Ach ja…

Petra hat mich gerade dankenswerter Weise über einen Artikel im Weser Kurier aus Bremen in Kenntnis gesetzt. Ein gehörloser Junge bekam seine Dolmetscher für den Unterricht gestrichen und musste nun weg von der Familie nach Dortmund ziehen um die dortige Gehörlosenschule zu besuchen.

Wenn Sie hier länger lesen, dann wissen Sie von unserem Kampf für den Schulplatz vom Atelier-Kind, der jederzeit durch das Spar…äh Nichtteilhabegesetz weggepoolt werden kann.

Wir kennen zwei Fälle, die weggepoolt wurden, unter anderem ein schwerhöriges Mädchen, und einen, der auf der Klippe steht. Den Eltern dieses Mädchens wird vorgeworfen, sie wollten ihr Kind nicht inkludieren, weil sie es nicht auf der „Sonderschule“ wollen. Doch gerade weil die Mutter jenes Mädchen von Geburt an hochgradig schwerhörig ist und die Gehörlosenpädagogik (inklusive Audismus und Oralismus) zugenüge kennt, will sie, dass ihre Tochter auf der „Regelschule“ bleibt.

[„Regelschule“ ist ein blödes Wort. Die Regel sollte sein, dass Kinder, die anders sind ganz selbstverständlich in eine Klasse integriert werden. Dann muss eben „Grundgebärden“ oder „Behinderungskunde“ oder wie auch immer man das individuell auf die Situation angepasst nennen will oder kann – in späteren Klassen auch gern das Thema Sex mit Behinderung, betroffenen jungen Menschen ist das oft wichtig, aber sie werden immer noch übergangen –  mit auf den Stundenplan. Jeder noch nicht Betroffene kann es innerhalb von zehn Minuten selber brauchen.]

 

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7 Gedanken zu “Ach ja…

  1. Ich ärgere mich schon so lange darüber das Inklusion nur ein Wort ohne Bedeutung ist. Mein Sohn wird auf die Förderschule gehen und ich bin dankbar denn die „Regelschule“ hat Regeln die leider nicht zur Inklusion taugen und meinen Sohn eher kaputt machen. Ob sich jemals etwas ändert?

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    1. Das ist ja (mit) das Problem, die Strukturen ändern sich nicht (kostet Geld und man müsste mal nachdenken), es wird von den Betroffenen nach wie vor eine quasi-Assimilationsleistung erwartet und so bleiben dann Kinder wie zum Beispiel dein Fußballer außen vor oder werden abgedrängt. Das ist auch insoweit schade, weil es definitiv dieselben Leute, die dafür verantwortlich sind sind, die später fragen, warum die Kinder, die in „Sonderwelten“ (auch so ein tolles Wort, aber wenigstens irgendwie ehrlich) als Jugendliche oder Erwachsene nicht mit „normalen“ Menschen klar kommen… Die Verantwortung dafür will dann keiner tragen.

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        1. Wenn ich jetzt aufzählen würde wie viele Leute mir alleine im Rahmen von Recherche begegnet sind, die eigentlich sehr intelligent sind, aber in Werkstätten etc. versauern, weil sie ein bisschen Mühe machen, auf Deutsch erfordern, dass man sich auf sie einstellt, würde mir kein Mensch glauben…

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              1. Dann könnt ihr mir bei Gelegenheit bitte einen sinnbildlichen Tritt geben – zum Beispiel wenn die fünf „Susanne“-Wochen vorbei sind -, denn ich hatte eigentlich geplant in der Art von „Materie und Form“ in Serie zu gehen, Kurzgeschichtensammlung (käme auf privates Blog), um das Thema (Jule zum Beispiel ist eine, die ohne das Kind in der WfbM gelandet wäre) zu machen und komme und komme nicht dazu. Wobei ich gerade nicht weiß, wer „Materie und Form“ kannte (ich kann es noch mal aufmachen). Gut, das hat den sehr starken Fokus auf Mutterschaft/Sexualität, aber dem Thema kann man sich auch sehr anders annähern, ohne dass das so in den Vordergrund rückt und so dass eher die sozialen Defizite im Vordergrund stehen.

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