistisch (sic!), dass ein 25 Jahre alter Mann, der vorher schon nicht viel von Regeln gehalten hat sich auf keine Weise wehrt und absolut keine Aggression zeigt wenn er nach einem Unfall, von dem eine Behinderung zurückbleibt von seinem Typen behandelt wird wie ein Kleinkind.

Kein Erwachsener lässt sich widerstandslos ein Geschirr – nicht das zum Essen – anlegen, damit irgendwer anders immer weiß wo er ist, kein Erwachsener lässt sich mehr als nötig in seiner Selbstständigkeit beschneiden nur um ein Plätzchen in die Hand gedrückt zu bekommen. Das ist altersgemäß 25 Monate, aber nicht 25 Jahre. Und es ist das Gegenteil von Liebe wenn die Angehörigen Rehabemühungen sabotieren. Das hat nichts mit Hilfe, Unterstützung oder Assistenz zu tun und ist auch nicht romantisch oder süß, das ist entwürdigend und entmündigend! Keine real(istisch)e Person lässt sich das bieten. Selbst Menschen mit hochgradiger geistiger Behinderung zeigen irgendein Protestverhalten und wenn sie sich bewusst erbrechen, einnässen oder –koten, weil sie keine andere Möglichkeit haben sich zu artikulieren – eine jede halbwegs intakte Psyche rebelliert. Man braucht keine Fachliteratur um das zu wissen.

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Was soll ich in Marburg? Da ist das Literaturarchiv, aber was habe ich damit zu tun?

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Noch zwei hinzugefügte Hinweise auf Artikel aus den Kobinet Nachrichten:

Zur Situation in Psychiatrien: Psychatrie-Enquete Now

Zur „Vergangenheit“ diverser Instititionen: Aufarbeitung von Unrecht in Einrichtungen

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Und noch einen Zusatz: Friederike Kroitzsch vom Landlebenblog war oder ist noch in Verdun. Bilder anschauen und nachdenken! Krieg ist nicht toll, Krieg reinigt auch nichts – wie der in Verdun gefallene Franz Marc lange Zeit dachte -, brauchen wir nicht noch mal.

August Macke (sehr früh im ersten Weltkrieg gefallen) hat passend in einem seiner letzten Briefe nach Hause geschrieben, dass die Menschen, die [in Deutschland] im Siegestaumel leben, das Schreckliche des Krieges nicht kennen. [In indirekter Rede, weil ich nicht versehentlich ein Wort im Zitat verdrehen will.] Gilt auch für die, die heute in diesem Land „Hier!“ schreien. Wir sollten froh sein, dass wir zumeist keine direkte Ahnung haben wovon wir reden und man muss auch nicht wirklich alles am eigenen Leib erfahren haben. Das ist kein Happening.

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2 Gedanken zu “Kleinigkeiten

  1. In deinem Beitrag stecken so viele bedenkenswerten Gedanken und Fakten, dass ich lieber gar nicht mit dem Kommentieren beginne… Für deinen Geburtstag wünsche ich dir von Herzen, dass du etwas tun kannst, das dir in wirklich guter Erinnerung bleibt.

    Gefällt 1 Person

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