The Invisible Man (Men, more likely)

„Wann sind Sie geboren?“ *schaut in Karteikarte* „1980.“

„Hmhm.“ [Oder so.]

„Haben Sie als Kind mal ‚Es war einmal das Leben‘ gesehen?“

Recht oft, aber das kann ich ihm nicht mehr mitteilen.

„Dann kann ich ja singen. Dann kennen Sie ja Männchen im Körper.“

Ich hätte gerne losgelacht, mir gefällt dieser Humor, aber das ging auch schon nicht mehr.

 

[Wem der Kontext fehlt.]

Mitte August ist Nachsorge und ich erfahre ob „groß geschnitten“ wird. So lange stehe ich ohne Medikamente da – „Das muss alles raus“ – und renne quasi-bewusst mit einer halb-offenen Wunde rum. Wieder keine feste Nahrung – technisch geht es, aber ich soll nicht – und ich soll „endlich mal zur Ruhe kommen.“ Auf die Frage wie denn, kam „Fahren Sie in Urlaub.“ Auf die Frage wovon, die (ernst gemeint) geniale Antwort (für einen Arzt): „Ach so, ja, das Gesetz. Sie sehen halt nicht so aus.“

Adelheid

Heute Vormittag war sie einfach da.

Ich weiß nur noch nicht was ich mit ihr machen soll. Allerdings klingt Adelheid vom Namen her auf jeden Fall schon mal altersmäßig näher an Jule und Swantje wäre also vermutlich ein Fall für die Abweichungen, in denen ich gern wieder eine erwachsene Protagonistin hätte. Wenn ich denn ihre Geschichte kennen würde.

Kommt vielleicht noch.

Retro

Und dann kommt man auf der Straße an einem Plakat vorbei, das eine 90er Party ankündigt, liest wer alles da auftreten soll, denkt, dass man nie verstanden hat was die Leute an dem und dem gefunden haben, und wie nötig Mittvierziger (mutmaßlich) das Geld haben müssen um heute auf irgendeiner Clubkiste noch als Boyband oder „90er Sternchen“ aufzutreten, weil man in den 90ern beliebt war.

[Eine meiner wenigen weiblichen Freundinnen der Jugendzeit bekam tatsächlich Ohnmachts- und Kreischanfälle wegen irgendeinem Typen bei Caught In The Act und Wutausbrüche wenn ich den Bandnamen, wie damals nicht unüblich, zu „Kotz In die Ecke“ umfunktioniert habe. Eine andere stand auf „Paaaddyyy!“ Kelly und ist deshalb mehrmals nach Köln abgehauen beziehungsweise hat mich um meine Naturlocken beneidet weil ich damit aussah – ihrer Ansicht nach – wie eine der Frauen. Unsere innerschulische Barbara – eine Klasse höher als wir – musste sich von ihr Barby nennen lassen.]

Kleinigkeiten

[Frollein Polly hat gesagt, sie findet das interessant.]

 

Ich habe mich diese Woche nach zehn Jahren (sic!) an den Titel eines von mir seit Ewigkeiten gesuchten Fachbuches erinnert und der Gebrauchthändler meines Vertrauens hat sogar ein Exemplar für mit Versand unter zehn Euro. Hurra!

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Ich habe festgestellt, ich kann derzeit nicht mit Füller arbeiten. Auch nicht schlimm, ich habe noch drei oder vier von diesen wundervollen Schmierkulis aus der Aldi-Aktion im Winter. Sie schmieren wirklich, aber sie führen sich so wunderbar entspannt.

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Keith Harings Journals noch mal begonnen und es ist wirklich seltsam wie sehr mich, die nur ungern malt, doch malende Menschen beeinflusst haben.

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Zum Glück ist die Flut der FF-Verteidigerinnen, beziehungsweise der Verteidigerinnen irgendwelcher hanebüchener Sachverhalte darin – FF an sich ist ja nicht schlecht – genau so rasch verschwunden wie sie gekommen ist. Sie müssen sich das mal vorstellen, auch Kraftwerk werden zwangsverschwult und die kennt nun wirklich von den jüngeren Leuten sprichwörtlich kein Mensch mehr.

[Nein, ich habe diesen lustigen Text mit der Autobahn nicht im Suff erfunden und nein Das Modell ist nicht (im Original) von Rammstein. Ja, es gab mal einen Zug, der Trans Europa Express hieß und ja, es gibt eine Ananassymphonie, Beweise auf dem Videokanal!]

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Apropos Videokanal: Sie glauben gar nicht was für gequirlte Scheiße Ihnen angezeigt wird, wenn Sie dort Material zum HIV/AIDS aus früheren Zeiten recherchieren wollen. Es ist traurig.

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Das Atelier-Kind hat meinen Sandwichtoaster ausgegraben und in Beschlag genommen. Getoastetes Brot mit Käse und Salami ist nicht ungesünder als nicht getoastetes Brot mit Käse und Salami, der mag sowas.

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Ich habe eine Sorte Lakritz, die mir zwei Leserinneren empfohlen haben (danke!) aufgetan. Für mich IST „Türkisch Pfeffer“ Kinderlakritz, ich fand die einfach nur süß. Aber das ist total subjektiv. Andere Leute essen, im Gegensatz zu mir, ihre Pommes frites nicht mit Erdnussbutter.

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Würde Walburga noch in Berlin wohnen, hätte ich jetzt Zuwachs für meine Nomi-Sammlung.

[Selbst wenn man Mikesch den Sinn von so etwas begreiflich machen könnte, könnte sie mir nicht helfen, da Abgabe nur an Selbstabholer.]

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Hat jemand Erfahrung mit wattpad? Ich bin gebeten worden etwas dort gepostetes gegen zu lesen. Auf den ersten Blick macht das auf mich einen ähnlichen Eindruck wie bookrix, neobooks und Konsorten: Vorwiegend jugendliche Autoren und mutmaßlich entsprechende Qualität. [Was nicht bedeutet, das alles schlecht ist, ich meine das auf die Reife bezogen.]

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Nachtrag 23.07.2017: Die Wortgerinnselde hat grad a feins Dialektalstück. Geh’n Se man kieken (oder wie das auch immer dort heißen würde): Ein Tag wie jeder andere. [Ich hoffe, Verlinkung ist genehm. Wenn nicht, nehme ich es raus.]

Rote Flaschen-Gespräch

„Das ist ein Feuerlöscher.“

„Ja.“

„Warum hast du einen Feuerlöscher mit?“

„Weil ich ihn gerade gekauft habe und wir jetzt einen Termin haben, das heißt, ich kann ihn nicht nach Hause bringen, sonst kommen wir zu spät.“

„Brennt es bei dir zu Hause?“

„Wenn es jetzt bei mir zu Hause brennen würde, dann wäre ich nicht hier.“

„Warum kaufst du dir dann einen?“

Falls es mal wieder brennt, so wie meine Küche damals. Hätte ich da schon einen gehabt, wäre das vielleicht nicht so schlimm geworden.“

[Ich habe allerdings noch nie einen benutzt, deswegen hoffe ich einfach mal, dass ich das Ding im Notfall bedienen könnte und es wirklich löscht.]

Mikesch tut nachdenklich. „Feuerlöscher zum Feuerlöschen… Könnten wir auch gebrauchen…“

[Es kann sein, dass sie den Sinn von Feuerlöschern in Privathaushalten wirklich nicht versteht.]

In Worten ein Euro und dreiundvierzig Cent

Meine 91-jährige Nachbarin hat Bescheid bekommen, dass ihre Rente zu hoch ist. Sie liegt 1,43€ über dem Satz und muss deshalb den bestellten, also externen, Betreuer für finanzielle Angelegenheiten ihrer Tochter bezahlen. Von einer winzigen Rente.

Die Tochter, ungefähr so alt wie Mikesch, hat sich selbst in diese Betreuung begeben um aus den Schulden herauszukommen. Genauere Hintergründe kenne ich nicht und brauche ich auch nicht wissen. Will ich auch nicht wissen.

Weil wir es letztens von Betreuung und Kosten hatten, es ist vielleicht für die, die mitdiskutiert haben von Interesse. Die machen nicht vor einer 91-jährigen, pflegebedürftigen Frau halt, die zufällig einen Münzbetrag zu viel Rente hat. So läuft das.

Dass man sich in dem Alter nicht mehr unbedingt wehren kann oder will ist logisch.