Der Springteufel

oder Neues von der Front um Baby Ludwig

Der Handschuhschenker nennt sie nur noch den Springteufel. Diejenige seiner Schwestern, die die gesamte Familie aufeinander gehetzt hat weil im Namen ihres Enkelsohnes Ludwig kein S vorkommt, woran der Handschuhschenker, der nur der Großonkel von Ludwig ist angeblich Schuld hat. Solche Dynamiken finden sich des Öfteren in Suchtfamilien.

Wie er erzählt hat er seine Nichte vor Kurzem durch Zufall getroffen, die Tochter einer anderen Schwester von ihm und die erzählte von einer Schlammschlacht auf Facebook. Der Springteufel gegen alles und jeden. Immer noch. Gleichzeitig sollen über das Netzwerk die Feiertage im Dezember abgesprochen werden. Verständlicherweise möchte mit jemandem, der es schafft, dass eine ganze Familie sich wegen Unterstellungen, Lügen und Verleumdungen zerfleischt niemand feiern. Es nahm also laut Erzählung niemand eine Einladung an oder sprach sie aus.

Nun soll passiert sein, dass die Nichte einem anderen Familienmitglied mitteilte, dass sie den Handschuhschenker getroffen hat. Das bekam auch der Springteufel mit, weil wohl irgendjemand das Blocken vergessen hat.

In der Folge ging beim Handschuhschenker wieder das Telefon. Pausenlos, die halbe Nacht lang und er ist entsprechend genervt und gereizt. Der Springteufel weiß nämlich, dass er, der Handschuhschenker, von den Ludwig-Eltern eingeladen wurde, denn er ist der Lieblingsonkel, das Onkelchen, zu dem früher abgehauen wurde, wenn es zu Hause nicht mehr ertragen wurde. Selbst wenn der Lieblingsonkel sternhagelvoll war zu Trinkerzeiten, war der zugänglicher und umgänglicher als die hysterische Mutter. Interessant ist, dass das nichts Neues ist. Die Einladung gilt jedes Jahr. Man zieht sich also an etwas hoch, das schon längst normal ist. Auch nicht ungewöhnlich in solchen Familien. Konnte Mikesch vor ihrer Tablettenfresserei auch ganz gut. Nur wird so etwas immer dargestellt als sei es die allerneueste, gerade erst erfundene und größte Unverschämtheit des Universums. Mit entsprechender Inszenierung und Hetze drum herum.

Der Handschuhschenker schüttelt den Kopf. „Die waren gerade froh, dass endlich ruhig ist. Die haben genug im Kopf, der Kleine fängt an zu zahnen. Und jetzt legt Sabine wieder los.“

Ob an Weihnachten noch irgendjemand miteinander redet weiß man nicht. Die Feiertage sind oft gereizt in solchen Familien. Aber da können das Baby und seine Eltern noch der Handschuhschenker etwas dafür.

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