Rückblick auf zwei Wochen Zwangs-Analogzeit

Sie war letztendlich nervenaufreibend, hatte aber auch ihre Vorteile und in den ersten Tagen, als ich noch mit zwei bis fünf Tagen kalkulierte – Samstag der Ausfall und die Benachrichtigung an den Provider und ich hoffte, Mittwoch, spätestens Donnerstag (17./18.) wäre die Sache erledigt – sogar entspannend und nährend. Zunächst konnte ich sehr gut arbeiten.

Diese ersten Tage haben der „Susanne“ gut getan. Kurz davor schlich sich etwas hinein von dem ich nicht wusste was ich damit machen sollte, weil ich es eigentlich nicht haben wollte. Es lenkt vom dem ab, was ich machen wollte und weil ich „machen wollte“, eine bestimmte Art von Geschichte erzählen, schlich es sich immer wieder in den Text und ich dachte jedes Mal Das ist ein Lückenfüller, es passt nicht. So wie es war tat es das auch nicht. Dazu musste ich offener werden und zulassen, dass ein Charakter sich gefühlt um 180° dreht. Der Fokus hat sich verschoben, ohne dass mir im Schreiben darüber bewusst war. Um das zu merken habe ich diese Ruhe gebraucht. Und kaum, dass mir das klar wurde, machte das, was sich eingeschlichen hatte eine Transformation durch und passte. Es ist wie schon bei der Länge des Textes ganz erstaunlich für mich zu sehen was sich da tut und was da erzählt werden will. Acht konzentrierte Stunden am Tag sind – zumindest bis man von entspannt zu angespannt wechselt und es deshalb mit der Konzentration vorbei ist – ein Geschenk. Ich habe die Zeit sonst nicht.

Und ich habe längere Zeit mit Gerold gekämpft. Ich war mir sicher, er sollte in einer Kurzprosa auftauchen. Aber ich hatte keine Idee.

Bis zu dieser Zeit, in der ich vom Weltlichen ab war (ich habe nicht mal die Wahlergebnisse in NRW zeitnah mitbekommen). Innerhalb von fünf Stunden. Völlig anders als ich wollte und auch damit – nicht nur stilistisch – ähnelt es Materie und Form. Es ist ebenso eine Art Ausriss aus einer Situation, von der man nicht weiß wie genau sie weiter geht [ich auch nicht]. Beide Stücke ungefähr gleich lang.

Zwar gibt es in der Geschichte von Gerold, die sich eigentlich nicht um ihn dreht, keinen offenbar behinderten Menschen wie in Materie und Form und ich wollte eigentlich dessen Fokus beibehalten, aber möglicherweise –objektiv gelesen – könnte es sich bei einer der Frauen um eine mit eine unsichtbaren Behinderung oder einer, die ihre Behinderung verdrängt und ableugnet handeln. Das ist offen. Ich habe das nicht bewusst so gemacht, sie ist wie sie ist. Diesmal war auch der Titel leichter.

Vielleicht zeige ich es Ihnen hier, vielleicht lagere ich es aus, wie ich angedacht hatte als ich geplant hatte „in Serie zu gehen“, also Kurztexte um den Komplex separat zu sammeln.

Das würde wie bei den Herkömmlichen, weniger ein Blog und mehr eine Seite werden. Im Falle der Geschichten wohl in der Art Lesebuch mit Kommentaren. Bei Materie und Form wurde im Anschluss wertvoll diskutiert.

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