Art Amnesty

Ich möchte Sie auf einen älteren (2014) Artikel in der amerikanischen Literaturzeitschrift The Paris Review hinweisen. Als ich ihn zum ersten Mal gelesen habe war er noch aktuell, aber ich finde das Konzept hinter dem besprochenen Kunstwerk nach wie vor klasse und der Beschäftigung wert.

I promise never to make art again by Bob and Roberta Smith

 

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7 Gedanken zu “Art Amnesty

    1. Das habe ich gedacht, als ich es zum ersten Mal gesehen habe, damals war es noch ganz frisch und ich arg komplusiv und extrem schwarz-weiß denkend und perfektionistisch was das Schreiben anging. Ich habe die Ironie und Bedeutung zwar damals schon verstanden, aber es traf dennoch.

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  1. Gefällt mir sehr gut, dieser Artikel. Ich hab ja selbst vor einigen Monaten die literarischen Ergüsse meines Vaters in den Müll verfrachtet. (Die unveröffentlichten, das Buch über meine alkoholkranke Mutter etc. wurde ja leider veröffentlicht). Ich hatte gehofft, mich so von meiner Wut auf ihn zu befreien.
    Hat aber nicht geklappt.
    Allerdings habe ich mir selber schon frühzeitig geschworen, „never to make art (again)“.
    (Damit jetzt kein falscher Eindruck entsteht: Ich halte Kunst für lebenswichtig. Aber viele Menschen zerstören sich und anderen das Leben, weil sie ihre künstlerische Begabung überschätzen. Und ja, ich habe die Ironie des Artikels durchaus verstanden.)

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    1. Ich kann Sie schon verstehen. Nicht jeder, der irgendeine wie auch immer geartete Kreation erschafft ist Künstler und gerade im Schreiben gibt es sicher auch einige Menschen mit Selbstüberschätzung und vielleicht falschem oder nicht ganz gerechtem Antrieb, gerade wenn über Persönliches berichtet wird können auch Gefühle wie Wut oder Rache Motoren sein und die jeweilige Ausdrucksform eben eine um das zu kommunizieren. Mit Begabung oder wirklich Kunst hat das dann wenig bis nichts zu tun (es ist ein Handwerk und gehört geübt). Man kann negative Emotionen in Kunst verpacken, aber man muss wissen wie und das erfordert emotionalen Abstand, den manche Personen zu den Zeiten, in denen sie am Kreativsten sind nicht haben. Da muss man meines Erachtens schon einen Unterschied zwischen der Intention der jeweilgen Person machen.

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  2. Ich denke eigentlich schon, dass es gut ist, Gefühle wie Wut und Hass und Angst in Kunst umzusetzen (so man es kann …). Ich habe auch den Eindruck, dass dabei teilweise sehr gute, intensive Kunst herauskommt. Schlimm finde ich die Möchtegernkünstler, deren eigentlicher Antrieb das Künstlerseinmöchten ist. Solange sie damit anderen Menschen kein Leid zufügen, ist das natürlich voll ok. Also mal abgesehen von der Papier- und sonstigen Rohstoffverschwendung.
    Mein voriger Kommentar war auch nur Ausdruck eines spontanen Bedürfnisses, Wut abzubauen.
    Mal abgesehen davon, dass ich das Konzept von „I promise never to make art again“ wirklich klasse finde.

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    1. Ich habe Sie schon verstanden. Das Möchtegern-Thema hatten wir hier auch schon (irgenwo unter der „Unter Künstlern“-Rubrik. Ressourcenverschwendung würde ich das persönlich nicht nennen, aber es gibt einen Unterschied zwischen Kunst und Kreativität.

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