Status

Heute ist der Tag, an dem ich eine Schultüte füllen sollte. Aber ich weiß nicht mit was und ich will auch überhaupt nichts.

Ich bin nicht fertig geworden und es ist okay, aber ich weiß nicht ob ich wirklich unterbrechen soll und eine Zeitlang etwas anderes machen oder ob es mir besser wäre dran zu bleiben. Ein paar Tage Pause, denn ich bin ausgebrannt, und dann weiter im Text.

Es wäre gut gegen das Ausgebranntsein etwas anderes zu machen. Dann könnte ich später erfrischt zurückgehen. Aber allein schon die Erstformgebung eines ernsthaften Textes – also keine Fingerübungen wie die Tintenkleckse, Momentstücke wie das Stadtpoem oder die Etüden oder auch Nebennotizen zu einem Sachtext wie die, aus denen sich Die Herkömmlichen zusammensetzen – dauert bei mir ewig. Ich forme dann nicht aus Ideen und Geistesblitzen, ich muss wissen was, über wen ich machen will. Das braucht Zeit sich zu entwickeln. Wenn ich aber etwas machen will dann gebe ich sie mir nicht. Dann habe ich sie auch nicht. So eine Entwicklung kann Wochen, Monate oder auch mehrere Jahre dauern. Weil das natürlich ungünstig ist, wenn man machen will um den Kopf frei zu bekommen habe ich mitunter den Versuch gemacht, zu Alternativ- oder Ur-Versionen zurückzugehen, aber die sind für mich handwerklich gut gemachte Affenkästen. Käfige. Es ist schade, weil es gute Stücke erwischt, aber das geht einfach nicht. Oder ich habe noch keine Methode dafür.

Was könnte ich also überhaupt machen? Eigentlich gar nichts, mir fehlt die Zündung. Ich hatte mal vor mit so was wie Materie und Form in Serie zu gehen, das hat auch bis heute noch nicht funktioniert.

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9 Gedanken zu “Status

    1. Eigentlich weder noch, obwohl man es so auch sehen kann (von daher das „eigentlich“). Übergang zwischen zwei Projekten.

      Gehemmt würde ich nicht sagen, da ich zwar extrem viel Energie in das, was einmal die „Susanne“ werden wird und heute Datumsmäßig Endpunkt Erstversion gehabt hätte investiert habe und was dieses Projekt betrifft ausgelaugt, zerschlagen, nenn es wie du willst bin, aber beispielweise Die Herkömmlichen (das steht privat, ich kann dich reinlassen wenn du willst, aber ich muss warnen, das geht hart an und bleibt es auch) und das Sachprojekt (Auftragsarbeit für offiziellen Reader zum Gewalt-Thema), aus dem sie sich entwickelt haben laufen gut. Die Kleckse gehen auch. Ich bin bloß „Susanne“ müde oder so.

      Aber zu viel im Kopf habe ich auch. Siehe Vorpost, ich bin gerade nicht die Beweglichste und muss dennoch ran.

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  1. Ich weiß nicht, was mit dir los ist. Es geht mich vermutlich auch nichts an. Aber eins weiß ich genau: Wenn die Schultüte heute nicht gepackt wird, wird dir das ein Leben lang aufs sprichwörtliche Butterbrot geschmiert werden. Ich hatte damals auch keine Schultüte. Ich weiß bis heute nicht warum. Es ist mir auch egal. Egal ist mir die Tatsache aber nicht, dass ich keine Tüte hatte. Auch wenn Du es nicht verstehst. Es ist nur ein gut gemeinter Rat: pack diese blöde Tüte – Du machst nicht nur dir das Leben echt leichter (auf lange Sicht und in jeder Hinsicht).

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    1. Es kann sein, dass wir von zwei verschiedenen Sachen reden bzw. du annimmst, diese Tüte hätte mit Schulanfang zu tun. Ich verstehe das gerade so, dass du es so verstehst als müsste ich sie für jemand anderen packen. Wenn das so wäre, die wäre längst gepackt! Damals die vom Atelier-Kind (er kommt heuer in die vierte Klasse) war mit meine Aufgabe. Ohne Schultüte eingeschult werden ist gemein.

      Ich hatte diese Schultüte im Speziellen hier schon gelegentlich erwähnt, aber es kann sein, dass du das nicht mitbekommen hast. Das ist auch in Ordnung, so wichtig ist es nicht.

      Es ist nur zufällig eine Schultüte, die eben vorhanden ist, ich hätte mir hier auch eine Obstschale oder was ähnliches hinstellen können. Es ging damit darum am Ende dieser gesetzten Frist, 24.04. an dem ich hätte planmäßig mit diesem Projekt in Erstversion fertig sein sollen und das auch nur weil die allererste, abgebrochene Version an einem 24.04. begonnen wurde, einen „Marker“ im Sinne eine Belohnung fürs Drangebliebensein zu haben.

      Der Handschuhschenker hatte vorgeschlagen, dass ich angelehnt an einen Brauch in seiner Selbsthilfegruppe wenn dort jemand Trockengeburtstag feiert, eben diese Schultüte, die eben hier im Atelier vorhanden ist, packe, wenn ich es schaffe wirklich bis zum 24.04. an diesem langen Projekt dranzubleiben. Romanlänge ist für mich unsicheres Terrain. Schultüte als Packung hätte auch deshalb Sinn gemacht, weil die Protagonisten im Atelier-Kind-Alter sind, also noch nicht so lange nichts mehr damit zu tun haben. Juniortüten zum Beispiel gibt es heutzutage nicht mehr originalgetreu. Als ich Kind war gab es noch Plastikufos als Juniortüten-Verpackung.

      Also es jetzt nichts das mich umbringt oder so fertigmacht wie wenn es um eine Einschulung gehen würde. Das würde ich keinem Kind antun ohne Tüte. Ich weiß von Leuten meiner Generation, die mir heute alte Schultaschen zum Restaurieren bringen, die als Kind Jahre gelitten haben weil sie nicht den gewünschten Tornister bekommen haben. Die sind manchmal immer noch traumatisiert. In meiner Grundschulzeit tobte der Scout vs. Amigo-Konflikt, das konnte bis zu Mobbing und Handgreiflichkeiten führen, wenn du in der falschen Fraktion warst.

      Ansonsten: Ich bin Freitag gestürzt. Nicht so harmlos wie ich erst dachte, deswegen habe ich auch gerade überhaupt keine Lust mir Gedanken zu machen, was in diese Tüte rein soll. Beziehungsweise, das einzige, das ich gern hätte ist momentan nicht aufzutreiben. Da müsste ich an das andere Ende vom Ort für.

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      1. Danke für die ausführliche Richtigstellung und von dieser Stelle wünsche ich gute Besserung und viel Erfolg, wobei auch immer. Ich hatte wirklich geglaubt, dass du einem Kind die Tüte zur Einschulung verweigerst. Ich wurde in den 60er Jahren eingeschult. Und hatte keine Tüte. Ich habe da nicht nachgefragt, aber ich habe es auch nicht vergessen. Gründe für solch ein Verhalten hat es schon immer gegeben. Aber so etwas liegt nicht im Fokus eines I-dötzchens. So jemand ist dann doch arg überfordert. In der Tat habe ich nur einen Bruchteil dessen mitbekommen von dir und deiner Achsamkeit und Gedanken. Das, was ich aus dem Artikel wohl missverstanden habe, passte so gar nicht zusammen. Ich habe mir Sorgen gemacht. Zu Unrecht, wie ich jetzt weiß. Gott, oder wem auch immer, sei dank!

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        1. Kind die Tüte verweigern – nie! Das ist grausam und solche Narben bleiben. (Ich war schon eine Woche damals am Boden, weil meine Mutter meine Tüte vor allen Leuten schlecht machte, weil ich eine mit Traktormotiv gewählt hatte.) Es ist nicht dasselbe, aber ich wollte einmal, ein einziges Mal in meiner Kindheit ein paar Markenschuhe, ein paar weinrote Converse, 1993/94 war das und habe sie nicht gekriegt. Das ist auch hängengeblieben, damals war ich 13/14 und woilte einmal was alle hatten.

          Ich erinnere mich noch an die Wut meines Bruders 93/94, der nicht den Ranzen, den er wollte haben durfte und dann als „Bonzenkind“ mit Billigkaschemme in einer Klasse voller Scout-Träger stand und sich schämte, das ist bis heute drin.

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    1. Siehe Kommentar an mickzwo. So wahnsinnig wichtig ist es nicht, ich kann sie später packen und an die Salmiakkugeln (das einzige, was mir einfällt) komme ich jetzt eh nicht. Die hat es hier nur im real,- und da komme ich gerade nichthin.Ich dürfte eigentlich gar nicht sitzen.

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