Guten Morgen

Ich hatte Nachtdienst.

Warum?

Unser Neidhammel vom Dienst hat herausgefunden, dass K. mich per SMS gebeten hat nächste Woche wegen eines Aktionsartikels nach Aldi zu gehen. [Zur Erinnerung: Aldiquator. Mein Aldi ist nicht der, den die beiden haben, also sind auch die Aktionen nicht gleich.]

Der Sohn von K. hat sich verquatscht.

Nun hat K. freundlich gefragt, mir sofort gesagt, sie bezahlt sowohl die Ware als auch das Fahrgeld, damit ich die Ware zu ihr bringen kann und wo sie das Geld bitte hin überweisen soll, falls ich es vorher brauche, sonst gäbe sie es mir Montag in bar. Normalerweise sei es ihr auch nicht so wichtig ob ich wirklich gehe oder nicht (wie es gerade in meinen Zeitplan passt), aber sie fährt Dienstag zurück in die Klinik und deshalb wäre es wichtig, dass ich Montag gehe und Montag die Ware bringe. Sie entschuldigt sich für die Umständlichkeiten, aber die einzige andere Person, die sie in Düsseldorf und damit mit meinem Aldi kennt ist gerade im Urlaub, deshalb kann sie da nicht fragen.

Alles verständlich, alles in Ordnung.

Für Mikesch nicht.

Erstens tritt sie sowieso bei K. rein wo sie gerade kann – eine fünf Jahre lang hart erkämpfte Traumatherapie ist für sie eine Form von „xy kriegen alles“ (und die arme Mikesch nichts) und außerdem muss es ja irgendwann auch mal gut sein damit, das ist doch längst vorbei… -, zweitens kann das überhaupt nicht angehen, dass K. einen Rucksack haben möchte.

K. hat schon einen.

K. ist auch zu alt für Rucksäcke.

Wie die will ihr Netbook mit ins Krankenhaus nehmen? Die soll da nicht im Internet surfen, die soll da normal im Kopf werden und aufhören rumzuheulen!

Und die dergl, die blöde hilft ihr auch noch.

Schon wieder.

Die hält ja sowieso immer zu K. und sagt, dass das damals schlimm war.

Und nie bringt sie der Mikesch was mit.

Nie kriegt die Mikesch was.

Das darf doch wohl nicht wahr sein.

Die halbe Nacht lang.

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10 Gedanken zu “Guten Morgen

    1. So laufen mit ihr ziemlich viele, fast alle Gespräche. Tagsüber bin ich dafür meist halbwegs gerüstet.

      Im Moment ist eben noch mal schwerer mit ihr, weil sie K. die Traumatherapie zum Verrecken nicht gönnt und K. kann sich nicht wirklich wehren bzw. versucht ihr logischerweise in ihren paar Urlaubstagen aus dem Weg zu gehen weil sie das, was sie in der Klinik gelernt hat in freier Wildbahn testen möchte.

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  1. Dieses jemand anderem die Butter auf dem Brot nicht gönnen ist etwas, was ich ganz schlimm finde und was ich absolut nicht verstehen kann. Von daher schicke ich eine große Portion Langmut, Kraft und ordentlich Durchzug zwischen den Ohren (Sie wissen schon, rechts rein, links raus).
    Viele Grüße

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    1. Ja, ich weiß schon. Vielen Dank. Aber ich verrate etwas – steht aber bestimmt schon irgendwo – die war schon immer so, schon vor der Tablettenfresserei. Hauptsache sie hat und andere nicht.

      Das war schlimm wenn man Kind ist und zum Beispiel was geschenkt bekommen hat und das ganz toll fand und Madame aber nicht. Wissen Sie noch was ein Gameboy ist? Es war grauenhaft mit ihr. Und das einzige Mal, das ich Markenkleidung wollte, vor etwa 25 Jahren waren mein Herzenswunsch ein paar weinrote Chucks [die ich nicht bekommen habe], ich sag es besser nicht.

      Ebenfalls viele Grüße

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  2. Ja, ich weiß, dass sie schon immer so war. Ich kriege bei sowas die Wut, warum auch immer. Ich glaube, ich möchte gar nicht wissen, wie sie Ihnen die Schuhe schlecht geredet hat. Ich hatte übrigens keinen Gameboy, weil mein Vater nichts von elektronischem Spielzeug hielt. Deswegen hatte ich hauptsächlich pädagogisch wertvolles Holzspielzeug. Und habe mit zehn oder so eine Sammlung von Grimms Märchen gelesen, also die Versionen mit Blut und Geschnetzel. Das war bestimmt pädagogisch wertvoller 😉 denn ich habe ja gelesen, was, war egal.
    Viele Grüße

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    1. Wie das bei uns war mit gelesen (oder gesehen) und egal ist nicht wirklich was für Öffentlich (kannten Sie vom Namen her „Eis am Stiel“-Filme?). Ich bekam einen Gameboy hauptsächlich deshalb durch weil mein Vater das „geil“ fand. Der Blödmann hat dann auch als erster damit gespielt. Wirklich schlecht geredet hat sie mir die Schuhe nicht, sie hat lügen erzählt warum ich keine haben konnte. Raten Sie mal wer mir später Buffalos andrehen wollte (die ich scheiße fand) und sich kaputt gelacht hat, dass meine Vorraussage darauf nicht laufen zu können (ist bei mir ja etwas anders) zutraf.

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  3. Die Filme sagen mir nicht wirklich was. Buffalos hätte ich auf gar keinen Fall gekriegt, mein Vater ist Orthopäde 😉 was meinen Sie, was da los gewesen wäre hätte ich welche gewollt 😃 hab ich aber auch nicht. Und dass Sie auf solchen Schuhe nicht laufen können, das muss man nicht ausprobieren… *kopfschüttel*
    Viele Grüße

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    1. In Mikesch-Logik muss man das probieren, alle anderen können da schließlich drauf laufen…

      Mein erstes Paar Doc Martens (selbst gekauft als ich schon nicht mehr bei ihr wohnte) fiel für Madame in eine ähnliche Kategorie wie heutzutage die Sicherheitsschuhe…

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