Klee

Er wünscht sich, dass sie aufschaut, aber mir ist sie egal. Mir gefällt ihr Gesicht nicht, schöne Menschen sind seltener hübsch und manchmal ist das auch umgekehrt. Dass sie ein schöner Mensch ist weiß ich. Ich kenne sie gut. Aus einem Kontext, aus dem man sich im Idealfall nicht kennt und deshalb ist es besser wenn sie eben nicht aufschaut.

Es könnte nicht gut gehen, nicht einmal diesen Moment. Nicht mal unverfänglich. Für ihn ist jede Frau wie seine Mutter und für sie jeder Sohn einer solchen Mutter wie der Sohn ihrer eigenen. Sie weiß woher wir uns kennen. Ich habe von ihm erzählt.

Sie ist fragil, er ist impulsiv, es würde krachen und ich würde dazwischen stehen als diejenige, die die beiden einzeln jeweils zu sich lassen. Er, weil ich für ihn keine Frau bin, sie, weil ihre Schwester wegen der Mutter jetzt aussieht wie ich. Das ist der Grund warum sie und ich uns kennen.

Sie sieht nicht auf und ich weiß nicht ob sie uns überhaupt wahrnimmt, ich hätte sie auch beinahe nicht gesehen.

Er sieht still weiterhin hinüber.

Irgendwann gibt es Klee.

Das ist eine Redensart aus der Familie seiner Mutter. Sie meint, dass wir etwas wollen und genau wissen, dass es uns nicht zukommt, wir aber trotzdem immer weiter in die Richtung machen. Sie hat nicht mit der Pflanze zu tun, sondern mit dem Konkurrent des Großvaters von 1948. Der hieß mit Nachnamen Klemers.

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2 Gedanken zu “Klee

    1. Kryptisch? Für mich natürlich nicht, denn ich habe ihn ja geschrieben, und für einige andere, die hier schon länger als du mitlesen vielleicht (!) auch nicht. (Es ist erstaunlich was die Leute sich alles merken und ableiten.) Aber ich bin auch nicht sonderlich gut darin andere Leute zu beschreiben während sie noch anderen schöne Augen machen. Oder das zumindest versuchen, hat ja nicht geklappt…

      (Herr Mit-Künstler und sein „Hau“ Frauen gegenüber ist schon was Spezielles… Und die Frau von gestern kann halt auch nicht so mit Männern, erstrecht nicht mit „Söhnen“ [von Süchtigen], weil ihre Mutter ihrer Schwester einen Schlaganfall „besorgt“ hat. Das ist eine eigene Dynamik mit so Leuten. Und ich stand ja dazwischen… )

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