Stadtpoem

Notiz aus der Poemkladde, hätte ein Beitrag werden können:

Them lot – die Amerikaner – send me emails on ‚that which‘ they think is ‚acting throw-away style‘. Das ist kein Bekriegen, diese Leute sind zivilisiert, es geht darum wer was wie sieht und dass alle unterschiedlichen Meinung gehört werden, aber niemand angegriffen, ver- oder beurteilt.

Einigen ist schleierhaft warum ich kein Material über Ausstellungen behalte. Ich habe keine Flyer oder Plakate und ich vermute von mir selbst, dass es andere Gründe hat wie dass ich keine der Anthologien besitze, in denen ich als junge Frau veröffentlicht wurde, auch nicht die mit den preisgekrönten und vertonten Gedichten. Damals war es mir egal, aber aus anderen Gründen als später. Und auch, dass ich keine Videoaufzeichnung oder sonst etwas von meinem Theaterstück habe hatte noch mal andere Gründe. Ich habe bei allem gesagt, dass es mir egal ist, aber es war ein anderes Egalsein als heute.

Damals wusste ich nicht um den Wert der Sachen oder meinen eigenen. Wenn ich heute nichts an Infomaterial behalte oder nicht vor der Demontage fotografieren lasse, hat das einen anderen Grund. Ich bin überzeugt, dass ich mache was ich machen soll und dafür brauche ich vor mir selbst keine Beweise. Ich mache das nicht für mein Ego – wie besonders als junge Frau damals, als ich mir etwas beweisen wollte -, oder wie zum Teil später, weil es das einzige ist, von dem ich der Meinung wäre, dass ich es wasserdicht kann (auch diese Überzeugung hatte viel mit Ego zu tun, aber da muss jeder durch, auch wenn es viele nicht zugeben), ich mache es, weil ich glaube, dass es meine Aufgabe ist, genau das zu tun. Weil ich vielleicht die einzige bin, die mit diesen Mitteln genau das erreichen kann. Weil ich bestimmt die einzige bin, die es so kann.

Ich glaube deshalb kam auch das Schreiben zurück zu mir. Ich habe mir das nicht ausgesucht. Ich hatte mir ausgesucht es sein zu lassen und das hat nicht geklappt. Weil ich es sein lassen wollte. Es geht aber nicht um will nicht.

Da sind auch them lot sich einig. Müssten sie nicht. Jeder muss für sich selbst einen Grund haben, warum er tut was er tut.

Weil es nicht um wollen oder nicht geht halte ich für mich und meinen persönlichen Weg auch Materie und Form für einen Meilenstein*. Fünf Seiten in Word, die Steine umdrehen, nicht nur aufgrund des Themas. Sehr anders als das was ich früher gemacht habe und doch eindeutig meins. Das wird auch verstanden. Einige sehen das auch so, aber für viele bleibt die Frage, warum ich nichts behalte genauso im Raum wie für andere vielleicht warum ich nichts vermarkte, obwohl das andere Gründe hat. Die werden auch verstanden.

Was im Raum bleibt, nicht nur mir gegenüber, ist, dass es offenbar einen Unterschied gibt zwischen denen, die machen was sie zu machen haben und denen, die unbedingt machen wollen. Die gehen auch eher kommerziell. Das ist eigene Entscheidung. Ich kann prinzipiell von jedem lernen.

[An dem Punkt fuhr der Bus ein, ich führe das jetzt nicht weiter.]

 

*Materie und Form ist ein Fiktionsstück, das in der ersten Fassung in einer Nacht in die Kollapszeit fiel und im letzten Jahr bearbeitet wurde. Es war hier offen einsehbar, dann habe ich es privat gestellt um Fehler in der Rechtschreibung zu korrigieren. Wenn jemand noch mal schauen möchte, dann gebe ich es noch mal frei.

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