Stadtpoem

Ich war nicht unterwegs heute. Aber das Kind aus dem Stadtpoem hat beim versteckten Poeten lz mitgelesen (und später dann bei Orangeblau), mit Gruß und Dank an beide.

 

„Ach Kind“, sagte die Alte. „Ach Kindchen, Kind, erzähl mir doch, sag mir die Wahrheit kennst du den Weber?“

„Den Herrn, der da zwei Straßen weiter-“

„Oh nein, mein Kind, den Weber meine ich. Das ist der mit dem langen Knäul aus Faden.“

„Und mit dem Nadelspiel?“

„Ja.“

„Und der mit den bunten Fäden!“ frohlockte das Kind, denn die Fäden des Gemeinten waren gar zu schön.

„Nein, nein“, sagte die Alte. „Die Fäden des Webers sind weiß, weiß wie Schäfchen. Einfärben musst sie erst du.“

„Ich?“

„Aber ja. Denn der Weber sieht alles was du trägst. Im Kopf und über den Tag. Er kennt für alles darin die Worte. Und wenn die Zeit zur Ruhe gekommen ist, dann nimmt er diese Worte und webt daraus dein Kopfkissen, dann erst wird der Faden bunt.“

„Aber dann ist es doch leer?!“

„Oh nein, denn wenn du ruhst, dann geht es in deinem Kopf weiter und das gibt auch wieder Worte. Die füllt der Weber dir in dein Kissen und am Morgen-“

Das Kind sprang im Bette auf. „…weiß ich viele Geschichten. Hat mir der Sandmann gesagt.“

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