Spontanes Denken zu Ian Curtis

Vor 36 Jahren. Ein Mensch, zum Teil damals schon zum großen Idol verklärt, aber erst richtig fest nach seinem Tod, stirbt wahrscheinlich in dem Morgenstunden durch die Vorrichtung zum Wäschetrocknen in seiner Küche. Im Buch der Witwe heißt es, ihr Vater hätte dieses laundry rack später zerstört und als über zwanzig Jahre später ein Fan und Fotograf seinen cineastischen Erstling mit einer Biographie des Menschen feiert, sagt er, der Fotograf, dass ihm erklärt werden musste wie man sich an so einer Gerätschaft das Leben nimmt.

Der Mensch, nicht ganz einen Monat jünger als meine Mutter, war nicht nur Idol und hatte als eigene Bowie, Reed und Iggy Pop, er war auch Vater und Ehemann, gleichzeitig noch Geliebter, hatte gearbeitet in einem Plattenladen und beim Arbeitsamt, war seinen band mates nach ein people pleaser (Peter Hook) und nicht nur innerlich von aller Situation zerrissen, sondern auch von den Medikamenten zermürbt (Bernard Sumner). Carbamazepin kann ein großes Arschloch sein, ich weiß es selbst. Und er bekam noch anderes.

Ein anderer Fan und Journalist, der nicht extra aus Holland zuzog, sondern in seiner Heimatstadt wohnte beschrieb später und nicht nur da in einem Buch über den Suizid des eigenen Vaters die Bedeutung, die dieser Mensch nicht nur für ihn selbst hatte.

Mensch und Werk trennt sich durch die Ikonografie des Todes, gerade dieses Todes nicht mehr. Das ist fatal und hat vielleicht schon mit zu der großen Fatalität des Todes, gerade dieses Todes geführt.

Das Werk ist eines von kurzer Entstehungszeit, sein Ventil hatte nur drei Jahre, aber von einer Intensität, die noch bis heute gilt. Nicht nur weil der ewige Schatten dieses Todes darauf fällt.

Es gibt Menschen, die sich sicher sein wollen, er hätte das gewusst.


 

[Den Soundtrack dazu suchen Sie sich bei Bedarf bitte selbst. Ich hatte hier mal was.]

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