Vernarrte Narreteien

Christiane soll textstaubs neue Wörter gespendet haben. Mir hat sie gestern einen passenden Kommentar hinterlassen. [Eventuell möchten Sie den für den Kontext lesen.] Der Narr mit dem Rosenstrauß, damit endlich mal Stille ist kann jemand sein wie der Mann, mit dem sie befreundet war, aber auch anders herum, ein Trinker, der mit einer zeternden Nüchternen lebt, oder, auch da passt es, jemand wie der Diddl-Maus-Junge, ein Angehöriger, der noch im Skript mitspielt und nicht fühlen darf, dass er gerade durch seinen Versuch alles zu vertuschen die Karten offen legt.

Und immer habe ich mich gefragt warum diese Scheißnummer nicht Der Hofnarr heißt. Jedenfalls nachdem ich gemerkt hatte, dass ich der letzte bin, der nicht über mich gelacht hat. Wahrscheinlich haben die doch mit Bauchkrämpfen unterm Tisch gelegen, weil diese armselige Nummer jeder durchschaut hat.Wäre ich jemand anderer gewesen, also schon mal nicht ich, was hätte ich mich kaputt gelacht über den Typ, der so doof ist! Kriegt seine Alte nicht gängig, sieht als einziger nicht, dass die Olle mehr ist als neben der Spur, nämlich voll daneben und lässt sich die Scheiße das eine ums andere Mal wieder bieten und gefallen. Vielleicht dieses Mal… Nee ist klar, aber es macht diese Scham weg. Noch nicht mal mitsaufen kannste, dann kommt sie mit DU hast doch angefangen. Dann war’s das auch mit Stille, denn dann wirst du dem Höchsten Gericht vorgeführt und das muss zetern. Sonst hört man es oben nicht. Und dann dieser Rosenstrauß, damit sie nicht loslegt, obwohl sie aufdreht, weil ihr gerade heute die Farbe nicht passt. Wie bescheuert kann man eigentlich sein?!

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6 Gedanken zu “Vernarrte Narreteien

    1. Danke. Der letzte Satzteil trifft es, mir sind zu viele dieser Menschen begegnet um es platt – so das das Gegenteil von lebendig sein sollte – zu machen.

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  1. Oh. Uff. Ja, ich könnte zu meiner Kommentar-Geschichte von gestern auch noch einiges mehr erzählen. Will ich aber nicht, nur so viel: Als ich ihn kennenlernte, war er schon lange kein Narr mehr, jedenfalls nicht, was das anging. Lange Geschichte, aber das sind sie ja immer.

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    1. Das da oben ist etwa der Punkt, an dem sich langsam gelöst wird. Da muss jeder durch, äußert sich aber (Geschlechter-)rollen bedingt oft auf unterschiedliche Arten. Frauen habe ich in dieser Phase erlebt (ich will mich da selber damals auch nicht ausschließen, ich bin sicher in der Situation auch oft übers Ziel hinaus geschossen) werden dann kiebig bzw. wenn eine bis dahin von Märtyrertum (das ist nicht wertend, das ist halt etwas, das die ein oder andere Person, egal welchen Geschlechts, als Copingstrategie entwickelt) geht die auch ganz „gern“ unter die Gürtellinie. Meine Herren Nebencharaktere kennen da so ein paar Stories, die hier nicht hingehören. Dazu kommt natürlich immer der Komplex Co-Abhängigkeit, da braucht man nicht unbedingt Narretei mehr zu.

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