Anregendes

Das Wetter lässt mich arbeiten. Sehr gut. Vorgestern früh habe ich noch einen wunderbaren und sehr tiefgehenden Herbstspaziergang von meinem Stadtteil hinein in die Innenstadt gemacht und heute sieht der Himmel genau so aus, aber es regnet. Mir tut das gut, auch wenn das Atelier-Kind pikiert ist.

[Wäre ich er und dürfte bei den ganzen schönen Ferienangeboten nicht mitmachen, weil keiner ein „behindertes“ Kind dabei haben will, obwohl mittels Dolmetscher die Behinderung aufgehoben wäre und säße stattdessen blöde im Atelier bei der noch immer kranken dergl, der gestern beim Black Box-Abbau eine Platte auf den Arm gefallen ist und die deshalb noch langsamer ist als gerade eh, wäre ich das ebenfalls. Und wegen dieser Schachtelsätze erst! Noch nicht mal der Mit-Künstler hat Zeit sich nerven zu lassen, weil die Leute gerade jetzt so viele Pakete geliefert bekommen. Er sagt, denen ist auch langweilig, wenn die so viele Sachen bestellen, aber mit dem Zeug in den Paketen kann man wenigstens was machen. Jetzt essen die auch noch das Haribo auf…]

In der Kladde, in der ich vor Sonnenaufgang nach den Morgenseiten noch für mindestens zehn Minuten kritzele, entsteht gerade nicht nur fast täglich und spontan etwas, das ich fast unbearbeitet für das, was mal aus der „Susanne“ geworden sein wird übernehmen kann, es finden sich auch lose Zettel in der Falttasche. Ich habe das manchmal, wenn mir ein Satz kommt, notiere ich ihn auf irgendein Papier wenn ich keine Kladde zur Hand habe. Meistens weiß ich dann, wenn ich die Zettel wiederfinde, wenn die jeweilige Kladde voll ist, nicht mehr wozu die Sätze gehörten, in welchem Kontext sie (ent)standen oder was daraus werden sollte. Geschweige denn von wann sie sind.

Heute fand ich einen Zettel, der zufällig datiert ist, daher weiß ich, dass er aus der Zeit stammen muss als die „Susanne“ noch ganz anders werden sollte. Jetzt kann ich ihn nicht mehr gebrauchen und ich weiß auch nicht mehr wozu ich ihn wollte. Er ist unfertig, irgendwas sollte er sagen.

Ich mache das jetzt mal so ähnlich wie Boris der Unverlinkbare. Ich gebe den Satz an Sie weiter. Vielleicht möchten Sie etwas damit machen. Irgendetwas, er passt in viele Arten von Geschichten.

Einmal wollte ich einen Spiegel in meiner Wohnung haben, da wurde mir gesagt…

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19 Gedanken zu “Anregendes

    1. Ich habe die Diskussion gestern bei dir verfolgt. Vielleicht habe ich noch ein bisschen was an Inspirationen für dich, muss noch ein paar Zettel sichten. Und ich habe noch was ganz schweres. Ob ich es da darauf ankommen lasse, dass einer sich traut, weiß ich noch nicht. Zumal ich da im Kopf habe, dass ich es kurz vor meinem Geburtstag herausgebe und wer sich dem Ding annimmt muss bis dahin fertig sein (will „Geschenke“ haben *quengel*), aber ich bin unsicher ob das machbar ist. Wäre irgendwie schön, ist uralt und ich habe mal sehr dran gehangen, und das Endresultat wurde etwas ganz anderes.

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      1. Gern, ich wäre ja neugierig. Ich kann zwar nichts versprechen, aber ich wüsste schon gern, ob dein „Schweres“ etwas ist, was mich anspringt und packt, wenn du es so sagst … Wenn du es nicht öffentlich machen willst, nehme/nähme ich auch Mails.
        Und ansonsten wäre ich auf deine Zettel gespannt.
        Danke und liebe Grüße
        Christiane

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        1. Die Schwere bezieht sich darauf, dass es mehr oder weniger eine komplette Exposition ist, das heißt, es sind Charaktere da, es ist eine Situation da. Themarisch ließe sich die reine Exposition sogar seichter fortführen, ist also nicht etwas, das an eins „meiner“ Themen gebunden wäre. Dir traue ich locker zu, dass du innerhalb von ein paar Tagen etwas aus dem Bodem stampfst, aber es sind hier auch einige nicht so erfahren damit.

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            1. Ich denke, du musst das sehen, dann kannst du das für dich beurteilen. Ich bin ja nun mal oft detailreich, in dem aber, da es nur um den ersten Absatz geht, eben nicht, genauso wie Namen bei mir in Texten fast immer einen Grund haben. Erinnerst du dich an den von letztens, wo die Mutter Regina hieß? Der Name war zwar in den 50er oft, ist also ganz normal, bedeutet aber auch „Königin“, Angelika wurde früher oft benutzt um die „perfekte Frau“ zu beschreiben und die Angelika im Text ist das ja gar nicht, so was zum Beispiel.

              Oder das hier, damals ohne Titel, jetzt läuft es offiziell unter ‚Materie und Form'“? Die Namen sind alle kein Zufall.

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              1. Bei „letztens“ hatte ich mir so was gedacht, bei dem anderen Text nicht. Bei dem habe ich jetzt erstmals die Kommentare gelesen … 😉
                Gut, dass ich das weiß, wie sehr du die Namen konstruierst.

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                1. Der Männername löst sich selber auf. „Jule“ war in meiner Kindheit eher abfällig benutzt in unseren Kreisen – Tranjule etc. – bei der Susanne wiederholt sich das System später (Heulsuse), wenn sie mal fertig ist. Den Namen des Sohnes wird man gegebenenfalls nachschlagen müssen, sehr oft, aber in der Generation von ihm kaum noch vergeben. Das ist für mich eine Form der Charakterisierung, auch weil öffentliche Namenswahrnehmung nicht immer mit dem Charakter oder der Person zusammenpassen müssen. Reales Beispiel: Emma. Die Mädchen auf meiner Schule nannten mich hinter meinem Rücken Emma und meinten das so wie wenn man über eine „Thusnelda“ sagt. Damals wusste keiner, dass das mal ein sehr beliebter Name werden sollte und die Spice Girls gab es noch nicht. Als die kamen verband man mit diesem Namen das „süß“-Klischee. Wenn man mit damaliger Spielzeit eine deutsche jugendliche Emma auftreten ließe, wäre das zumindest für die Generation eine der ersten Assoziationen (Emma Watson kam noch später). Allein dadurch dass Emma sich aber völlig konträr verhalten oder kleiden könnte, nix rosa Kleidchen und Zöpfe, wäre aber ohne viel zu sagen dieser Charakter stirilisiert. Und das ist nun oberflächlich. In den meisten Sachen, die ich mache geht das eine Dimension tiefer.

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                2. Ich habe noch einen Satz, eigentlich sind es zwei, für dich, bisschen Müller-esk und ich könnte am Vortag mit Salma gesprochen haben. Datierter Zettel vom 06.07.16.

                  Man packt seine Koffer und wünscht sich zu leben. So hab ich mir immer gedacht.

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                3. Ach, ich glaube, dir wird mein Tintenkleks-Projekt gefallen, wenn ich es denn mal öffentlich mache. Das ist auch so ein Ding nach den Morgenseiten, hat auch schöne Sätze.

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                4. Mich beschäftigt gerade etwas anderes, nämlich, falls ich jemals Figuren von dir übernehmen sollte … Du legst die Figuren so fein an, wäre dir das nicht unangenehm, wenn ich (oder jemand anders, klar) sie übernähme und nicht in deinem Sinne weiterentwickeln oder „verunglimpfen“ würde. Ich meine, es sind ja irgendwo geistige Kinder, für die hat man ja irgendwie Pläne … 😉

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                5. Ich verstehe das, ich kenne das auch. Das war zeitweise ein Problem für mich bei den Sachen von Jutta, zum Teil auch wenn der Unverlinkbare was ausruft. Aber bei den Sätzen, die ich jetzt rausgegeben habe stehen keine Figuren dahinter. Und das andere, das ich erwähnte, diese Anfangssequenz wäre quasi offen, weil ich alles was „meins“ ist raus genommen habe und es mit dem Endprodukt eh nichts mehr zu tun hat.

                  Dass jemand Figuren, an denen ich tatsächlich gearbeitet habe und die mir etwas bedeuten „erweitert“ würde ich tatsächlich nicht wollen. Ich glaube übrigens auch, dass die kaum jemand auf meine Art weitermachen könnte.

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    1. Die kenne ich, musste doch dem Atelier-Kind mal was zeigen. Wir hatten übrigens irgendwann mal eine Eule gelegt. In diesem Kontext schade, dass die keiner fotografiert hat. (Ich habe keine Kamera.)

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        1. Das nächste werde ich vorsichtshalber gleich unter den Scanner legen. Ich glaube wir hatten es mit Waldtieren, das hatte er aus irgendeinem Buch entlehnt, da gab es eine Eule, einen Hirsch und einen Fuchs, aber frag mich nicht mehr was für ein Buch es war.

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