Kleinigkeiten

Die Herren Mit-Künstler und Atelier-Kind machen derzeit in Enkaustik. Ich habe mir einen Infekt eingefangen und stehe so neben mir, dass ich meine Stangentusche nicht anrühren kann ohne schwindelig zu werden. Das ist auch der Grund warum ich derzeit nur „verfügbar“ bin wenn ich wegen dem Unvermeidlichen – krank sein gilt als Feuerwehrmensch nicht, es war schon ein Glück, dass ich einen für morgen feststehenden Amtstermin deshalb absagen konnte, normalerweise wollen die das xfach bescheinigt, Mikesch ist natürlich nicht begeistert -, sowieso online bin.

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In meiner Wohnung muss mal wieder ein Single-Mann wohnen, weil es hier kein Dekozeug gibt. Ich hasse Staubfänger und ich kann immer noch nicht nachvollziehen wo genau es in der Biologie (oder sonst wo) verankert sein muss, dass man als Frau unnützen Krempel toll zu finden hat.

Außerdem ich immer mit meinen einfarbigen zeitlosen Klamotten. Ich muss ein Mann sein…

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Der Mit-Künstler will demnächst im Ruhrgebiet Emil Nolde schauen. Aber nicht mit mir. Ich kenne den Bestand schon und noch eine Ausstellung ohne Atelier-Kind kann ich mir nicht erlauben. Er ist immer noch sauer weil ich ihn Ende Mai nicht mit nach Essen genommen habe.

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Apropos Atelier-Kind: Erklären Sie das Wort Alien. Warum sagt man nicht mehr Außerirdischer? Und warum heißt das, wenn Pause zum aufs Klo gehen ist auf Deutsch „Pinkelpause“? „Pinkeln“ ist ein komisches Wort – von seiner Warte her gesehen -, warum nicht „Strahlpause“ oder „Tropfpause“? [Von den Gebärden her gesehen wäre das für ihn logischer.]

Und warum dürfen Mama, Papa, sein Bruder und er nicht ins Hallenbad, die Hörenden aber alle ja?

Weil die Badbetreiber so drauf sind wie die Achterbahnbetreiber im Phantasialand.

Und warum kann er nicht „Minions“ im Kino schauen gehen, warum machen die da keine Untertitel oder Gebärdeneinblendungen dazu?

Erklären Sie das einem Kind, das weiß, dass Untertitel in anderen Ländern in der näheren Umgebung ganz normal sind.

Dass ich nicht ins Kino und den Veiel-Film über Joseph Beuys schauen kann weil kein barrierefreies Kino im erreichbaren Umkreis ihn zeigt und das so ähnlich ist, kann er in seinem Alter noch nicht nachvollziehen.

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3 Gedanken zu “Kleinigkeiten

  1. Zumindest zu den Filmen habe ich eine Erklärung, auch wenn sie für das Atelier-Kind eher unbefriedigend sein wird.
    Zum einen ist es so, dass es die Synchronisation in Deutschland schon recht lange gibt und „erschaffen“ wurde, um Filme die nicht auf Deutsch waren, dem Massenmarkt zugänglich zu machen (wie man auf Wikipedia nachlesen kann). Zudem hat man das auch genutzt, um Filme inhaltlich anzupassen und zu zensieren. Tatsächlich ist es so, dass dadurch Filme, die im Original vielleicht eher schlechte Dialoge haben, in der der Sychronfassung besser werden können. Aber natürlich auch anders herum.
    Laut Wiki (aber so habe ich mir das auch schon gedacht, ich wollte nur wenigstens ein bisschen nachgelesen haben) hat sich die Sychronisation in vielen europäischen Ländern entweder nicht rentiert, weil die Bevölkerungszahlen zu gering waren, oder die Länder wollten das einfach nicht, wie zB die skandinavischen Länder. Die Deutschen haben sich wahrscheinlich einfach dran gewöhnt und wollten es dann nicht mehr missen.
    Aber ich glaube nicht, dass zB die Minions als Animationsfilm im europäischen Ausland mit Untertitel gezeigt werden. Die allermeisten Kinderfilme werden nämlich doch synchronisiert. Und zB in Frankreich ist der Markt der Synchronisation ähnlich groß wie in Deutschland.
    Ich hab gerade mal geschaut, man findet auf Youtube den Trailer zu den Minions auf Schwedisch und Dänisch und Polnisch. Doof, ich weiß…

    Liebe Grüße

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    1. Ich verstehe die Argumentation, läuft aber in die falsche Richtung. Untertitel wären laut der Barriefreiheit im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention, unterzeichnet von Deutschland 2009, eigentlich Pflicht, das hat mit Syncronisation nichts zu tun. Niederlande – hat, wenn nicht genrell, dann in extra Vorstellungen, dann gibt es eben zwei Filmfassungen und oft auch noch für Sehbehinderete eine Hörfilmfassung, Norwegen -hat, Schweiz – vereinzelt, nur als Beispiele, von denen ich es eben weiß, weil ich da Leute kenne. Und nun erklären Sie einem Kind, das bald in die vierte Klasse kommt, warum Deutschland pennt. Beziehungsweise zu geizig ist.

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