0,8 Zentimeter

Ah, okay. 0,8 Zentimeter, mehr geht nicht, denn wenn er an die andere Seite geht kollabiert vielleicht etwas oder es trifft gerade weil es so verschoben ist wieder einen Nerv.

0,8 Zentimeter an einer Stelle, an der kein Nerv ist. Unter örtlicher Betäubung in etwa fünfundvierzig Minuten erledigt. Narkose lassen wir erstmal eine halbe Stunde drin, bis Sie wirklich nichts mehr merken.

In zwei Wochen.

Wenn das verheilt ist muss mir ein anderer Arzt eine Zahnkrone versetzen, sonst verschiebt sich wieder was.

Also zirka noch einen Monat total.

Der Mit-Künstler kümmert sich. Der Handschuhschenker hat sich angeboten und eine angefangene Schachtel Ibuprofen, die bis 10/2016 verbraucht werden muss, gespendet. Salma und ihr Mann, die im Krankenhaus tätig waren und dort schon ganz anderes gesehen haben, wollen auch helfen. Das Atelier-Kind hat versprochen mir jeden Tag ein Wassereis zu schenken, damit es gar nicht erst zur Schwellung kommt.

Ich habe Stromgeld überzahlt und zurückbekommen. Das heißt, ich habe einen Puffer falls ich doch mehr Medikamente als verschrieben brauche oder mehr waschen muss, falls ich tagelang Blut ausspucke.

Ich weiß also prinzipiell, dass ich so versorgt bin, wie ich sein kann in meiner Situation. Fast könnte ich glauben, ich könnte an dem Tag nach der Operation wirklich einfach schlafen.

Aber ich könnte auch wetten, dass genau dann jemand Bestimmtes ganz besonders durchdreht. Die kann es nämlich partout nicht ertragen, wenn sich um andere Leute gekümmert wird, weil es denen de facto schlecht geht. Wie sie das selber handhabt, habe ich im letzten Jahr mal erzählt.

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8 Gedanken zu “0,8 Zentimeter

    1. Vielen Dank! Sind ja noch ungefähr zwei Wochen und es ist nicht so drastisch wie ich dachte. Ich wurde überwiesen in der Annahme, er müsste an drei Stellen schneiden. Das wäre doch arg heftig geworden. Ich habe Bilder gesehen von Leuten danach und schon beim bloßen Hinsehen Schmerzen gehabt. Ich weiß natürlich nicht was der andere mit der Zahnkrone macht. Mein aber wirklich allergrößtes Glück ist, werde ich wahrscheinlich noch ziemlich oft sagen, 2012 nach der großen OP war ich so gut wie alleine und auf mich selbst gestellt, jetzt nicht, das wird auf jeden Fall schon zur Besserung beitragen.

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    1. Danke! Der meinte verglichen mit dem, was auf der Überweisung stand könnte bei der Sache nichts schief gehen. Frage mich nicht, ich glaube es erst, wenn ich es überstanden habe. Aber ich habe auf jeden Fall weniger Panik als noch gestern.

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    1. Danke. Geraucht habe ich nie und das mit dem Halbieren kenne ich schon von der ersten, größeren OP 2012, jetzt wird ja nur nachgestellt, weil der Mist sich verschoben hat. Damals war das eine Zufallserkenntnis, ich musste halbieren weil ich die ganze nicht in den geschwollenen Mund bekam und war dann zu faul die zweite Hälfte auch noch zu schlucken.

      Was ich aber echt nicht darf, er hat mich heute schon gewarnt: Grießbrei oder irgendwas, das „pappen“ könnte. Ich schätze, ich esse dann wieder tagelang Kartoffelpuffer wie beim letzten Mal (das war damals eine direkte Empfehlung des Operateurs, allerdings ohne Kompott dazu.)

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  1. Wie gut, dass du dich nicht mehr so verlassen fühlst. Besonders das Wassereis gefiel mir, das das Atelierkind dir bringen will. Auch mein Mitgefühl ist bei dir, liebe dergl., wenngleich ohne Wassereis, leider.

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    1. 2012 kannte ich den Mit-Künstler nicht. Meine damalige Assistentin hat getan was sie konnte, aber es ist ein großer Unterschied ob jemand bezahlt nur zu bestimmten Einheiten da ist/da sein kann – ich möchte explizit betonen, Gudrun war echt super, die hat sich sehr reingekniet und gleichzeitig Abstand gehalten, man kam aber trotzdem auf eine freundschaftliche Ebene – oder ob das so ist wie zwischen mir und Philipp. Den Handschuhschenker kannte ich bis zu einem (für ihn, von mir unabsichtlich) fatalen Artikel hier in den Fädenrissen flüchtig. [Edit: Hier Enter Handschuhschenker als Person] Man sah sich in der Begegnungsstätte auf dem Weg in die Gruppe, sprach ein paar Worte und das war es. Dass das ein Mensch werden würde, der jetzt praktisch eine Kontante für mich darstellt hätte ich damals nicht gedacht. Auch nicht, dass er hier in den Fädenrissen mal so eine große Rolle spielen könnte, aber er bietet eben, das merkt man an den Rückmeldungen, auch viel Identifikationsfläche für den ein oder anderen, was ja nicht negativ ist, und natürlich – davon ab, dass er in meinem Leben wirklich so eine „große“ Rolle spielt – ist er sicherlich auch jemand, an dessen Geschichte einiges ohne es explizit zu zeigen gut zeigbar ist.

      Das Atelier-Kind ist für mich gerade so eine Art kleines Wunder. Ich bin die Tagesbetreuung, es sind Ferien und er will dementsprechend Action. Die Ferienangebote in Kindergruppen mit Ausflügen etc. „kann“ er nicht mitmachen, weil keiner ein gehörloses Kind mitnehmen kann (bei Ausflügen verständlich) oder dabei haben will (in den museumspädagogischen Angeboten in Kleingruppen unverständlich, da geht es nur um nachmachen, der ist wacker im Kopf, der käme da mit). Das heißt der könnte sich alterstypisch auf den Putz hauen. Wäre gerechtfertigt und er ist eigentlich eher die Richtung Wirbelwind. Siehe auch hier, das haben wir einmal die Woche. Zumal man seine Routinen nicht stören darf, da ist er eigen. Aber jetzt: dann ist dergl halt krank und kann nicht essen und braucht Eis und schläft vielleicht viel.

      Ich habe mir Dienstag übrigens tatsächlich einen Bastelbuchband bestellt: 1,50€ in Antiquariat und angeblich unbenutzt. Werde ich ja merken, wenn es ankommt. Besonders toll ist: Es ist meiner Erinnerung nach einer der Titel, die ich als Kind zwar gesucht habe, die ich aber nicht bekam, weil sie keiner im Sortiment hatte. Hab ich wenigstens eins!

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