Rosen im Schnee

Wir hatten für die etüden von textstaub Schnee mit Beuys und Curtis und wir hatten eine Reise mit Vesper – von dem überliefert ist, dass er der Mutter seines Sohnes während der Haftzeit Rosen schickte – , jetzt kommt Päffgen. Christa Päffgen hatte mit Vesper nicht nur das Geburtsjahr und die Sucht gemein, sie verzweifelten auch beide auf ihre Art an ihrer Herkunft und es heißt, Päffgen habe Vespers Konkurrenten einmal ein Lied gewidmet [bitte Zeitgeist der 70er Jahre beachten]. Ian Curtis soll ein Fan von ihr gewesen sein. Sein Bandkollege Peter Hook erwähnt in seinem Buch The Hacienda. How not to run a club mehrere Zusammentreffen mit Päffgen, die den Künstlernamen Nico nutzte, in den 80er Jahren. Roses In The Snow ist der Titel eines Liedes, das Nico 1969 für ihr Album „The Marble Index“ aufgenommen hat. Schore ist ein Slangwort für Heroin.

 

Die Themenwechsel sind manchmal so abrupt auf Schore. Schore, Desert Shore, Torhüter des Wahnsinns und Christa ist sowieso die Königin, das haben Tobias und das Korallenriff, die große Tunte Warhol ihr versprochen. Wenn Lou Reed nicht so eifersüchtig gewesen wäre, dieser… Das darf sie nicht sagen, sie kommt aus Köln in Deutschland. Scheiße, in der Nadel ist Pfropfen so groß wie eine Backerbse, die wollen wollen sie noch vergiften! Der Junge ist von Alain Delon, Ari, der kleine Ritter, ja wirklich! Immer die Velvets und Femme Fatale, Edie Sedgewick, wegen denen ist auch Chelsea Girl so scheiße, die Flöten, verdammt! Warum interessiert sich kein Schwein für Marble Index oder Drama Of Exile?

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4 Gedanken zu “Rosen im Schnee

    1. Oh ja. Ich weiß nicht ob und wenn wie gut du ihre Biografie kennst. Fing an mit Kurt Oostergaard (eventuell ist der Nachname falsch geschrieben), dann Herbert Tobias, Chanel, dann Fellini und La Dolce Vita, dann Delon und dann – jetzt wird sie erst für mich interessant – der ganze Warhol-Zirkus, Velvet Underground etc. Man konnte ihr relativ gut beim Verfallen über 20 Jahre durchs Heroin zusehen – es gibt grauenhafte Fotos von ihr – und das, was sie musikalisch gemacht hat spiegelt das gut wieder. Trotzdem ist „The Marble Index“ eines der wenigen Alben, das ich abspielen kann ohne vorzuspulen. („Desert Shore“ ist das nachfolgende Album, aber das Wortspiel Shore und Schore passt bei ihr so gut.)

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  1. Danke dir / ja die Daten sind mir bekannt. Sie hätte durchaus ein besseres Licht vertragen. Aber neben Warhol galt ja nix.

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    1. Sie hatte Potential, eindeutig. Aber wie das bei nicht nur süchtigen sondern auch sonst wie traumatisierten Menschen (sie: Kriegskind, Vergewaltigungsopfer) manchmal ist, sich an den entscheidenden Stellen oft selbst im Weg gestanden, weil die Reflektion zu schmerzhaft gewesen wäre. Und natürlich: solche Menschen fühlen sich von Egomanen wie Warhol – der ja auch durch seine Kindheit traumatisiert war – magisch angezogen. Und der wieder hatte Reed, Cale und noch andere zu bieten.

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