Mikesch-Zitat der Woche

Ich finde das gemein mir gegenüber von dir, dass du so viele Medikamente vom Arzt gekriegt hast.

Ich habe ein paar Tage überlegt, ob ich das machen soll, aber Sie sind hier Härteres gewohnt. Lesen Sie das mehrmals und lassen bei Wiederholungen das Wissen weg, dass es sich um einen suchtkranken Menschen handelt. Sagt viel aus, oder?

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12 Gedanken zu “Mikesch-Zitat der Woche

    1. Verstehst du was sie mir eigentlich sagen will, sich aber nicht traut, weil man das „nicht darf“?

      (Und als Tablettensüchtige ist es nicht so, dass sie keine bräuchte, aber in dem Satz geht um mehr als dass ich etwas habe, dass sie nicht hat.)

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        1. Das ist ihre generelle Attitüde. Aber das meint sie nicht. Was sie meint: Wieso gibt mir überhaupt einer Medikamente, wäre doch billiger und schneller ohne. Noch impliziter kann ich das nicht ausdrücken. Oder doch: dergl soll verrecken.

          [Deshalb sagte ich ja, beim wiederholten Lesen ohne das Wissen um ihre Krankheit lesen.]

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            1. Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass ich das sage und es nicht bitterernst meine.

              Ein Schulfreund meines Bruders ist zu Grundschulzeiten tödlich verunglückt, die Mutter hat den Unfall aus dem Fenster mit angesehen. Mikeschs Kommentar: Sie kann nicht verstehen, warum die Frau so einen Zirkus macht, die hat schließlich noch mehr Kinder. Und damals war weit vor der Sucht.

              Ein Junge in meiner Klasse und ein Mädchen, das ich kannte, wo jeweils ein Elternteil verstarb (Krebs und Arbeitsunfall) sollten übrigens aufhören so zu tun als wären sie wichtiger als andere. Wenn du ca. 14 Jahre alt bist und siehst deine Mutter ganz langsam und qualvoll dahinsiechen, dann bist du als normaler Mensch fertig! Wenn du als Kind von der Schule nach Hause kommst, denkst an nichts böses und man sagt dir „Papa ist tot!“, dann bricht die Welt zusammen!

              Auch das war weit vor der Sucht.

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                1. Weiil ich amtlich-gerichtlich verantwortlich bin, darum geht es doch in dem ganzen Blog. Ich bin die, die amtlich-gerichtlich verdonnert wurde die „Pflege“ zu machen. Freiwillig würde ich seit etwa 15 mit ihr nicht mehr reden.

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                2. Da möchte ich an dieser Stelle mal – aus reiner Unkenntnis – eine dumme Frage stellen: Darf man denn eine solche „Pflege“, gegebenfalls mit dem Hinweis auf die Tatsache, dass man ansonsten seit Ewigkeiten freiwillig nicht miteinander gesprochen hätte, nicht auch ablehnen?

                  Ich meine, man kann doch dazu nicht gezwungen werden, wenn da draußen gleichzeitig auch Alternativen gäbe, die eine solche Betreuung auch übernehmen könnten, oder!?

                  Wie gesagt, ich kenne mich damit nicht aus, vielleicht stelle ich mir das zu naiv vor… 🙂

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                3. Zu naiv: jein (ist nicht persönlich).

                  Erstens: Je weniger du mit dem Mensch zu tun hast je besser, weil die denjenigen rauspicken, der den zu pflegenden am leichtesten „unter Kontrolle“ halten kann. Mir tanzt Madame nicht auf der Nase herum. Will nicht/kann nicht/habe selber Behinderung/selber Kinder ist kein Argument, du bekommst das übergestümpt und damit hat es sich. Klagen (ich klagte) erfolglos.

                  Zweitens: Welche Alternativen? Die dürfen ja nichts kosten. Es gibt im Fall Mikesch, die ja sehr lange noch gearbeitet hat, trotz Betreuung, die alte Tante (über 80), den Stiefvater (der auswärts arbeitet) und den Diddl-Maus-Junge (besorgt ihr aber den Stoff). Es ist keiner da, da da sonst aus Amtssicht rankönnte.

                  Schau mal, Stand von vor zwei Jahren: https://faedenrisse.wordpress.com/2015/09/02/die-feuerwehrfrau/

                  Zwischen der Situation damals und heute liegen noch die Psychiatriesachen Januar bis März 2016. Hier sind einige verlinkt: https://faedenrisse.wordpress.com/2017/01/20/vakuum/

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                4. Vielen Dank für die Erklärung, jetzt sehe ich das ein bisschen klarer.

                  Ich hätte nicht gedacht, dass für eine solche Betreuung häufiger Angehörige eingesetzt werden. Ich ging ursprünglich davon aus, dass das Amtsgericht einen dafür geeigneten, vorzugsweise Nicht-Verwandten, gesetztlichen Betreuer ernennt ( einen solchen gesetzlichen Betreuer meinte ich mit „Alternativen“) und – falls der zu Betreuunde nicht über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt – auch die Kosten übernimmt.

                  Tatsächlich verhält es sich aber wohl so, dass hinsichtlich der Kosten ggf. auch die Angehörigen in die Pflicht genommen werden können, oder!?

                  Ich finds irgendwie unfassbar, dass man sich nicht gegen einen Zustand wehren kann, den ich persönlich an Deiner Stelle als extreme physische und psychische Belastung empfinden würde! 😦

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                5. Ja, die Angehörigen können auch wegen der Kosten in die Pflicht genommen werden, das ist aber nicht außergewöhnlich. Bei „normalen“ Pflegefällen (zum Beispiel Senioren) ist das auch so, dass die Angehörigen überprüft werden und dann gegebenenfalls zahlen müssen (das gibt es sogar unabhängig von Pflege oder Krankheitsfall bei ALGII (vielleicht auch schon ALGI ab bestimmten Alter, bin da gerade unsicher), da werden erwachsene Kinder auch überprüft und müssen gegebenenfalls zahlen.)

                  Externe gesetzliche Betreuer gibt es (hier zumindest) fast nur für Menschen, die in Heimen „leben“ und wo wirklich keiner mehr da ist, der sonst… Auch bei Menschen mit kognitiver Behinderung sind es hier fast immer Angehörige, sofern noch wer lebt).

                  Es IST belastend, aber nicht zu ändern. Irgendwann kommt man dahin – nicht nur ich – das als Beruf zu sehen. Da hatte ich hier auch irgendwann mal was drüber, frag mal die Suchmaske nach dem Tausendfüßler, wenn du willst.

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