Maßnahmen

Mikesch ist erbost. Aber sowas von, also ehrlich!

Gestern in ihrer Maßnahme wurde sie nämlich in ein Büro gerufen und die Tante, die da gesessen hat – die blöde, inkompetente, doofe, die -, die hat sich erdreistet! Erdreistet hat die sich, das kann sich keiner vorstellen! Die Doofe!

Die hat sich nämlich erlaubt zu fragen was Mikesch in der Maßnahme mache, eigentlich müsste jemand mit Mikeschs Vorgeschichte doch Rehafall sein.

Das war noch nicht schlimm, das hat Mikesch nicht verstanden, weil sie nicht weiß was ein Rehafall ist.

Aber dann!

Sagt die Tante doch wahrhaftig, dass es ein Gesetz gibt wo drin steht, dass Behinderten nur spezielle Maßnahmen für Behinderte genehmigt werden dürfen.

[Das gibt es. Wegen diesem Gesetz habe ich vor Jahren einen SAP-Kurs nicht bekommen, weil es zwar ein Angebot für Menschen mit Handicap gab, man mich auch dort gerne genommen hätte, aber keinen Assistenten hätte stellen können. Extern konnte keiner finanziert werden und das sogenannte Persönliche Budget wurde abgelehnt.]

Mikesch und behindert! Was eine Unverschämtheit!

Und das ganz Schlimme: Die doofe Kuh legte ihr dann noch Papierzeug vor. In einem stand, dass es psychische Behinderungen gibt, in einem stand, dass nach der Wo (oder so ähnlich) eine Behinderung dann vorliegt, wenn die Einschränkung länger als ein halbes Jahr da wäre – das war übrigens in ganz komischem Deutsch geschrieben, bestimmt extra für Behinderte, die sind ja alle dumm. Halt, Moment, bevor die dergl jetzt wieder durchdreht, die dergl nicht, die dergl ist nämlich ein Wunderkind, die hat nämlich Abitur, ja -, und noch eins war von der Klinik aus der Mikesch kommt und da steht drin, dass empfohlen wird, dass Mikesch einen Schwerbehindertenausweis beantragt, aufgrund der Schwere der Beeinträchtigungen durch die psychische Störung sei ein GdB von 80 bis 100 wahrscheinlich und es könnte sein, dass man das nachweisen muss um speziell für Mikesch geeignete Maßnahmen oder Therapien genehmigt zu bekommen.

So ein Quatsch!

Mikesch ist nicht behindert! Das hat bestimmt der Arsch von [Stiefvater] gesagt, dass die das da hinschreiben sollen. Genau wie das mit dem Nazi, das [angeblich] irgendwo steht.

Es kann zwar innerhalb von Wochen nach einer Psychiatrie-Entlassung ein Feststellungsantrag gestellt werden, aber es dauert im Normalfall Monate bis über so was entschieden ist. Und Mikesch kann auch nicht zur Beantragung gezwungen werden. Dass sie doch in diese Maßnahme musste verwundert aber nicht nur die Frau von der Maßnahme. Das ist die Bürokratie. Arbeitslos – Zack, Maßnahme!, unabhängig davon ob der Mensch jederzeit teilstationär wieder aufgenommen werden könnte. Ich bekomme jeden Tag irgendwelches Zeug, das mein Stiefvater bearbeiten müsste, aber mangels Anwesenheit nicht kann, aus dem hervorgeht, dass die Verhandlungen über Wiederaufnahme laufen. Weil Mikesch nicht krankgeschrieben ist, landet sie logischerweise als zur Verfügung stehend im Computer. Das ist ein Problem und das sehe ich ein. Es bleibt trotzdem irgendwie willkürlich, zumal auch auffällt, dass sie in der Maßnahme nicht klarkommt. Das wurde der Agentur wohl auch gemeldet. Es ist möglich so jemanden rauszuholen, aber keiner macht es. Da ist es auch nur logisch, dass der Träger zur Konsequenz so eines Gespräches greift. Denn wenn sie diese Teilnehmerin eigentlich gar nicht haben dürften, dann müsste sie rausgeholt werden. Dann säße sie eben zu Hause. Realistisch gesehen können Sie jemand in dem Zustand nicht aktivieren und es hat nicht nur wegen des Alters wenig Sinn.

Viele von Ihnen lesen hier ja schon länger mit und wissen wie „Mikesch und Arbeit“ im Regelfall endet. Rein fachlich war sie vielleicht sogar gut, aber sind wir ehrlich: Würden Sie das Risiko eingehen so jemanden einzustellen? Das macht niemand mehr. Nach dem aufgebrochenen Schrank schon gar nicht.

Aber die Doofe da in dem Büro, die sagt das, die blöde Kuh.

Und die sagt noch was. Nämlich zum Teilhabegesetz. Da hat sie auch ein Papier zu. Und das kann doch jetzt aber ehrlich nicht wahr sein! Weil früher, als sie noch mit dem dergl-Vater verheiratet war, da hatten sie eine Versicherung, die sollte bezahlen, damit mal einer die dergl heiratet, wenn man da nicht draufzahlt, nimmt die ja keiner*, die kann sich nämlich nicht einpassen, das renitente Stück. Und jetzt steht da auf dem Papier, dass das Geld von der Versicherung, das hätte der Mann gar nicht gekriegt. Das hätte der Mann alles abgeben müssen für Assidings-Leistungen. Das gibt es doch nicht. Mann was gut, dass die Versicherung irgendwann gekündigt wurde bevor die dergl dran konnte und man selber was von dem Geld hatte!


Update:

* Hier stand zuerst und ich halte das für einen wunderbaren Freundschen Vertipper keine. Das konnte man natürlich damals nicht wissen und nach Mikeschs Verständnis bin ich ohnehin nur so, weil mich renitentes, anpassungsunfähiges Stück keiner nimmt.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s