Schnee von gestern (abend)

Noch zwei kleine Schneestückchen für textstaubs abc.etüden.

Er, der could have lived a little better with the myths and the lies, aber when the darkness broke in just broke down and cried hatte Pläne für einen Buchladen in Holland. Verglichen mit England gab es da ein Sozialsystem und der Fan, der wegen seiner Musik von dort zugewandert war, der, der das berühmte Foto im Lancaster Subway schoss, das, auf dem er zurückbleibt während die anderen drei die Rolltreppe abwärts nehmen, war erschrocken über die englische Armut. Die Mäntel auf den anderen sehr berühmten Fotos, die, die ein anderer Fotograf im Schnee gemacht hat sind viel zu dünn. Etwas zu tun, damit er nicht kalt ist, damit niemand ihn als Person auch nur unterkühlt fände war ihm unmöglich, Rotwein und Bier, sophistication und working-class sind nicht leicht vereinbar.

Love, love will tear us apart again…

Don’t walk away in silence…

This is the way, step inside…

Cord stretches tight, then it breaks…

Bei ihm handelt es sich um Ian Curtis. Die englischsprachigen Zeilen sind Zitate aus den von ihm verfassten Texten für die Lieder „She’s Lost Control“ (1979, 1980 wurde eine extended version mit einer zusätzlichen Textstrophe aufgenommen: „I could live a little better with the myths and the lies/When the darkness broke in, I just broke down and cried/I could live a little in a wider line/When the change is gone, when the urge is gone/To lose control when here we come”), “Love will tear us apart” (1980), “Atmosphere” (1979), “Atrocity Exhibition” (1980) und “In A Lonely Place” (1980) wie veröffentlicht im Buch “Touching From A Distance” von Deborah Curtis (1995).

Die erwähnten Fotografen sind Kevin Cummins und Anton Corbijn. Die genannten Fotos sind mit den Suchen „Kevin Cummins Joy Division snow photo“ (oder hier beim Guardian) und „Anton Corbijn Joy Division subway“ auffindbar.

Kurz nach dem Krieg geht ein Mann mit einer Bach-Platte unter dem Arm sechzehn Kilometer des Nachts durch den Schnee. Am Zielort liest man im Dunkeln bei Kerzenschein, Rotwein wird es bei aller Liebe zur Natur – warum sonst sollte man sich das antun? – dabei nicht gegeben haben. Das war noch weit vor dem toten Hasen, dem die Kunst zu erklären mehr Sinn gibt als den Menschen, und nach der Geschichte der großen Menschenliebe, der Legende von den Tataren. Faszinierende Vorstellung innerer Ausgeglichenheit muss er dabei gehabt haben. Das erzählt ein Freund aus der Zeit bei Mataré.

Diese Begebenheit aus dem Leben von Joseph Beuys berichtet der Kommilitone Günther Mancke in dem Buch „Zeige deine Wunde“ von Rüdiger Sünner. Ich kann dem anthroposophischem Aspekt bei Beuys und auch einigem in dem Buch (das ich geschenkt bekommen habe) nichts abgewinnen, aber die Vorstellung, dass jemand das tut, diesen langen Weg draußen in der Natur, stundenlang bei Eiseskälte hat etwas sehr Erdendes, wie ich finde.

Es ist Zufall (!), dass ich Christiane gegenüber letzte Woche in einem Kommentar zum Projekt Beuys erwähnte und mir heute Nacht der Bericht im Buch einfiel. Ob der Jupp heute auf die Melodie von „Sonne Statt Reagan“ „Wir werden krank mit Trump“ singen würde?

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