Uneditierte Notiz

Es gibt diese schwebende Schwere in einem wenn man der alten Regel in der Literatur nach seine Schätze wirklich umbringt. Es sollte eigentlich alles ein Spiel sein, nur für mich nebenher und nicht ernsthaft so lange ich der Sturzfolgen halber noch immer nicht montieren kann, ein bisschen Gespinne mit alten Charakteren aus der Schriftmenschenzeit. Ich wollte wissen ob ich damit noch irgendwas machen kann.

Irgendwas geht. Ich glaube es zumindest. Aber damit dieses Irgendwas gehen kann muss ich so ziemlich alles das, was ich zu Prosazeiten daran liebte loslassen und zulassen, dass es ganz anders werden wird. Auf so eine Perspektive wäre ich damals lange nicht mehr gekommen. Jahre davor habe ich damit gearbeitet. Und ich war im Nachhinein gut, das hätte mein Markenzeichen werden können, aber ich war damals zu orientiert dahin, dass es wer als Leser annimmt. Ich traute mich damals nicht zuzumuten. Deshalb ging ich weg und machte es anders. Mein Irgendwas will aber wohl dahin zurück. Ich will den Versuch machen mir das selber zuzumuten und mitgehen, die Montage kann ich ohnehin noch bis Januar vergessen und in Fremdhände kann ich sie nicht geben. Wir haben es versucht, es funktioniert nicht.

Nur das Loslassen bedrückt mich. Verglichen mit vor dem großen Kollaps ist es allerdings ein Fortschritt, damals hätte ich ums Ertrinken festgehalten bis sowohl ich als auch das Projekt den Bach runtergingen. Das muss ich jetzt aushalten können. Hätte ich damals schon können sollen. Was gelernt. Sehr gut. Denn hinter jeder Weigerung Voranzugehen (und ich greife ja nur stilistisch zurück und hole eigentlich etwas nach vorne) steckt immer auch Angst. Und ich habe doch so viel übers Zumuten gelernt.

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