Wie wir es glaubten!

Eine Biographie-Etüde für textstaub, dieses Mal mit Herta Müller, die wie auch der Vater meiner Mutter aus dem deutschsprachigem Rumänien stammt. Sie ist Banater Schwäbin, mein Großvater war Siebenbürger Sachse. Thomas und Irene sind Charaktere aus ihrem Buch Reisende auf einem Bein von 1989, das die Ankunft von Irene in West-Berlin und ihr Fremdeln in einer Welt, die sie sich ganz anders vorgestellt hatte beschreibt.

 

Thomas und Irene waren uferlos in ihrem Warten auf das, was mal sein würde, wenn sie einst an den ihnen versprochenen Ort gelangten. So will es die Berliner Erzählung. Die sie geschrieben hat wusste damals schon, wir, von einem ins andere kommend mit nichts außer Erwartungen und Atem, bleiben in all dem für immer ein Selbst-Fragment. Es ist nicht der Ort der Zauberstab, es muss der Mensch sein. Aber die Sehnsucht ist wie bei jedwedem anderen Trugbild auch stärker. Immer. Und immer gibt es etwas, das man tauschen kann, mehr wert als das der anderen. Sollte uns doch einen Vorteil verschaffen. Wie wir es glaubten!

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