Aus der Puppenküche

Es ist so interessant und spannend wie seltsam zu beobachten was aus dem, das einmal aus der „Susanne“ werden soll wird. Nicht nur die Rollschuhe, die in einer früheren Version eine Rolle spielen sollten sind auch in dieser Fassung irgendwie – also nicht so wichtig wie zunächst – drin und haben sich von allein reingerollt, es kommt auch darin vor: Ein Puppenherd.

Wie passend, dass eines der Bastelbücher sich mit der Materie beschäftigt. Zubereitung von essbaren Speisen auf elektrischen Puppenherden, kindertümlich betitelt Leckeres aus der Puppenküche. 1989 als das Buch erschienen ist gab es diese Herde noch. Ich hatte auch einen, den ich – Sie haben es erraten! – nicht benutzen durfte. Wir kochen nicht, wir lassen kochen.

Das hat nicht nur mich geärgert. Da kriegt man so ein tolles Geschenk komplett mit Töpfen und Kuchenform, Besteck und Porzellan zum Servieren – für uns nur vom Feinsten – und darf nichts damit machen. Meine Nimm2-Oma und meine Großtante waren sehr sauer. Ich weiß noch, dass Mikeschs beste Freundin versucht hat wenigstens eine Kartoffel zu erquatschen, um Auszuprobieren ob das Ding überhaupt geht. Natürlich hatte Mikesch keine Kartoffeln. Jedenfalls keine ungekochten.

Das alles hat nichts damit zu tun, dass ein Puppenherd in der „Susanne“ vorkommt. Das hat andere Gründe, zum Teil dramaturgisch. Es geht nicht darum, ob das Kind das einen hat ihn hat um darauf zu kochen. Das ist nur zufällig etwas das dieses Kind, ein Nebencharakter tut und es passte irgendwie, weil in der Recherche herauskam wie lange Puppenherde schon Tradition sind. Mädchen aus der Generation meiner Nimm2-Oma (Jahrgang 1923) und älter hatten so etwas schon. Der wurde einmal im Jahr zu Weihnachten ausgepackt, zum Hausfrauensein üben. So was kann der Punkt sein zwei weit auseinanderliegende Generationen ins Gespräch zu bringen. In der „Susanne“ erzählt eine Tante von ihrem Herd aus den 50er Jahren.

Falls jemand von den Leserinnen auch einen hatte oder Leser wie Leserinnen damit bekocht wurden noch mal eine Recherchefrage: Was gab es? Das was in dem Buch von 1989 steht war in den Jahrzehnten davor noch nicht unbedingt etabliert.

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4 Gedanken zu “Aus der Puppenküche

  1. Meinst du einen Esbit-Kocher? Ich hatte so einen und ich habe Nudelsuppe gekocht, mit ganz kleinen Nudeln. Oder Tütensuppe – meist habe ich die halbfertige Suppe aber schon vorher gegessen – fast roh, weil ich nie geduldig genug war, auch nur zehn Minuten zu warten.

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    1. Ich meine einen richtigen Puppenherd, wie zum Beispiel auf den Bildern in der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Puppenherd

      Esbit-Kocher sieht zumindest laut Wiki nicht danach aus, kann aber natürlich genauso genutzt worden sein. Nudelsuppe ging sicher auf beiden und war bestimmt, da Tütensuppen noch recht neu waren, war ganz tolles.

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        1. Ach so, das war der Brennstoff. Ich hab mir da so ein Kartuschen-Ding drunter vorgestellt wegen Wikipedia (unter Esbit sieht man nur was, da nicht wie ein Herd aussieht und ich kannte das Wort nicht).

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