Alles für fünf Mark

Das Atelier-Kind hat letztens im Nähkasten bei der Oma ein Fünfmarkstück gefunden und durfte es behalten, weil die Oma meint, damit kann man sowieso nichts mehr kaufen.

Philipp erzählt, dass man vor langer, aber nicht so langer Zeit – es war schon 2 am Anfang der Jahreszahl – dafür noch zwei oder drei Zeitungen kaufen konnte.

Der Handschuhschenker – ursprünglich wegen etwas anderem von Philipp mittels Telefon konsultiert – lässt ausrichten, dafür gab es früher zwei Magnum.

Ich erinnere mich, dass ich für das Fünfmarkstück in der Oberstufe entweder in der Mensa oder in der nahen Imbissbude essen konnte. Oder mir ein Reclam-Heft kaufen, aber das Atelier-Kind interessiert sich nicht für griechische Philosophen und ich kann nicht behaupten, dass ich noch irgendetwas weiß, das ich genau zuordnen könnte. In der Oberstufe habe ich viel davon gelesen, da mein Jahresthema Alexander der Große war. [Auch davon habe ich viel vergessen, aber Klaus Manns fiktiver Roman ist toll. Kriegt das Kind zu lesen, wenn es alt genug ist, in sechs bis sieben Jahren. Falls es dann noch legal ist. „Mephisto“ wird bis dahin leider noch mehrfach von der neuesten Realität überholt worden sein. Föhnfrisuren und so.]

Was haben Sie denn so mit einem Fünfmarkstück angestellt?

Kleine Abwandlung für die Österreicher: Was ging mit 50 Schillingen? Ich kann mich dunkel erinnern in meiner Kindheit dafür irgendwo in Salzburg etwas von der Eskimo-Eiskarte erstanden zu haben. Jedenfalls hatte ich 50 Schillinge, vielleicht hat ein Erwachsener noch etwas zugeben müssen.

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13 Gedanken zu “Alles für fünf Mark

  1. ’ne Schachtel Kippen. 5 Mark war lange so eine Schallgrenze. Das müsste aber noch vor der Jahrhundertwende gewesen sein, ich war nie Raucher, ich hab nur immer welche mitgebracht.
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Das mit den Kippen weiß ich auch noch. Ich musste oft holen gehen als Kind. Es wurden oft bis zu vierzig Mark täglich in Kippen investiert von meinen Eltern. Allerdings war das in den 80ern, ich vermute 10 Jahre später waren die Roth Händle dann schon teurer als 5 Mark.

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      1. Meiner Erinnerung nach haben sich Zigaretten ziemlich lange zwischen 4 und 5 Mark gehalten, auch mit weniger Zigaretten pro Packung. Aber Genaues kann ich nicht sagen.

        Ich weiß allerdings noch, dass eine Kugel Eis mal 20 Pfennig gekostet hat (okay, Dorf). Kostet heute hier im Schnitt 1 Euro. Da waren 5 Mark eine Welt …

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        1. In München, als ich Kind war, fünfzig bis siebzig Pfennig. Zumindest beim Stammeismann meines Vaters, die kannten uns, da gab es auch schon mal die Sahne umsonst, weil mein Vater trotz allem Arschlochverhalten was von Autos verstand und mal was repariert hat oder so.

          Damals kamst du auch für fünf Mark ins Kino. Ich durfte meine Karte zum Glücksbärchi-Film (1985 oder 86) selber kaufen, war noch nicht in der Schule und erstaunt was die eine Münze für einen Wert haben musste. Ich hatte noch nicht verstanden, dass das Popcorn extra Geld kostete.

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    1. Das ist was, das sich erzählen lässt! Heute kostet schon Hüpfburg 7,50€ Was ist Knubsauto, so was prähistorischer Autoscooter oder hat das mit Karussel zu tun?

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  2. Mir fällt auf, dass mir nix einfällt, was für 5 Mark zu haben war. Dagegen erinnere ich mich, was ich tun musste, um 5 Mark zu verdienen. Ein Tag Kartoffel-Lesen vom Feld konnte so viel bringen. Oder ein Tag in der Konservenfabrik, Erbsen einfüllen. Die Frauen bekamen 1.25 Mark die Stunde, wir Kinder 75 Pfennig. Das war in den 50er Jahren, ich war so um 12 oder 13. .
    Ich sammelte das Geld, gab selten was aus, denn ich wollte a) ein Fahrrad und b) eine Geige. Mit 14 hatte ich das Geld fürs Fahrrad zusammen, mit 15 für die Geige. Aber da verdiente ich schon besser, ich gab jüngeren Schülern Nachhilfeunterricht, trug Zeitschriften aus, und für gute Noten kriegte ich 20 Pf oder 50 Pf, je nachdem. Vielleicht interessiert sich das Atelierkind dafür. LG ,

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    1. Danke! Ich glaube, dafür kann man ihn interessieren. Philipp erzählte letztens nämlich vom als Achtjähriger 1,50 Mark bekommen für’s Autoscheibenwaschen bei Onkel Jürgen. 1,50 war damals ein Cornetto-Eis und das hat er von den Eltern nie gekriegt, daher schien ihm der Deal super, weil es ein ehrlich verdientes Eis war, mussten sie es ihm ja lassen.

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