Kleinigkeiten

Ich merke, dass ich ruhiger werde nun wo es morgens schon etwas länger dunkel ist. Auch das Regenwetter gefällt mir ausnehmend gut. Aber ich möchte bitte gerne endlich Lebkuchen.

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Ich habe gelegentlich das Bedürfnis wieder Englisch zu schreiben. Them lot schlagen folgendes vor: Irgendeinen Mist hinkritzeln und den Mist im Anschluss bei irgendeiner dieser Story-Plattformen unter einem Pseudonym, das gar nichts mit mir oder meiner Persönlichkeit zu tun hat hochladen. Schauen ob ich da als Teenager durchgehe. Ich verstehe, dass sie mir sagen wollen, dass das ein Weg sein könnte um mit meiner Jugendzeit, an die ich nur sehr wenig Erinnerungen habe, in Kontakt zu kommen.

Aber ich glaube: Nicht.

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Ich habe übrigens tatsächlich 1999 auf einer amerikanischen Plattform auf Englisch erstveröffentlicht und dann später in gedruckten Anthologien.

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Im Laufe der Woche bei einem Arzt gewesen. Damit das klar ist, ich bin nicht „du“ und ich bin niemandes „Mädchen“.

[Nichtbehinderte Frauen würden das nun ganz locker und logisch als Sexismus deklarieren, wenn ich das tue, sehen Teile der exakt selben Gruppe die Diskriminierung nicht.]

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Zwei Frauen, das die mir gelegentlich wenn ich in der Innenstadt zu tun habe entgegenkommtem, kamen mir entgegen.* Ich vermute, dass es sich um ein lesbisches Paar oder um eine Frau und einen Mann mit Transgeschichte handelt. Statt einem kurzen erkennenden Nicken wie mit einer bestimmten Buchhändlerin wird von denen systematisch weggeschaut.

[Menschen, die nicht selbst einer Minderheit angehören können sich oft nicht vorstellen, dass auch Angehörige von Minderheiten Vorurteile und Berührungsängste gegenüber anderen Minderheiten haben, denn die sind doch selber…, aber so läuft das nicht. Vielleicht kommt es irgendwann mal dazu, dass sich etwas für die Abweichungen gibt über eine Lesbe mit Behinderung, die innerhalb eines irgendwie nicht-heterosexuellen Kontextes von nicht-heterosexuellen Menschen geschnitten, gemieden, ge… wird. Vielleicht ist das was für Adelheid.]

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In dieser Woche erstmals etwas in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden. Normalerweise tue ich nur etwas rein und ein paar Stunden später ist es bereits weg, weil es heraussticht. Der örtliche Bücherschrank besteht vorwiegend aus Konsalik, Simmel, Utta Danella und so Grauszeug. Ich habe einen Kishon gefunden. Auch nicht mein Ding, aber ich dachte, ich versuche ob es mir noch etwas gibt. Als ich noch sehr junge Bibliothekarin war habe ich des Öfteren Kishon gelesen, wenn es nichts zu tun gab. Das andere, das räumlich erreichbar gewesen wäre, wäre damals die Abteilung mit der „Erfahrungen“-Edition von Bastei Lübbe gewesen. Nein Danke. Kishon war wenigstens lustig. Ich erinnere mich heute noch an die Geschichte mit dem Lötkolben. Sie war leider nicht in dem Buch, das ich dem Handschuhschenker weitergegeben habe.

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Apropos Grauszeug [alle normalen Leser müssen jetzt stark sein]: Liebes Fellmonster, das mal Trump-Fanfiction analysieren will, kennst du die mit Twitterpöbler x Walmart? [Mein Spam-Ordner hatte gerade Ruhe…]

Nein, ich muss das nicht anlesen. Die hatte schon so ein eklig rosa Cover. Aber vielleicht war das Absicht von wer auch immer dafür verantwortlich zeichnet. Nichts gegen die Muppet Show, aber der Choleriker hat gewisse Ähnlichkeit mit diesem Toupet tragenden Schweinemann aus Schweine im Weltall. Auch vom Intellekt her.

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Ich hatte jemandem eine Bezugnahme auf das Thema Arbeitsjournal zugesagt, da mir Fragen gestellt wurden. Ich mache es, aber wohl nicht so bald wie ich dachte. Ich komme im Moment zu fast nichts. Bis Montag gar nicht. Aber ich vergesse es nicht.

 

*Das passiert wenn man nicht zwischenspeichert und den halben Satz nochmal, aber anders schreibt. Er fing ursprünglich mit Ein Frauenpaar, das… an.

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7 Gedanken zu “Kleinigkeiten

  1. Ich kenne nur eine Trump-Fanfiction und bei einigen anderen nur die Inhaltsangaben, aber ich glaube, ich muss mal wieder seine Twitter-Pöbeleien lesen. Was die Fanfiction betrifft, bin ich schon froh, wenn es zu einem Leseeindruck reichen wird. Eine Analyse dieses Themenkomplexes bedarf mehrerer Caipis, und die darf ich zurzeit nicht. 🙂
    „Schöne“ Idee für ein Opfer an den Fußballgott: Jeden Tag Trump-Fanfiction lesen.
    Ich glaube, ich fange an, mich mit einem HSV-Abstieg abzufinden …

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  2. Was mir bei einem Fest unserer Gartenausbildungsgruppe AMEA (gr: Menschen mit besonderen Bedürfnissen) auffiel: außer den Azubis und deren Eltern, Freunden, Betreuern war ein junger Mann mit sehr schweren Störungen erschienen. Er schrie , grummelte, drohte seinen alten Eltern oder verstummte finster. Eine unserer Jugendlichen schaute kurz hin, sie wirkte bestürzt , suchte Abstand. In ihrer Gruppe fühlt sie sich wohl.
    Aber, so schien sie sich zu fragen, warum ist dieser hier? Ist er einer von uns? Bin ich eine wie er?
    Wie selbstverständlich werden Menschen mit verschiedenen Behinderungen und speziellen Bedürfnissen, alle zusammen
    , von den „Normalen“ zu einer Gemeinschaft zusammengefasst. Dein Lesbenpaar will wohl nicht einer „Minderheit“ subsumiert werden, kämpft auf seine Art um Normalität, was zu Abgrenzung von irgendwie „nicht Normalen“ führt. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum anzunehmen, Angehörige von Minderheiten seien toleranter gegen „Abweichungen“ anderer Minderheiten. Das Gegenteil ist eher wahrscheinlich. Toleranz setzt die eigene Sicherheit, nicht „dazuzugehören“ voraus. Je ungefährdeter desto toleranter.
    Ich weiß nicht, ob ich meinen Gedanken in der Kürze verständlich machen konnte.

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    1. Doch, Gerda ich verstehe dich. Ich vermute aber, dass der Fall mit den zwei Frauen bzw. der Frau und dem Transmann (ist schwer zu sagen, kann eine sehr maskuline Lesbe sein, kann aber eben auch ein Mann sein, der physisch und hormonell nicht entsprechend zur Welt kam) mir gegenüber ist noch mal anders. Erstens, es gibt dieses „Gaydar“-Phänomen, dass du also andere „spüren“/“riechen“/sonst wie erkennen kannst, die werden merken, dass ich auch bin und zweitens viele nicht-heterosexuelle Frauen sind wie auch eine mehr oder weniger große Zahl heterosexueller Frauen Feministinnen. Das ist gut und richtig. Aber besonders bei nicht-heterosexuellen Frauen habe ich mitunter erlebt, dass das überspannt wird und alles was irgendwie mit dem weiblichen Bild in der Gesellschaft assoziiert wird abgelehnt wird – muss jede selber wissen, kann aber wie alles an das man sich sehr „fixiert“ übers Ziel hinausschießen und zu Scheuklappen führen -, und ein weibliches Bild ist ja der Komplex „Kümmern/Pflege/für jemanden sorgen“, das hängt viel mehr mit dem weiblichen Bild denn dem männlichen zusammen, und ich glaube, dass ist eher das Problem. Denn einerseits bin ich ja wie die und andererseits fordert das Bild, das die von mir haben (wir kennen uns ja nicht) sofort wieder diese patriachistische Assoziation heraus, „eine, um die man sich kümmern muss“. Ich vermute, das ist es eher. Kann natürlich sein, dass es sich um eine Projektion meinerseits handelt, weil ich das schon oft erlebt habe.

      Und es ist möglich, dass wir, du und ich, in der Essenz von derselben Sache reden.

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      1. Das ist eine interessante Variante: nicht hinschauen, weil man siech aufgefordert fühlen könnte, sich zu kümmern, was seinerseits eine typisch weibliche Reaktion wäre, die es zu vermeiden gilt.
        Wahrscheinlicher scheint mir freilich, dass die beiden so aufeinander fixiert sind, dass sie die Menschen ringsum gar nichtwahrzunehmen wünschen -egal um wen es sich handelt.
        Wie auch immer, deine Beobachtung hat was.

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        1. Das glaube ich weniger, wäre aber von deiner Position aus eine logische Schlussfolgerung. Ich sehe die zwei recht häufig und seit Jahren und es wird wenn die mich sehen, demonstrativ weggeschaut, sonst nicht, bei keinem bzw. keiner. Ich weiß nicht wie auf einen Mann mit Behinderung reagiert werden würde und natürlich auch nicht so genau ob die bei einer heterosexuellen behinderten Frau genau so demonstrativ wären.

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