Schulmappen-Geschichte

Mein Tisch, mein Sessel, mein Morgenkaffee und mein Federmäppchen von früher. Das war alles.
Da schrieb ich diese kleine, fiktive Geschichte für Jutta über etwas, das Millionen Kinder meiner Generation im Westdeutschland der 80er Jahre erlebten und bringe so einen schönen Stein in Form einer tollen, informativen und inspirierenden Diskussion ins Rollen.
Der Amigo gegen Scout-Konflikt war meiner Generation eigen. Wir hatten ein ganz besonderes Verhältnis zu unseren Schultaschen, eines das keine Generation davor oder danach gehabt zu haben scheint.

Oder täusche ich mich?

Haben Sie auch was zu erzählen zu dem was zunächst Mappe, dann Ranzen oder Tornister hieß? (Hat jemand vielleicht sogar Geschichten aus der DDR?)

[Ein wahres Erlebnis erzählte ich schon einmal hier.]

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8 Gedanken zu “Schulmappen-Geschichte

  1. Amigo und Scout – was für eine Erinnerung! Und dann die Füller-Frage: Pelikan oder Lamy. Irgendwo hatte ich gelesen, dass Jemand meinte, dass der Lamy aus Holz aber nicht zu den Guten gehörte… hmmh, ich glaube ich hatte so einen aus Holz mit nem roten Würfel unten dran. Oh- ja und dann irgendwann so nen ganz langen mit ner breiten Feder, weil der so schön schreiben konnte. Gut oder schlecht ist ja auch alles Geschmacksache. Eine Freundin von mir hatte immer alles in quietschbunt und ich wäre gerne so bunt gewesen, wie sie. Marken waren mir da noch total egal. Nur später wollte ich unbedingt ne Levis 501. Das gab die Werbung so ziemlich vor. Levis 501 und Chucks.
    oh, aber sorry, dass ich jetzt geantwortet habe- ich schreibe ja immernoch über die gleiche Generation.

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    1. Wieso sorry? (Verstehe ich wirklich nicht so ganz, passt doch noch in den Themenkreis rein, so einen Füller hatten man ja in der Schultasche drin.)

      Der ABC von Lamy hat so eine Art Kubus unten dran und damals gab es die nur in rot. In Anbetracht des Faktes, dass ich mal zehn Minuten Fußweg vom Werk gewohnt habe begehe ich jetzt wahrscheinlich Blasphemie (Heidelberger Qualitätsprodukt bla bla…), aber der was wirklich nicht der allerbeste. Ist er auch immer noch nicht. Ursprünglich wollte ich einen für das Atelier-Kind als es eingeschult wurde, aber dann stieß ich bei Rossmann auf ein „Imitat“. Das funktioniert nicht nur mit normalen Patronen, sondern ist auch robuster und liegt besser in der Hand und kostet die Hälfte. Das war so gut, dass ich mir selber eins kaufte. Diese Füller ist xfach runtergefallen, es wurde draufgetreten und so weiter und so fort, trotzdem nach zwei Jahren täglichem Gebrauch noch top. Das „Original“ hätte den ersten Schuh nicht überlebt.

      Ungefähr 1994/95 hatte ich einen schwarzen Kalligraphie-Füller von Pelikan mit breiter Feder, die kamen damals neu raus.

      501 waren mir ziemlich egal – hätt ich eh nicht bekommen – worüber ich echt fertig war waren die weinroten Chucks, die ich mit ungefähr 13 (es muss 1993/94) gewesen sein unbedingt wollte und nicht bekam mit der Begründung bei deinem Füßen sieht das scheiße aus, die latscht du sowieso kaputt. Selber für sparen traute ich mich nicht, dann wären sie weggewesen. Das war bei uns so, meine Mutter ließ Sachen von denen sie meinte man sähe zu viel von meinem Handicap gar nicht erst zu.

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  2. Der Amigo-gegen-Scout-Konflikt ist mir aus meiner Grundschulzeit ebenfalls bekannt. Und mein dunkelvioletter, sehr gemochter und damals mit einem gewissen Besitzerstolz getragener Amigo ist mir auch nach mehr als 20 Jahren und trotz krankheitsbedingter Erinnerungslücken lebhaft im Gedächtnis geblieben.

    Später dann, so zu Zeiten der damals bei uns noch existierenden Orientierungsstufe, waren in meiner Gegend Schulranzen aus Leder sehr gefragt. Noch später dann Rucksäcke einer bestimmten Marke. Das waren richtige Trends in unserem Schüler-Mikrokosmos.

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    1. Dunkelviolett wie wirklich lila und mit grünen Streifen oder dunkelviolett wie fast schon blau mit pinkfarbenen Streifen? Es gibt Leute, die halten beides für dunkelviolett. Ich habe von beiden je eine Federtasche in meiner Sammlung.

      Bei uns, das war ja keine öffentliche Schule sondern so ein Privatding, kamen dann 90/91 für, die die dann „Fünfte“ waren (also ich) von Amigo die querformatigen aus Leder oder mit Leinenbespannung in Mode, ich schätze, es ist das selbe was du meinst. Die waren auch woanders in.

      Dann kamen irgendwann bei den Jüngeren (*1982 und jünger) die ersten 4You und in unserer Generation die ersten Eastpak. Ich weiß noch, dass das ausnahmweise mal was Tolles mit meiner Mutter war, denn ich hatte in einem Schaufenster die braune Eastpak-Schultertasche gesehen (muss um die 90 DM gewesen sein) und hatte den Wunsch gar nicht richtg artikuliert, aber ich bekam sie dann ein Weihnachten überraschend geschenkt, da sie mich davor so oft beobachtet hatte.

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      1. Dunkelviolett wie wirklich lila, aber ohne Streifen. 🙂 (Und dazu die passende Schultüte mit gelben Sternchen gemustert – die war auch toll.) Hattest du auch eine Schultüte und wenn ja, kannst du dich noch an sie erinnern?

        Und genau, querformatige Schultaschen aus hellem Leder meinte ich – allerdings kann ich mich hier an keine spezifische Marke erinnern. Auch lederne Federmäppchen – großzügig mit Edding und Kugelschreiber beschrieben und/oder bemalt – waren damals en vogue.

        Und hier waren Eastpak-Rucksäcke die Schultaschen der Wahl für die „Coolen“, während 4You eher der „Streber-Fraktion“ zugeordnet wurde. 😀

        Ach… irgendwie macht es Spaß, über diese vergangenen Schülermoden zu lesen und zu schreiben.

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        1. Was ich meinte mit Streifen sind diese Textilstreifen auf der Klappe, die waren bis Amigo bunte Muster einführte ja Standard. Ich habe hier noch einen der extrem häufigen blauen Amigos stehen mit den gelben Streifen und dem gelben Griff und gelben Trägern.

          Der in lila kam später, also müsstest du schon einen mit orangefarbener Vortasche gehabt haben? Bis 1987/88 gab es das bei Amigo nicht. Scout fing 88/89 an. Ich war nicht nur eine der ersten „Atlantic“-Besitzerinnen, war zu meiner Einschulung neuste Kollektion, sondern auch eine der glücklichen, die nicht die Version mit der orangenen Tasche hatten. Ich fand das immer sehr verunstaltend bei Modellen, die man noch einfarbig kannte. (Die taten das sogar dem extem beliebten „Lollipop“ an.)

          Ich weiß nicht wie man Bilder hochlädt, ich habe irgendwo noch eine Amigo-Broschüre, da ist der lilafarbene drin, ich könnte mal schauen ob sich das Ding findet und vielleicht einscannen ließe. Den muss es ziemlich lange noch gegeben haben, alle anderen Modelle in der Broschüre sind bunt.

          Meine Schultüte war mit blauem Filzstoff bespannt *oh graus, oh graus, sie nimmt noch nicht mal eine Mädchenschultüte* und hatte ein Bauernhaus und einen Traktor drauf.

          Die Lederschlamper kamen bei uns erst gegen Ende der Schulzeit, also 97/98. Da wo ich Abi machte waren die aber Standard.

          Ich finde das mit den Schülermoden auch sehr spaßig (wenn du den Link im Artikel klickst kommst du nicht nur zur Geschichte, die ich über den Scout-Amigo-Konflikt schrieb sondern auch zu einer Art „Referat“ dass ich da über unsere Moden hielt. Ist ja eine Diskussion, aber ich war die einzige in der Altersgruppe.)

          In dem zweiten Link im Artikel berichte ich über zwei andere Frauen mit Schulranzen-Sentimentalität. [Nachtrag: Habe gerade gesehen, der wurde aufgerufen, wahrscheinlich warst du das 😉 ).

          Früher, weit vor den Fädenrissen, war ich mal Co-Autorin in einem Blog über das Thema (gibt es nicht mehr).

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          1. Ja, das war ich :).
            Und genau, er hatte schon eine orangefarbene Vordertasche – und Reflektorstreifen.
            Spontan fällt mir gerade noch ein späterer Schüler-Trend ein: verschiedenfarbige Plastikschnuller, die, aufgefädelt auf Ketten oder Schnürsenkel am Rucksack oder wahlweise auch um den Hals getragen wurden. Ach ja, und diese seltsamen, enganliegenden „Tattoo-Ketten“. 😀

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            1. Diese Plastikschnuller machten bei uns in der Umgebung, an meiner Schule eher nicht, um 1992 viele Mädchen. Ich fand das doof (ich fand aber später auch Diddl-Mäuse, Tigerenten und was nicht alles für Mädchen in war doof), hätte sich bei uns auch wegen der Ausrichtung der Schule und den sehr starren Rollenklischees keine getraut. Diese Ketten habe ich später nur beobachtet, aber vorwiegend bei denen, die damals 15/16 waren während ich schon auf die 20 zuging. Überhaupt zum Accessoires-Komplex kann ich nicht viel sagen, mir war so was nie wichtig.

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