Die Vertretung

Diese Amtsfrau kennt uns nicht. Das ist ein Nachteil, weil sie Mikesch nicht kennt und deshalb auch nicht versteht, warum Mikesch nicht versteht warum wir da sind.

Mich fragt diese Frau ob bei Mikesch Korsakow oder etwas ähnliches vorliegt. Tut es nicht, aber ein Fremder versteht nicht warum Mikesch auf einem offiziellen Formular, auf dem sie die Namen ihrer Kinder angeben soll einen falschen Vornamen angibt. Klar, dass die Frau vielleicht denkt, Mikesch erkennt mich nicht oder verwechselt mich. Sie fragt Mikesch auch mehrmals wer ich bin und wer die Person mit dem angegebenen Namen ist.

Mikesch antwortet immer das gleiche.

Klar, dass die Frau zu eigenen Schlüssen kommt. Kann passieren, wenn man wirklich wie behauptet von einen auf den anderen Tag zur Vertretung geschickt wird. Und Mikesch sieht nicht aus wie man sich jemanden mit dem Abhängigkeitsgrad vorstellt. Es ist ein Mythos, dass jemand, der schwer abhängig ist automatisch runtergekommen ist.

Dumm nur, dass ich mit reingezogen werde und mich zum wiederholten Mal vor meiner eigenen Mutter ausweisen muss. Das hatten wir immer wieder mal.

Mikesch: „Oh, du hast schon den neuen Ausweis?“

Mein Ausweis wurde 2011 ausgestellt und bei Neuausstellungen gab es nur noch die Scheckkarten-Dinger. Davon abgesehen schon

Ich: „Merkst du was du hier machst? Du hast gesagt, du möchtest, dass dir geglaubt wird, dass es dir gut geht. Du tust hier als ob du hochgradig gestört wärest.“

Mikesch: „Nee. Wieso?“

Amtsfrau winkt mich heran. „Korrekt?“

Im Vornamen meines Bruders, der einen sehr gängigen mit eindeutiger Schreibweise hat, ist ein Schreibfehler.

„Nein. Ganz normal … Wie [berühmte Namensträger aufgezählt.]“

Mikesch: „Natürlich heißt der…! Was denkst du denn?“

Ich: „Du hast es aber falsch geschrieben. In dem Namen gibt es kein J.“

Mikesch guckt auf Formular, dann böse zur Amtsfrau: „Das ist ein I. Beim Amt arbeiten und nicht lesen können…“

„Es sieht aus wie ein kleines j.“

Mikesch: „Ihr seid doof.“

Amtsfrau zu ihr: „Frau X., ich kann Sie auch entfernen lassen. Sie können keine Angaben machen wie Sie lustig sind.“

Mikesch sieht mich an.

„Du hast die Frau übrigens beleidigt, dann brauchst du nicht sauer sein, wenn in der Post steht, dass jemand drauf schauen muss, dass du dich anständig benimmst.“

„Wie Baby. Ich habe nur gesagt, dass du doof bist.“

Amtsfrau: „Frau X., Sie haben ‚Ihr seid doof‘ gesagt, das schließt mich mit ein.“

Mikesch lässt die Hand abwinken und fängt an in ihrer Tasche zu kramen. Warum brauche ich nicht zu sagen, oder?

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4 Gedanken zu “Die Vertretung

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