Um ein Wort

Kennen Sie das Wort Ableismus?

Es ist der Name für das Phänomen, das zum Beispiel dem Atelier-Kind begegnet, wenn Eltern von hörenden Mitschülern kein „taubstummes Kind“ mit ihrem Nachwuchs in der Klasse haben wollen oder bewundernd feststellen: „Der kann doch nichts hören, ist aber so intelligent.“

Oder das, das sich Menschen über mich wundern lässt wie eine mit Hirnschaden – ICP steht für Infantile Cerebral Parese – „so normal und intelligent sein“ kann oder so schlecht sprechen und trotzdem alleine nach draußen gehen.

Oder auch das Phänomen, das Eltern mit Behinderung als „verantwortungslos“ verschreit und im nächsten Moment in den Himmel hebt, weil sie so eine große Leistung vollbringen.

Oder das, das einerseits Menschen zu mir sagen lässt: „Na, du kannst ja nichts anderes als die Mikesch-Pflege“, wenn dann aber klar wird was ich da eigentlich 24/7 mache – die Arbeit einer Psychiatriepflegerin und einer Soziotherapeutin und einer Ergotherapeutin und einer Betreuerin und einer Bewährungshelferin in einer Person – hervorbringt: „Also ich würde das nicht bringen.“

[Damit das nicht falsch rüber kommt: Ich habe Verständnis wenn mir jemand sagt, er/sie/es könnte das nicht. Auch wenn es nicht um Können oder Wollen geht, denn wir werden nicht gefragt. Ich habe kein Verständnis dann, wenn mir vorher die Attitüde entgegen gebracht wurde, ich arme, schwache, blöde Behinderte könne ja nichts außer ein bisschen Haushalt, so ein „Psycho“ mache ja keine Arbeit…]

Nur als Beispiele.

Meine betroffenen Leser können gern weitere Beispiele in die Kommentare schreiben, wenn sie mögen. Ich zwangsoute niemanden.

Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben hat letztens eine leicht verständliche Broschüre, in der das Konzept des Ableismus illustriert erklärt wird veröffentlicht und zum Download bereitgestellt.

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