Advent, Advent

Dass die Weihnachtszeit manchmal schwer sein kann, hatten wir hier ja schon. Dazu muss man nicht mal Süchtigen-Kind sein. Auch wenn bei uns vielleicht eher auffällt wenn wir allein sind.

Christiane ist kein Süchtigen-Kind und hat dennoch einen guten Text zum Thema Weihnachten alleine geschrieben. Ich kenne das ähnlich von früher. Wenn ich nicht zu Mikesch gehe und das tue ich mir freiwillig nicht mehr an, dann bin ich alleine. Der Handschuhschenker war Jahrzehnte lang alleine. Der Mit-Künstler ist es nur deshalb nicht weil am Ende die Einsamkeit oft so erdrückend ist, dass er doch zur Mutter geht, auch wenn er weiß was ihn da erwartet. Als Walburga noch in Berlin lebte hat sie die Feiertagsschichten nur so an sich gerissen um nicht alleine rumzusitzen in ihrer Einzimmerwohnung und irgendwelche Mitleids-Fresspakete mit lauter Zeug, das sie sowieso nicht mag zu bekommen.

Mir macht das Alleinsein dann heute nichts mehr aus, für mich sind es einfach ein paar Tage an denen die Geschäfte zu sind und ich Zeit zum Lesen habe. Bei mir gibt es auch kein besonderes Fressi – schon gar nicht retro, also bestellt – und der Adventskalender wurde mir von Atelier-Kind aufgenötigt [weil ich ein Mal nach einem Riegel Kinderschokolade gefragt habe]. Andere bekommen wie auch immer geartete Krisen.

 

Ansonsten steht meine Empfehlung für Emils Adventskalender.

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5 Gedanken zu “Advent, Advent

  1. Danke fürs Verlinken. Leute, die über Weihnachten freiwillig arbeiten, kenne ich auch, bei denen ist es nicht, dass zu Hause keiner auf sie wartet, die fliehen einfach vor der Nähe, die sie nicht aushalten. Weihnachten bringt so vieles ans Licht, wenn man genau hinschaut …
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Gerne.

      Das andere Phänomen, das du beschreibst gibt es auch. Oder auch die Variante davon, dass man Eltern/Schwiegerleute/… sieht mit denen man sich nichts zu sagen hat, weil die sich das ganze Jahr nicht melden und man diese Situation nicht aushält. Das kann ja sehr unangenehm sein. Dazu ist das Fest „gut“, man kann hinter die Fassade sehen (wenn man den will).

      Natürlich wird es auch ohne Suchtbetroffenheit Menschen geben wie Mikesch, die nicht glücklich sind wenn sie nicht motzen können und dann Dienst machen, weil sie dann nicht zur Feier müssen, wo man ihnen sagen könnte, sie haben aber auch wirklich an allem was zu meckern.

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  2. Ich mache mir die Tage zu ganz normalen Tagen. Keine anderer Ablauf als an anderen Tagen des Jahres. Silvester genauso. Auch dieses Jahr keine Party. Die paar Raketen, die um Mitternacht in unserem winzigen Dorf aufsteigen, merkt man kaum.

    Am 23.12. gibt es zum Geburtstag der Frau meines Vaters ein Abendessen, dann werden auch Geschenke und Glückwünsche in der Familie ausgetauscht. Das war’s. Keine Streitereien und knallenden Türen mehr wie früher, denn es wird in einem Lokal stattfinden.

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    1. Na bitte, es geht doch. (Satz von Nepomuk geklaut.) Silvester drehen die hier alle durch mit Knallerei, man muss ja zeigen was man hat. Ich habe mich so dran gewöhnt, dass ich nichtmal mehr wach werde.

      Ich kann übrigens derzeit bei dir nicht kommentieren, da spinnt irgendwas. Es ist nicht das üblich recaptcha-Problem. Nicht dass du denkst, ich lese nicht.

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  3. Oh.

    (Und wieder werde ich verlegen und weiß nicht, womit ich … wieso meins … also eine „Empfehlung“ … Himmelherrgottnochmal, wann lerne ich es endlich, soetwas problemlos annehmen zu können?!)

    Alleine bin ich i.d.R. zu solchen Feiertagen, auch im Advent, weil ich es so will — jedenfall weil ich den Streß von Treffen/Besuchen ungeliebter Menschen vermeide. Noch kann ich mich in die aus Kindertagen gerettete Illusion/Erfahrung der besonderen Advents- und Weihnachtszeit „retten“, mich in diese melancholische Freude hineinverstetzen, mich hineinträumen und -schreiben, die Besinnlichkeit zelebrieren und genießen, auch wenn (gefühlt) niemand (aus meinem derzeitigen Umfeld) das verstehen kann oder will.

    Jede darf jede Zeit des Jahres feiern, wie sie mag. Gönnen scheint langsam nicht mehr „politisch korrekt“ zu sein …

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