Spontanes Denken zu Hundertwasser

Vielleicht würden sie ihn heute wegsperren, diesen mit hundert Wassern gewaschenen Friedensreich mit seinen Ideen von Langsamkeit, diesen Wirrkopf, der nicht einmal zustande brachte zwei gleiche Socken zu tragen und sich dessen noch rühmte. Vielleicht aber wäre er auch irgendwo der Quoten-Exot, dieser Hutmann mit dem Humusklo und den Spiralen, dessen Familie bis auf Mutter Elsa von den Nazis ermordet wurde, der nackt Reden über diverse Häute hielt und seltsame Häuser baute. Sich Regentag nannte und dunkelbunt erfand. Überhaupt dieses Erfinden und manifestieren. Dieses offene Zugeben ein Träumer zu sein, im originären Sinn, nicht gesagt um in einem schnelllebigen Medium aufmerksam zu machen. Vielleicht würden sie ihn Gutmensch schreien und seine Versuche der Völkerverständigung Blasphemie, vielleicht würden sich die Falschen nicht nur sein Haus sondern auch seine Vorstellung von Abgrenzung zunutze machen und für ihre Zwecke missbrauchen.

Ach, Fritz, wer kann das wissen…

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6 Gedanken zu “Spontanes Denken zu Hundertwasser

    1. Hallo Lilly, das stammt von ihm, es war dann auch Teil seines Künstlernamens (diverse Quellen, unter anderem Kunstbücher – ich habe mehrere – schreiben Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser).

      Bei Barbara Stieff in Hundertwasser für Kinder, das habe ich gerade hier liegen in der Nähe, wird er beispielsweise zitiert:

      „Dunkelbunt bedeutet: in reinen starken tiefen Farben, etwas traurig wie an einem Regentag.“

      Auf derselben Seite (39) steht was zu Regentag (wie später auch sein Schiff hieß):

      „An einem Regentag beginnen die Farben zu leuchten;deshalb ist ein trüber Tag – ein Regentag – für mich der schönste Tag. Das ist ein Tag, an dem ich arbeiten kann. Wenn es regnet, bin ich glücklich, dann weiß ich, dass mein Tag beginnt.“

      Barbara Stieff bezieht sich bei den Zitaten im Buch auf das Hundertwasser Archiv in Wien, wo seine Texte einlagern. Hilft das?

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    1. Weil es mir in den Kopf kam als ich darüber nachdachte was passieren würde wenn einige Leute nicht nur in Bezug auf Kunst ihren Willen bekämen. Dann wären wir wieder bei „entartet“ und er, für den sich das Atelier-Kind gerade sehr interessiert, weshalb ich mich wieder mit ihm beschäftige, wäre sehr wahrscheinlich einer der ersten, der es abbekäme, gerade weil er so für Verständigung war. (Man denke an die Torbögen und Flaggen, die stehen ja sehr für Interkulturalität (heißt das Wort so?).)

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