Stadtpoem

Ein Geräusch wie Sägen. Ganz leises Sägen oder etwas anderes Fremdes, Bedrohliches. Für einen kurzen Moment glaubt das Kind an einen Reißverschluss, aber das kann es sich auch nicht vorstellen. Warum sollten die Großeltern immer wieder einen Reißverschluss auf und zu ziehen?! Sie hatten doch kein Zelt im Zimmer. Das Kind überlegt ob es die Tür öffnen soll und traut sich doch nicht. Zu ungewohnt ist dieses Geräusch. Und was sollte der Opa schon sägen? War vielleicht ein Stuhl nicht heil?

Das Kind bleibt sitzen.

Irgendwann öffnet sich die Tür ganz von selbst und die Oma kommt raus. Ihre Hände sind blau wie von Tinte. Das Kind sieht durch die offene Tür. Das Geräusch kommt vom Tisch gleich daneben. Da sitzt der Großvater und schreibt Grußkarten mit einem Federhalter und die Füllerspitze sägt über das Papier.

Advertisements

2 Gedanken zu “Stadtpoem

Hinterlasse einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s