Treibstoff

Ich kannte das Phänomen. Kennen ist heute zu viel gesagt und Ich kenne zu sagen ist brandgefährlich.

Ich kannte es damals bei dem abgelegten Romanprojekt von 2004/05. Da fing es schwerfällig an und machte sich irgendwann selber. Treibstoff war nicht nur harmlos der Fluss, sondern eine Stresssituation. Als die später nachließ versiegte auch das Projekt und stoppte im vierten Kapitel. [Es handelt sich das 86 Seiten Dokument mit den 25 Seiten-Kapiteln, das ich Ihnen hier nicht zumuten will. Dort gibt es nicht nur eine bewusst gekünstelte Sprache, sondern auch viel und langen Blocksatz.] Man merkt beim Lesen, es ist irgendwann nur noch gewollt und getrieben, der Bezug zwischen Text und Notierer ist nicht mehr da.

Spätere Versuche generell und für anderes den handwerklichen Mechanismus wie dort erfahren zu reanimieren entpuppten sich als zweck- und ergebnislos.

Ich konnte damals noch schreiben, lange, aber nie wieder so.

In den letzten Tagen sitze ich oft an dem Text, der sich irgendwann nach außen geschält hat in der Zeit, in der ich über Produktivität nachdachte. Und lange Tage ging es nicht vor oder zurück. Ich hatte den Wunsch, aber der Bezug fehlte. Seit einigen Tagen, kurz nach der Mikesch-Entlassung, läuft es. Es tut sehr gut und ist entspannend, ich habe mittlerweile eine komplette Bonbondose voller leerer Patronenhüllen – kann man immer brauchen – und heute Vormittag zwischen zwei Papierkramen wegen Mikesch stellte ich fest, ich habe da im Grunde schon ein ganzes Kapitel. Kann es auch bei Kurztexten geben. Denke ich.

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