Gedanken zum Thema Produktivität

In den letzten Tagen stellte ich mir mehrfach die Frage nach dem was Produktivität bedeutet. Was es für mich bedeutet, ich meine nicht die Definition mit dem Marktwert, bei dem nur das fertige Produkt und nicht Vorarbeit oder Prozess zählen. Das ist eine kranke Definition und eine große Falle. Ich kenne keinen, der nie rein getappt ist. Ein jeder hat so seine Geschichten damit.

Ich habe in den vergangenen vier Wochen so etwas ähnliches getan wie gegen die Uhr zu spielen. Bewusst und mit Absicht. Und ich habe anderthalb Kladden und ein paar Word-Dokumente gefüllt mit Abschnitten, Varianten, Planungen und Ideen für ein Projekt. Mein Zeitraum dafür waren vier Wochen und ich hatte kein Ziel. Ich wusste nur, wenn ich dieses Projekt mache, ziehe ich mich über das Frühjahr aus allen anderen raus und das hatte nur indirekt mit diesem zu tun. Ich kann so etwas kaum konkret planen. Also plane ich es konkret in dem ich es nicht konkret plane. Indem ich nur sage, dass ich dran bleibe, aber fast niemals eine konkrete Vorgabe mache was Ziel oder Ende betrifft.

Und nun sehe ich diese Kladden, diese zu allen möglichen Zeiten und unter allen möglichen Bedingungen – ich lasse dafür auch mitten im Satz Leute stehen -, teils aufgrund der Eile unleserlich gemachten Notizen und frage mich Was hast du da eigentlich die letzten vier Wochen gemacht?

Ich weiß was. Ich habe ungefähr zweihundert Seiten gefüllt, Randnotizen auf losen Zetteln [der Mit-Künstler sucht übrigens seine abgelegten Parktickets].

Wo bist du jetzt?

Da wo ich jetzt bin. Weiter. Ich habe Susanne kennengelernt, die in diesem Projekt nicht gerade unwichtig ist und die urplötzlich so hieß. Hallo!

Aber ist das produktiv? Hast du irgendwas geschafft?

Sie wollen die Antwort nicht wissen.


 

Vielleicht möchte sich noch irgendjemand anders Gedanken dazu was Produktivität bedeutet machen und mitteilen. Oder erzählen was das für eine Tücke ist. Oder… Wir könnten die Blogposts ähnlich wie bei einer Parade sammeln.

 

 

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4 Gedanken zu “Gedanken zum Thema Produktivität

  1. Der Gedanke, dass „Produkte“ etwas Unabänderliches, Starres sind, hat mir zunächst echt Angst gemacht. Das wurde gedanklich so groß für mich, dass ich dort gar nicht hin wollte… Seitdem ich mir sage, dass Produkte Momentaufnahmen sind, gehts mir besser damit. Wenn ich etwas Fertiges als Momentaufnahme sehen kann, dann ist mein Wunsch es im Nachhinein ändern zu wollen, oder aufkommende Scham etc., nicht mehr so groß, denn dann kann ich mir sagen, dass ich einfach weiter und das nächste machen kann. Dann finde ich mehr Spaß im Prozess an sich.

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    1. Stimme völlig überein, was die Vorliebe für den Prozess angeht.
      Dennoch möchte man gelegentlich, dass der Prozess ein Produkt gebiert. Warum? Weil man das Nur-Prozesshafte schwer aushält. Ich jedenfalls. Der Prozess ist kein Gegenüber, sondern ein ständig sich Generierendes, ein Hier und Jetzt..
      Zum Produkt muss ich stehen, selbst wenn ich es zum Ausdruck eines Moments erkläre. Es ist da, hat sich von mir abgesondert in seine eigene Raum-Zeit. Das Produkt ist Objekt, über das ich und andere in einen Dialog eintreten können. Es ist das „Dritte im Bunde“.

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      1. Kann ich nachvollziehen. Ich habe das im Installieren so in der Art hand. Ich habe jetzt nicht viel Zeit, sonst würde ich das erkären. Mache ich bei Interesse wenn ich es schaffe später.

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