Schnee von Papier

Schnee von Papier war ein Lebenstraum gewesen. Der Name sollte darauf hinweisen, dass das geschriebene Wort fähig ist mehr zu geben als die Beschallung im Fernsehen oder vor dem Computer, und dass es natürlich auch Stoffe gibt, mit denen man sich im Lesen berieseln lassen kann, das Material eben, wie es jeder Buchladen hat. Die Besonderheit Schnees waren die kleinen Pressen und zwar immer nur die, die man in Deutschland nicht kannte und die Ledia an bestimmten Tagen zu bestimmter Stunde aus der Originalfassung übersetzend auf Deutsch vorlas. Ledia oder Elif oder Song, Mayumi oder Arjun, seltener Juan-Miguel oder Nadége, Pola oder Floortje. Aber natürlich bestellten Sylvia und ihr Team auch alles andere für die Leute, wenn man sie danach fragte. So funktionierte der Buchhandel und das hier war immer noch ein Laden, auch wenn sie das, was sie taten vielleicht mehr liebten als die Kollegen anderswo.

War immer noch?

Das verrußte Gefäß hatte zur Teeküche gehört, einer der Stahlbecher vom Campingladen von der Fensterbank. Am ersten Tag, damals, hatten sie alle hier hinten gestanden und zur Feier des Tages aus diesen Bechern Rotwein getrunken.


Nochmal ein paar Sätze für textstaubs abc.etüden.

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3 Gedanken zu “Schnee von Papier

    1. Ich danke. Auch etwas mit so viel Herzblut zu tun wie die Damen und Herren von Schnee von Papier ist eine Form von Liebe und leider, leider gibt es auch Menschen, die so etwas zu zerstören wissen.

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