Kulturelles

Die Violinistin und noch jemand anderes, die ich hier in keinster Weise personifizieren darf, was ich absolut respektiere, haben früher Hinz und Kunz gekannt, weil sie die richtigen Männer hatten. So soll das wohl in deren Generation geheißen haben, beide sind etwa 35 Jahre älter als ich. Das heißt natürlich auch, so erklärte mir die Violinistin, dass man Hinz und Kunz nicht selber kannte, sondern eben der Gatte. Die Gatten haben früher gut verkauft und spielten in einer guten Liga.

Der eine Gatte soll alles gekannt haben was in der Düsseldorfer Szene vor meiner Zeit Rang und Namen hatte, irgendwie „mit Jupp zu tun“ hatte, aber nicht der Jupp selbst war. Solche Leute wie Immendorff. Angeblich Richter. Früher. Lange her. Alles vorbei, nur das Insiderwissen ist noch brauchbar. Der andere Gatte trank mit Schriftstellern und Autoren, ist dem und dem begegnet – ich habe versprochen keine Namen zu nennen um die Gattin nicht zu deanonymisieren -, war mit jenem ganz besonders dicke. Ich erinnere mich mal eine Kollegin gehabt zu haben, die zu einer Autogrammstunde von eben jenem gegangen war und entzaubert weil da nur ein Mensch saß sagte, es handele sich um ein arrogantes Arschloch. Die Gattin dessen, der besonders dicke mit ihm gewesen war, erzählt, jener hätte einfach den Rummel um seine Person nicht gut ausgehalten und fühlte sich in sozialen Situationen unwohl. Kann schon sein. Es kommt nicht selten vor, dass solche Menschen arrogant oder abweisend wirken. Ich weiß es nicht, ich kenne ihn ja nicht. Aber nachvollziehen könnte ich es. Ich bin nie da wenn irgendwo etwas von mir steht. Ich will das nicht. Schon alleine weil es die Aussage ruiniert. Sie kennen den (prototyp) meiner Black Box-Reihe. Wenn Sie so etwas zeigen und in meiner Position anwesend sind, denken die Leute nicht mehr nach. Ich fotografiere nicht, ich behalte keine Flyer oder sonst irgendetwas. Für mich geht es darum aber auch nicht. Der Mit-Künstler hat einen Aktenordner mit Zeug. Der macht solo auch etwas anderes als ich und aus anderen Gründen. Er braucht das alles auch eher für die Selbstachtung. Um sich von der Paketfahrerei nicht zertreten zu lassen. Ich weiß von innen, dass ich eine Aufgabe habe. Trotz Mikesch-Pflege und Atelier-Kind. Ich glaube, wenn ich das, was ich mache nicht machen sollte, dann könnte ich es nicht.

Im Landlebenblog aus dem Odenwald wird übrigens ein Tag der offenen Atelier-Tür angekündigt. Ich weiß nicht ob ich noch zur Heidelberger Zeit mal das Atelier in Mannheim gesehen habe. Ich habe einiges gesehen, aber ich weiß nicht mehr was. Damals hatte ich einen ausschließlichen Literaturfokus und nahm den Rest eher aus Spaß. Wenn ich Ateliers schaute, dann nicht mit den Augen von heute. Außerdem kannte ich damals nicht die Leute für sowas. Meine Freunde waren toll, aber Keith Haring ist nicht der Typ mit den komischen Männchen! Ich nenne Arcimboldo ja auch nicht bloß den Gemüsekopf, auch wenn ihn für sehr beeindruckend halte. Übrigens ist Marina Abramovic keine Balletttänzerin. Sie merken, mein Heidelberger Umfeld und ich waren was visuelle und bewegte Kunst angeht verschieden unterwegs…

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