Knastkost für Mikesch und den Diddl-Maus-Jungen

Sowohl dem Stiefvater als auch dem Diddl-Maus-Jungen schmecken die Frikadellen, die ich am Vortag für das Atelier-Kind gemacht habe und weitergeben musste, weil sie dem zu viel waren und ich sie krankheitsbedingt gerade nicht essen kann.

Der Diddl-Maus-Junge findet: „Geil schmecken die.“

Der Stiefvater: „Die sind gut. Kann ich die mit auf Tour nehmen?“

[Sollen sie unter sich klären.]

Mikesch schmeißt sie uns entgegen. „Da ist was Grünes drin!“

Frühlingszwiebeln. Ich musste improvisieren, weil der Laden keine anderen Zwiebeln hatte.

„Ha! Du kannst noch nicht mal kochen! Das macht man mit Zwiebeln!“

Stiefvater: „Es gibt nicht nur eine Art zu machen und mit Essen schmeißt man nicht!“

Mikesch: „Und da ist mit Käse.“

Diddl-Maus-Junge: „Im Cheeseburger bei Mäcces ist auch Käse auf der Frikadelle. Das isst du auch.“ [Für seine Verhältnisse ist das mutig ihr gegenüber, zumal sie bis oben hin zu ist und wir nicht wissen was sie genommen hat. Mir wurde der Blister gezeigt, aber ich kenne den Namen nicht. So viel Kooperation, dass mal einer der beiden Herren übers Smartphone den Namen in die Suchmaschine eingibt gibt es in dieser Familie nicht.]

Stiefvater: „Ich find die gut.“

Der Käse ist auch Improvisation, er musste weg. Ich mache sie aber auch sonst ganz gern mit Feta. Nicht für das Atelier-Kind, das ihn nicht zerlaufen mag, aber wir „Großen“ haben das manchmal ganz gern.

Mikesch schmeißt mit Zigarettenpapier. „Ich hab Hunger!“

„Da ist doch Essen.“

„Ess ich nicht.“

Diddl-Maus-Junge: „Mach kein‘ Scheiß jetzt, friss. Gibt nicht jeden Tag von unten, wenn du dein Geld raushaust.“

[Unten ist eine Imbissbude. Und das Geld für den Monat ist größtenteils weg, Mikesch hat sich neue Staubfänger gekauft.]

Fügt hinzu: „Was anderes gibt es nicht.“ Zu mir: „Die sind geil, echt.“

Wäre Mikesch nicht dabei würde ich ob seiner Zugänglichkeit vielleicht den Versuch machen ihm zu sagen, dass ich das Rezept von einem Recherchekontakt habe, der das in der Knastküche gelernt haben will.

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