Carl, Uwe und die Türken von Kreuzberg

Eine Art von Biographie-Etüde für die Kooperation zwischen Textstaub (Idee, Grafiken) und Christiane (derzeit Gastgeberin). Der von mir geschätzte Ulay hat im Dezember 1976 Corresponding To The Situation -There Is A Criminal Touch To Art performt. [Es gab dazu mal ein Interview mit ihm auf Youtube (auf Englisch), ich finde es gerade aus Zeitgründen nicht.]

Also das war so: Der Uwe L. aus Solingen hat in Berlin ein Bild gestohlen.

Das mit dem Poeten, das jemand anderes, ein schlechter Mensch, den man seit einiger Zeit leider auch mit dem Namen Uwe (aber nicht mit Uwe L.!) assoziieren könnte, so toll fand.

Das Bild hat der Uwe L. zu einer Familie in Kreuzberg gebracht, weil Uwe L. nicht damit einverstanden war wie die Türken in dem Stadtteil leben mussten.

Wie gettoisiert nahe der Mauer.

Das hat der Uwe L. alles filmen lassen, die ganze Zeit vom Museum übers Treppenhaus bis in die Wohnung der Familie.

Von da hat er den Museumsdirektor verständigt – Komm! Ich hab den Spitzweg aufgehangen -, weil es eine Kunstaktion sein sollte.

Der Direktor sollte das Bild bei der türkischen Familie ansehen.

Es kam aber die Polizei und holte den Uwe L.

Und am nächsten Tag hatte die Bild-Zeitung nachgeholt und nannte den Uwe L. Anarchisten.

Das war in der Zeit mit den Demonstrationen und den Hausbesetzungen und den Wasserwerfern, nicht in der mit dem Milchkaffee.

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8 Gedanken zu “Carl, Uwe und die Türken von Kreuzberg

    1. Es soll dort heute sehr gentrifiziert sein und was machen die neuen Bewohner gentrifizierter Viertel dem Klischee gemäß? Es kam also ganz von selbst und ist natürlich auch gut in sich aufgeladen mit diesen ganzen 40 Jahren dazwischen.

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    1. Bei dir liegt der Fall vielleicht anders (vielleicht, da ich es nicht weiß), du hast doch Zwillinge (wenn ich mich nicht vertue) und der andere Sohn ist doch gar nicht so viel jünger, wenn die alle drei in ein Gestell müssen, kann ich die Preise nicht beurteilen. Das was hier an 900€-Karren rumgeschoben wird ist für ein Baby und nichtmal umbaubar.

      Über die Mieten hattest du geschrieben und ich glaube ich erwähnt, dass Walburgas Wohnung (nähe Wollankstraße) im Wedding weggentrifiziert wurde. Arme, kleine Filmausstatterin kann sich das nicht mehr leisten. War winzig, ein Raum, kostet nun aber das Doppelte oder noch mehr.

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