Von Luxus(problemen)

Mikesch versteht nicht was das ist: Auf Termin arbeiten. Eine Frist haben. Zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeben zu müssen.

Was passiert wenn man das nicht schafft. Dass dann sehr wahrscheinlich kein Geld kommt, das man aber vorher bestimmten Stellen schon angekündigt hat, weil gewisse Formulare vorab ausgefüllt werden müssen und alles Geld, das man von diesem Stellen bis dahin bekommt so eine Art Darlehen ist.

Das kann doch nicht sein. Überhaupt ist es ja keine Arbeit wenn man dazu nicht aus dem Haus geht.

Klar machen, dass es deshalb eben immer Arbeit ist, weil ich nicht nicht aus dem Haus, sondern nicht aus dem Atelier gehe, ich also in meiner Arbeitsstätte wohne und sowieso an nichts anderes denke kann ich ihr nicht.

Werde ich auch nie können.

Ich bin nicht die einzige in dem Metier, die von ihren Eltern nicht ernstgenommen wird. Man macht Pillepalle, würde man wirklich arbeiten, stünde man ja auf der Bestellerliste, hänge im Landesmuseum oder spiele bei den Festspielen. Bis man das nicht tut ist man eine Reinigungs-, Zustell-, Kassen-, oder Pflegekraft mit Hobby.

Hobbys hat man in der Situation aber meist nicht.

Wenn ein bisschen Geld an der Seite übrig bleibt, oft eben nicht, dann investiert man das in Künstlermaterial.

[Ich kenne Menschen, die sich nicht leisten können ihre Ausstellungsbeiträge versichert zu verschicken. Die riskieren also doppelten Verlust falls etwas wegkommt.]

Menschen wie Mikesch finden, täte man das nicht, dann hätte man ja genug zum Leben.

Außerdem sind Menschen wie Mikesch viel schlechter dran, die müssen nämlich bald sogar das Privatfernsehen bezahlen. Ist das nicht traurig?

Das Luxusproblem möchte ich mal haben.

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2 Gedanken zu “Von Luxus(problemen)

    1. Glaubst du das geht, wenn man jemanden pflegt und mit ihm verwandt ist, dass man überhaupt keine Beziehung im Sinne von Bezug zu dem hat, dass man den völlig neutral sehen kann? Ich glaube das geht nicht.

      Davon ab: Für mich, das liegt aber an meinen Wertmaßstäben, ist dieses Gejammer darüber fürs Privatfernsehen zahlen zu müssen und deshalb arm dran zu sein egal bei wem ein Luxusproblem. Das ist nicht lebensnotwendig.

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