Schwere Zeiten

Heute beginnt die Zeit, die für viele Angehörigen von suchtkranken Menschen besonders schwer sein kann. Im letzten Jahr erzählte ich Ihnen warum das bei manchen Kindern von Alkoholkranken so sein kann, und das gibt es hunderttausendfach bei jeder Suchtform, auch den nicht stofflichen.

Der Mit-Künstler hat jetzt schon Panik, nicht nur wegen der zusätzlichen Arbeitsmasse im Paketdienst. Einige von Ihnen erinnern sich, seine Mutter wohnt in derselben Straße wie er und weil es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt kann keiner von beiden umziehen.

Ich werde nicht mit Mikesch feiern (Feuerwehrabruf habe ich im Notfall natürlich trotzdem, wie immer, es sei denn natürlich sie braucht diejenige Feuerwehr, die richtige und nicht metaphorische Feuer löscht, dann nicht), aber ich kann diese Panik verstehen. Früher hatte ich das auch. Und wie Weihnachten mit Mikesch ablaufen kann, erzählte ich auch schon.

Im Atelier hängen deshalb jetzt die sechzehn persönlichen Rechte aus dem Buch Familienkrankheit Alkoholismus von Ursula Lambrou (um 1990 erstmals erschienen) aus. Vielleicht helfen sie auch dem ein oder anderen Menschen hier.

 

1. Ich habe die Wahl glücklich oder unglücklich zu sein. Leben heißt mehr als überleben.

2. Ich habe das Recht zu allem nein zu sagen, wenn ich mich nicht zu einer Sache bereit fühle oder unsicher bin.

3. Mein Leben sollte nicht von Furcht bestimmt werden.

4. Ich darf alle meine Gefühle wahrnehmen.

5. Ich bin sehr wahrscheinlich nicht schuldig auch wenn ich mich so fühle.

6. Ich habe das Recht Fehler zu machen.

7. Ich brauche nicht zu lächeln, wenn ich eigentlich weine.

8. Ich darf ein Gespräch, eine Begegnung beenden, wenn Menschen mich klein machen und verletzen.

9. Ich darf gesünder sein als die Menschen in meiner Umgebung.

10. Es ist in Ordnung wenn ich entspannt und fröhlich bin und Freude habe.

11. Ich habe das Recht mich zu verändern und zu wachsen.

12. Es ist wichtig für mich meine Grenzlinien abzustecken und auf mich zu achten.

13. Ich darf auf jemanden ärgerlich sein, den ich liebe.

14. Ich muss auf mich achten und zwar unabhängig von den jeweiligen Umständen.

15. Ich brauche nicht perfekt zu sein um perfekt glücklich zu sein.

16. Ich brauche nicht perfekt zu sein. Punkt. Niemand sonst ist es.

 


Wenn Sie etwas Positives, wirklich schönes für diese Zeit möchten, schauen Sie mal bei Emil vorbei, der wie jedes Jahr Herzblut in einen Adventskalender investiert. 

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5 Gedanken zu “Schwere Zeiten

    1. Ich sage mal so, ich muss wahrscheinlich noch mal in den OP, habe also so eine Art Pseudo-Ausrede warum Lasst mich doch alle in Ruhe!, verstehst du? Aber früher war das teilweise hart für mich, das ging in den psychosomatischen Bereich. Weißt du, obwohl man genau weiß wie es endet denkt man sich immer noch, dass die betroffene Person sich vielleicht halbwegs benimmt und es dann nicht so drastisch ist. Aber erfahrungsgemäß verkalkuliert man sich jedes Mal und operiert brauche ich das echt nicht. Kann sein, dass Mikesch halbwegs ruhig wäre, denn sie bekommt ein Malbuch – wehe, die freut sich nicht! 😉 -, aber mein Bruder ist für momentan absolut nicht aushaltbar. Das gebe ich mir nicht. Ich habe ein paar Bücher ins Auge gefasst, die mir wahrscheinlich geschenkt werden, das braucht Ruhe. So! Ruhe, Lebkuchen und Ingwertee.

      Philipp hat es da um einiges komplizierter, gleiche Straße wie die Mutter halt…

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    1. Danke. So viel wird da zwar nicht mehr gemacht, aber die von September habe ich auch für harmloser gehalten als sie letztendlich war, also sollte ich das nicht runterspielen. Diese Woche ist Besprechung.

      Edit: Nummer 9 gilt bei so eingespannten Menschen wie uns auch umgekehrt. Wir dürfen auch mal kränker sein als die Leute in unserer Umgebung. Nummer 9a sozusagen.

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