Das… Sie wissen schon

Thüringen, Brandenburg und Berlin haben verweigert.

[In Berlin waren die Proteste sicherlich auch augenfälliger als anderswo, mit den meisten Medienberichten.]

Eine Linkliste zu einigen Stationen des Kampfes.

Und wo bleiben eigentlich die Blauhelme?

Ich wusste wie es endet. Wir alle wussten es. Aber mir wird meine Angewiesenheit auf Philipp wieder sehr bewusst.

Laut Gesetz kann ich jetzt nichts mehr in der Begegnungsstätte machen. Assistenten für Ehrenämter sind nicht mehr drin. Also keine Ausstellung(sbeteiligung)en für mich mehr, keine Hilfen meinerseits für Salma [streng genommen, sie versteht mich auch so, aber sie muss zwischen mir und ihrer Familie dolmetschen], eigentlich auch kein Angehörigenengagement in Selbsthilfegruppen mehr.

Das Atelier-Kind bangt nicht nur um seinen Schulplatz – ich berichtete -, ohne Dolmetscher, der für so etwas nun aus keinem Grund mehr bezahlt wird, kann er sich auch die Hoffnung auf einen Platz in der Fußballmannschaft klemmen. Zumindest beim ersten und zweiten Termin müsste jemand dabei sein. Daran teilzuhaben wieder nicht dabei sein zu dürfen, hat die Mit-Künstler-Mutter das trotz Vollsuff treffend genannt. Wo soll der denn sonst lernen wie andere Kinder nach der Schule sind? Es ist vorhersehbar, dass er irgendwann sagt, alle anderen, die hören können findet er scheiße. Als er es anders lernen konnte, durfte er ja nicht.

Wahre Worte.

Der Kampf geht weiter.

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8 Gedanken zu “Das… Sie wissen schon

  1. Hier heute ein Kommentar in de FAZ. Man erregt sich darüber, dass die 10 % Behinderten bald soviel Kosten wie die 5,7 % Arbeitslosen. Wo kämen wir denn da hin, wenn die mit besonderen Bedürfnissen und Einschränkungen mehr kosteten, als andere.
    Es ist ein widerlicher Schachzug die Bedürftigen zueinander in Konkurrenz zu setzen und diejenigen, die es nicht betrifft zu einem Urteil darüber aufzufordern.
    Die Entsolidarisierung der Gesellschaft schreitet voran.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/harte-bretter/harte-bretter-ueber-das-bundesteilhabegesetz-14499122-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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    1. Danke für den Link, hatte ich noch nicht gesehen. Da wird schön die Prozentzahl der Leute mit Schwerbehindertenausweis rangezogen, als ob jeder von denen Assistenz bräuchte (viele Senioren haben einen Ausweis und brauchen entweder gar keine Hilfe oder fallen in die reguläre Pflege, die gehören strenggenommen noch nicht mal in die Behindertendefinition wie vom Gesetz betroffen, nur als Beispiel) und man gegeneinander ausgespielt. Übrigens: Sehr viele als (schwer)behindert anerkannte Menschen sind arbeitslos oder krebsen als Aufstocker dahin, das sieht so ein Medium auch nicht. Es ist durchaus gängig (wenn auch nicht erlaubt, weil viele dem enormen Druck nicht standhalten wehren sie sich nicht oder wissen nicht, dass das nicht legal ist) behinderte Arbeitnehmer kostentechnisch sehr niedrig zu drücken und die Hungerlöhne als Geschenk zu verkaufen. (Wer nimmt dich denn… etc.) Ich habe auch schon für 7,79€ brutto pro Stunde gearbeitet, weil mir das Amt im Nacken saß. Uns wird genau so gedroht wie anderen Billiglöhnern, die sich mit uns nicht solidarisieren wegen solcher Artikel. Ob einem hoch qualifizierten Behinderten gedroht wird, du ackerst für unter Mindestlohn oder es wird Werkstattzuführung veranlasst – NRW ist da gut drin, war auch irgendwann mal in den Medien – oder einem alleinerziehenden Menschen in ALG II, du ackerst für unter Mindestlohn oder wir gehen dir an das Geld für das Kind hat eigentlich den gleichen Effekt. Mit solchen Artikeln wie verlinkt treibt man die Leute, die sich mit ihren Erfahrungen gegenseitig nützen könnten aber nur zähnefretschend aufeinander.

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    1. Wir haben überhaupt gar keine andere Chance.

      Kommentar von einem der Amerikaner, jemand der altersbedingt in Deutschland vom §175 betroffen gewesen wäre: Wenn er das sieht, dann weiß er – seiner Meinng nach – was mit Trump kommt. Ob das so ist weiß ich nicht, aber da sieht man mal wieder wie von außen auf Deutschland geschaut wird.

      Kommentar von Walburgas Nachbar in Norwegen (der einen Bruder mit Down-Syndrom hat): „In Deutschland bringen sie die jetzt um.“

      [Kannst du dir vorstellen, dass in Deutschland jemand mit Down-Syndrom einen Job an der Theke einer Fast-Food-Kette kriegt? Der Bruder von Walburgas Nachbar ist seit 10 Jahres festes Teammitglied. Objektiv natürlich Scheißjob, aber in dem Fall: SO geht Inklusion.]

      So hysterisch ist das nicht, siehe die Medikamententests und Fälle wie Herr Bergen.

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      1. Jetzt muss ich aber doch schlucken.
        ich hoffe sehr, dass wir noch lange nicht soweit sind, dass man in Deutschland Behinderte oder Demente umbringt. Die Medikamententests finden immerhin wenigstens nur nach vorheriger (also vor Eintreten der Demenz) abgegebener Einwilligung statt. Trotzdem ist da eine Tendenz zu sehen…
        Inzwischen wird das Wort Gutmensch als Schimpfwort benutzt und in Diskussionen wird gehöhnt, wenn man über Menschenrechte spricht. Der Ton zieht an.

        Der Widerstand muss weiter gehen, und man muss ein Auge darauf haben, was im Einzelfall geschieht.
        Hoffentlich hat der Widerstand gegen das BTHG die Betroffenen so geeint, dass sie weiter an einem Strang ziehen und so sichtbar bleiben, wie die letzten Monate.

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        1. Das mit der Einwilligung ist nicht nur meines Erachtens eine Luftblase. Wer gibt im klaren Kopf im Vollbesitz der geistigen Kräfte so eine Einverständniserklärung ab? Es ist doch sogar explizit gesagt, dass diese Versuche keinen Nutzen haben müssen, also kann man noch nicht mal von einem „Anreiz“ wie bei der Organspende sprechen. Wenn jemand stirbt und vorher bestimmt, dass seine Organe gespendet werden dürfen kann er ja immer im Hinterkopf haben, dass dadurch ein anderer Mensch gerettet wird.

          Und bei geistig Behinderten, wer gibt da die Einwilligung? Die nicht. Sondern gefragt werden (zum Teil bestimmt auch, weil sie die gesetzliche Betreuung innehaben) die Angehörigen und da gibt es genug, die den Betroffenen einfach nur los im Heim oder sonstwo haben wollen, was da mit denen gemacht wird ist egal. Ich habe als Mikesch damals aus der Psychiatrie kam mit ein paar Berufsbetreuern gesprochen (wir wussten ja nicht, was mit Mikesch dahin gehend wird) und einige von denen betreuen auch Geistigbehinderte. Abgründe, ich sage es dir, Abgründe… Wenn einer die Gesundheitsfürsorge innehat, hat der freie Hand für alles, was nicht auf der Betreuungsurkunde explizit als gerichtliche Zustimmung bedürfend ausgewiesen ist. Und da steht oft nur, dass eine Sterilisation gerichtlich erlaubt werden müsse. (Sonst wäre man ganz schnell ganz offensichtlich bei 1933.) Ich habe mehrere solcher Dokumente gesehen und mehrere solcher Betreuten gesprochen. In dem geschützten Angehörigenforum, das hier gelegentlich erwähnt wird gibt es auch einen Fall wo der süchtige Elternteil gesetzlich betreut wird, da als nicht mehr in allen Bereichen zurechtnungsfähig gesehen, auch da, wenn die Angehörigen wollten, sue könnten alles machen, auch Sterilisation. So ein schwerstabhängiger Mensch ist auch einwilligunsunfähig – wann, in welchem Zustand soll der seine Erklärung für oder gegen solche Versuche abgeben?

          Abgesehen davon, das was schon immer in Heimen abgeht (siehe Medien), werden die mit so einem Freibrief bestimmt nicht runterfahren. Auch auf „Sonderschulen“ werden gerne gegen jede Indikation Ritalin und Co. gegeben. Das gibt es auch woanders wenn die Kinder nicht spuren, aber bei zum Beispiel einem Epileptiker kann das sonst was für Folgeschäden haben. Den Eltern wird dann gesagt, ist halt Teil der Behinderung, und viele haben ihre Kinder bis dahin noch so wenig akzeptiert, dass sie das glauben, weil sie noch mitten im Trauerprozess hängen, auch wenn das Kind schon zehn oder älter ist. Ich könnte hier irgendwann mal von der unglücklichen S. erzählen, das war ein mehrfachbehindertes Mädchen, für die ich mal durch eine Jobcenter-Vermittlung die Schulassistenz gemacht habe um aus der Statistik raus zu sein, aber das würde mich nur aufregen. Ja, relativ schwer mehrfach behindert war sie, aber auch ja, sie wurde von ihren Eltern behindert, die jedes bisschen eigenes, jedes bisschen Selbstbewusstsein sofort nieder getrampelt haben. Und wie alle Menschen war sie deshalb entsprechend aggressiv.

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